Frauenpower: Kranz für Melanie und Jasmin
06.07.2021 SportWasserfahren: Der extreme Wasserstand stellte die Mellinger Pontoniere an den Schweizer Meisterschaften in Murgenthal vor grosse Probleme
Zwei Mellinger Pontonierfrauen trotzten an den Schweizer Meisterschaften in Murgenthal allen Schwierigkeiten. Melanie Schlögl und Jasmin Schmid ...
Wasserfahren: Der extreme Wasserstand stellte die Mellinger Pontoniere an den Schweizer Meisterschaften in Murgenthal vor grosse Probleme
Zwei Mellinger Pontonierfrauen trotzten an den Schweizer Meisterschaften in Murgenthal allen Schwierigkeiten. Melanie Schlögl und Jasmin Schmid beendeten den «Wildwasser»- Parcours auf der Aare im 6. Rang. Damit holten sie neben den Männern Michael Höhn und Marcel Keusch ebenfalls einen Kranz nach Mellingen.
Pascal Graf, der mit Vereinspräsident Stefan Höhn immerhin noch einen 39. Rang vermelden konnte, wählte nach dem Wettkampf auf der hoch gehenden Aare klare Worte: Er schreibt von «durchzogenen Leistungen» der Mellinger Pontoniere an den Schweizer Meisterschaften 2021.
Ganz so schlecht waren zumindest die besten Leistungen nicht. Fahrchef Marcel Keusch holte mit seinem Partner Michael Höhn einen Kranz. Das muss man bei den herrschenden äusseren Bedingungen erst mal herausfahren.
651 Tage waren seit dem letzten Wettkampf vergangen. Kein Wunder fehlte manch einem Teilnehmer der Rhythmus. Die starken Regenfälle und die Lockerungen der Corona-Massnahmen haben es den Pontonieren in Murgenthal auch nicht leichter gemacht. Die Mellinger Pontoniere gingen hoch motiviert an den Start. Doch die Ambitionen erhielten schnell einen argen Dämpfer.
Extreme Bedingungen
Drei Tage vor dem Wettkampf haben Bundesrat Bersets Lockerungsankündigungen und Petrus die Organisatoren stark gefordert. Das Schutzkonzept musste kurzfristig angepasst werden. Als ob das nicht genug wäre, öffnete Petrus die Himmelsschleusen. Die hoch gehende Aare schwemmte ganze Übungselemente einfach davon. Unter diesen Umständen war der geplante Wettkampfparcours nicht zu befahren. Die Organisatoren liessen sich davon aber nicht beirren. Sie boten den Pontonieren, die aus der ganzen Schweiz angereist waren, dennoch einen spannenden und anspruchsvollen Wettkampf.
Ohne vorherige Besichtigung
Trotz den Lockerungen im Schutzkonzept war es den Wettkämpfern nicht möglich, den Parcours zu inspizieren, was normalerweise Pflicht ist. So mussten sie vom Start weg wie die Sperber den «Bach» runter schauen und beobachten, wie die Konkurrenz den Parcours bewältigte. Im Grunde genommen, ein No-Go für jeden vernünftigen Pontonier, der stets vorher abklärt, welche Gefahren und Schwierigkeiten im Fluss lauern. «Aufgrund der langen Distanzen war es nicht einfach, die optimale Route zu finden und die Herausforderungen zu erkennen», sagt Pascal Graf. Kurz vor den Mellingern startete die Sektion Bremgarten. Deren Teilnehmern gelang keine einzige perfekte Fahrt. «Entsprechend verunsichert gingen wir Mellinger an den Start», muss Graf hinterher einräumen.
Wilde Fahrt für Jakob/Häni
Bereits nach dem ersten Teilabschnitt, war der Wettkampf für das Team Jakob Felix / Häni Remo gelaufen. Nach einer Beinahekollision touchierten sie danach die «Durchfahrt» so unglücklich, dass sie ihre Kranzambitionen vergessen konnten. Es war ihr letztes Jahr in der Königsklasse, welches sie an den Schweizer Meisterschaften gerne mit einem Kranz abgeschlossen hätten. Bedingt durch den hohen Wasserstand, wurden alle Wettkampfelemente zu einer extremen Herausforderung. Jeder Fehler rächte sich sofort und kostete entsprechend Punkte. Dennoch zeigten sich die Mellinger Pontoniere am Ziel zufrieden, weil sie endlich wieder einmal einen Wettkampf absolvieren konnten.
Youngster zahlten Lehrgeld
Nicht nur die Routiniers, auch die Jüngsten Florian Graf und Rafael Seitz mussten Lehrgeld zahlen. Sie blieben deutlich unter ihren eigenen Erwartungen. Für eine positive Meldung sorgten dafür die Mellinger Frauen. Melanie Schlögl und Jasmin Schmid (aus dem Stammverein Baden) holten einen Kranz für die Mellinger Pontoniere.
Beat Gomes


