Wem am Glaubenberg der «Most» ausgeht …
01.10.2021 Mellingen, Region Reusstal, NiederwilDie Töfflibuebe Freiamt-Reusstal auf grosser Tour, unter dem Motto: «Heb di fescht!»
Sie sind bereits legendär, die dreitägigen Ausflüge der Reusstaler Töfflibuebe. Wenn gestandene Männer auf ihren «Pfupferli» durch die Schweiz touren, wird ...
Die Töfflibuebe Freiamt-Reusstal auf grosser Tour, unter dem Motto: «Heb di fescht!»
Sie sind bereits legendär, die dreitägigen Ausflüge der Reusstaler Töfflibuebe. Wenn gestandene Männer auf ihren «Pfupferli» durch die Schweiz touren, wird Geschichte geschrieben. Aufgezeichnet von Chronist Daniel Müller.
Heb di fescht!» auf der Töfflitour 2021. Die achte Töfflitour der Töfflibuebe Freiamt-Reusstal ist Geschichte und abermals eine unvergessliche. Warum auch immer, der Treff im «Weissen Kreuz» in Mellingen setzte Tourenmanager Volli nicht wie gewohnt auf die frühen Morgenstunden an, sondern auf den Znüni. Das inspirierte Renato eine leckere, zwei Meter lange, kalte Platte zu ordern. So wurde zuerst mal richtig «gehabert» und «geluzt», bevor es in den Töfflisattel ging. Richtung Innerschweiz war das Motto mit Endziel «Wissig-Hof» ob Seelisberg. Bis da waren 120 km mit dem Töffli zu bewältigen. Die späte Abfahrt liess zeitlich keine Mittagsrast zu und so gab es da und dort «nur» kurze Boxenstopps.
Die Krux mit dem 95er-Saft
Ah ja, tanken musste man die Schüttelbecher ja auch mal und das vor dem Glaubenberg. Doch die Zapfsäule gab nur 95er-Benzin her und «Professor Päde» pochte bei den «gewichtsoptimierten Töffli» auf 98er. Dani musste sich dem Druck beugen und ging ohne gefüllten Tank in den Berg. Das reichte nicht mal bis zur Passhöhe – zuerst auf Reserve und schon bald ging der Ofen aus. Urs, der schon den ganzen Pass am Heckblech von Dani klebte, hatte aber glatt ein Not-Fläschli vom edlen Saft dabei und konnte retten. Päde verlor somit nicht nur etwas sein Gesicht, sondern auch seine Hose, worauf ihm beim «Stange-Halt» in Stans ein Ledergurt als Geschenk überreicht wurde. Schick sah er aus.
Der Aufstieg zum «Schlafen im Stroh» im «Wissig-Hof» verlief ohne Zwischenfälle. Nach dem Ausrollen der Schlafsäcke gab es feine Älplermagronen, angereichert mit Flüssigem, ehe die meisten in Tiefschlaf verfielen.
Aus den Federn und ab in den Stall zum Frühstück, bevor man sich wiederum in den Sattel schwang. Doch Benzinspender Urs wollte die Kupplung nicht mehr, also nicht ihm, sondern seinem Töffli namens «Rixe». Also musste wieder der neu-gegurtete Päde ran. Mit halbstündiger Verspätung ging es los nach Beckenried zum verschiffen nach Gersau. Doch in Emmetten war Alpaufzug angesagt mit Blaskapelle und allem was dazu gehört. Grund genug für einen Halt. Volli konnte leider nicht dabei sein, weil seine Mutter ihren 80. Geburtstag feierte. Gegen Abend stiess er wieder zur Meute.
Die Fähre-Fahrt über den Vierwaldstättersee, bei ruhigem Wellengang, genossen alle, wie auch die kurvige Fahrt Richtung Brunnen. Im Strandbad Hopfräben empfing der Hüttenwart die Töfflibuebe mit offenen Armen. Es gab Vesper und «Roten» aus dem Tetrapack. Die Laune war grossartig. Es stand schliesslich der Programmpunkt «Messermachen» an. Wo wohl? In der nationalen Messerschmiede von «Victorinox». Alle konnten ihr eigenes Sackmesser erschaffen. Die Prägung war bei allen gleich, wobei die Inschrift von Rico von Töflibuebe-Tour, richtigerweise in Töfflibuebe-Tour geändert wurde (man beachte das F).
Fondue mit Nachwirkungen
Die Bande fuhr weiter nach Viznau, wo Bändler-Lusche die Tickets und den Garageplatz für die «Chlöpfer» bereits gebucht hatte. Ab auf die Rigi, respektive ins Alpina zu Katja, die bei der Ankunft strahlend auf der Matte stand. Herrlich. Am Abend, gab es Fondue. Keiner wird es vergessen. Roger, Röme und Renato garantiert auf Lebzeiten nicht. So gut, deftig und scharf es auch war, so nachhaltig gärte es in den Gedärmen.
Abschluss im «Wisse Chrüüz»
Der Badeplausch im Rigi-Kaltbad am Sonntagmorgen wurde mit Cola angereichert (warum wohl?), bevor es dann mit dem Bähnli wieder «nitzi» ging. Die Knatterräder trugen die Kameraden dann via Reusstal schadlos nach Mellingen zurück, wo der Ausklang des prächtigen Wochenendes, mit den Frauen im «Weissen Kreuz» genossen wurde. Bis auf ein Neues im nächsten Jahr.
Dani Müller


