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Asylunterkunft vor dem Urnengang

Di, 14. Sep. 2021

Über die geplante Asylunterkunft wird am 24. Oktober an der Urne abgestimmt – Gemeinderat informiert

An die Medieninformation waren auch Vertreter des Referendumskomitees eingeladen. Sie aber sagten ihre Teilnahme ab.

An der Sommer-Gmeind war der Verpflichtungskredit von 860 000 Fr. (zuzüglich eines monatlichen Baurechtzinses von 1000 Fr.) für einen Neubau einer Asylunterkunft für elf oder zwölf Menschen mit deutlichem Mehr bewilligt worden. Rund 160 Stimmberechtigte hatten, bei möglichen 1800 Stimmberechtigten im Dorf, teilgenommen. Der Entscheid aber gefiel nicht allen. Das Referendum wurde ergriffen und rund 450 Unterschriften gegen die geplante Asylunterkunft eingereicht. Nun kommt es in Niederwil am 24. Oktober zur Urnenabstimmung.
Die aktuelle Lösung für eine gemeindeeigene Asylunterkunft ist indes bereits Vorschlag Nummer zwei, nachdem im Winter 2018 ein Haus an der Göslikerstrasse an der Gmeind abgelehnt worden war. Damals mit der Begründung, das Haus sei zu eng, zu klein, zu teuer und verfüge über zu wenig Umschwung, wie Gemeindeammann Walter Koch vor Medienvertreterinnen am Montagmorgen erklärte. Diese Kritikpunkte habe man bei der Suche nach einer neuen Lösung ernst genommen: Nun stehen Walter Koch und die zuständige Gemeinderätin Cornelia Stutz bei der Liegenschaft an der Hubelstrasse, am Rand der Bauzone und neben der Gewerbezone. Die Liegenschaft ist getrennt durch die Quartierstrasse, wo auf der anderen Seite grosszügige Einfamilienhäuser sind. Das alte Haus an der Hubelstrasse soll einem Neubau weichen mit zwei 4½-Zimmer-Wohnungen. Ein paar Häuser weiter, in der Nähe des aktuellen Standortes der Asylunterkunft, wohnt an der Hubelstrasse auch Ammann Koch. Er habe, genau wie andere Quartierbewohner auch, nur gute Erfahrungen mit den geflüchteten Menschen gemacht.

Keine Wohnungen in Industriezone
Eigentlich waren auch Vertreterinnen und Vertreter des Referendumskomitees an die Medieninformation eingeladen. Sie hatten ihre Teilnahme aber abgesagt, was Ammann und Gemeinderätin Stutz bedauern. Sie wollten ihnen Gelegenheit geben, öffentlich Stellung zu nehmen und im besten Fall auch erfahren, welche Alternativ-Standorte das Komitee für eine Unterkunft in Erwägung zieht. Der «Reussbote» konnte im Vorfeld mit einigen Vertreterinnen und Vertreter des Komitees sprechen («Reussbote», 10. September). Das Referendum sei aus finanzpolitischen Gründen zustande gekommen, hatten sie verdeutlicht. Mit Fremdenpolitik habe es nichts zu tun: «Die vom Kanton zugewiesenen Asylbewerber sollen auch weiterhin in Niederwil untergebracht werden. Dazu stehen wir.» Was allerdings die Finanzen betrifft, so erachtet der Gemeinderat eine Containerlösung mit einer Investition von rund 500 000 Fr. als «schlecht», zumal die Wohnqualität im Container nicht ausreiche und in der Regel weitere Investitionen nach sich ziehe. Ammann Koch meint, eine günstigere Variante als diese beiden Wohnungen für je rund 400 000 Fr. gebe es wohl kaum. Er ergänzt, aus der Bevölkerung sei auch der Vorschlag an ihn herangetragen worden, man solle doch das Gelände bei der alten Fensterfabrik nutzen. Das aber sei nicht möglich, erklärt Koch, es sei nicht zonenkonform: «In der Industriezone sind Wohnungen nicht erlaubt.» Cornelia Stutz sieht im Neubau an der Hubelstrasse mit zwei Wohnungen zudem den Vorteil einer flexiblen Nutzung. Sollten die Zahlen der Menschen, die in Niederwil Asyl erhalten, zurückgehen, könnte eine Wohnung auch als Sozialwohnung genutzt werden.
Im Vorfeld der Urnenabstimmung am 24. Oktober kann das Referendumskomitee in den Abstimmungsunterlagen seine Gründe zur Ablehnung der geplanten Unterkunft an der Hubelstrasse darlegen.

Heidi Hess

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