Standing Ovation für Stefan Krucker
05.11.2021 BirmenstorfDie Gemeindeversammlung ehrte ihren Gemeindeschreiber, nach 35 Jahren tritt er in den Ruhestand
Die zu behandelnden Geschäfte an der Birmenstorfer Gmeind waren unbestritten. Unter «Verschiedenem» verabschiedete Marianne Stänz Gemeinderat Fabian Wetter und ...
Die Gemeindeversammlung ehrte ihren Gemeindeschreiber, nach 35 Jahren tritt er in den Ruhestand
Die zu behandelnden Geschäfte an der Birmenstorfer Gmeind waren unbestritten. Unter «Verschiedenem» verabschiedete Marianne Stänz Gemeinderat Fabian Wetter und Gemeindeschreiber Stefan Krucker. Die Stimmbürger ehrten Krucker mit einer Standing Ovation.
Für einmal treten die Geschäfte der Gemeindeversammlung in Birmenstorf etwas in den Hintergrund. Das ist auch gut so, denn die Versammlung ehrte einen langjährigen Mitarbeiter. Bald 35 Jahre ist Stefan Krucker Gemeindeschreiber von Birmenstorf. Die Gemeindeversammlung von vorgestern Mittwoch war seine letzte als Gemeindeschreiber.
Frau Gemeindeammann Marianne Stänz würdigte die Verdienste «ihres Kanzlers» und nahm die 87 von 1923 anwesenden Stimmberechtigten mit auf eine Reise zu den wichtigsten Stationen. Sie untermalte ihre anerkennenden Worte mit mehreren Fotos. Nicht weniger als 138 Protokolle von Gemeindeversammlungen schrieb Krucker. Vor 35 Jahren wählte ihn der damalige Gemeinderat als neuen Gemeindeschreiber. Damals zählte das Dorf 1600 Einwohner (heute sind es 3000) und war finanziell nicht auf Rosen gebettet. Stänz erwähnte einige Meilensteine, so unter anderen den Bau des neuen Gemeindehauses, das Bevölkerungswachstum, die Sanierungen von Turnhalle Träff und Schulhaus Widegass sowie der Bau des grossen Kreisels. Stefan Krucker war aus dem Dorf nicht wegzudenken, es zeichnete ihn eine sehr hohe Integrität und einen unglaublich guten Schreibstil aus. Eine wichtige Eigenschaft war, dass er sich nie in den Vordergrund drängte, führte Marianne Stänz weiter aus. Die anwesenden Stimmberechtigten erhoben sich nach der Übergabe eines Geschenks und eines Blumenstrausses für seine Gattin und spendete ihrem Gemeindeschreiber einen lang anhaltenden Applaus. Stefan Krucker bedankte sich anschliessend für diese Würdigung und erwähnte das gute Klima im Gemeinderat, in der Verwaltung und im Dorf. «Nicht zuletzt haben Sie alle zu diesem guten Klima und dieser langjährigen Zusammenarbeit beigetragen.»
Zuvor verabschiedete Marianne Stänz Gemeinderat Fabian Wetter, der nach zwei Jahren aus der Behörde tritt. Auch die Mitglieder der Schulpflege wurden verabschiedet. Bekanntlich wird diese Behörde auf Ende Jahr abgeschafft.
Rückweisungsantrag «Lindmühle» blieb chancenlos
Die Geschäfte der Winter-Gmeind waren unbestritten. Einzig die Teiländerung Kulturlandplan «Spezialzone Lindmühle» führte zu einer kritischen Bemerkung und zu einem Rückweisungsantrag, den Nachbarin Claudia Wildi stellte. Sie monierte vor allem die Höhe der zwei Türme und den Bau der Zufahrtsstrasse. Der Rückweisungsantrag blieb jedoch ohne Chance und wurde sehr deutlich verworfen. Der anschliessende Antrag des Gemeinderates wurde mit 76 Ja zu 5 Nein angenommen. Damit ist die Existenz der Lindmühle, die in der 17. Generation von der Familie Lehmann betrieben wird, weiter gesichert.
Strasse kann saniert werden
Zuvor genehmigten die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger das Protokoll und das Einbürgerungsgesuch von Norbert Bäckert, Liliana Tinoco Bäckert und deren Kinder Clara und Pedro.
Die Gemeindeversammlung folgte auch dem Antrag des Gemeinderates und erliess den von der Gemeinde gewährten Überbrückungskredit von 17 000 Franken gegenüber dem Verein Tagesstrukturen. Gutgeheissen wurde ein Kredit über 1,2 Mio. Franken für die Sanierung des Bärenwegs und Geuggewegli (2. Etappe) und ein weiterer Kredit von 155 000 Franken für den Ersatz des Feuerwehr-Verkehrsfahrzeugs. Dieser Kredit wird allerdings nur dann beansprucht, sollte die angedachte Fusion der Feuerwehr Birmenstorf-Mülligen mit Baden, Gebenstorf und Turgi nicht zustande kommen. Genehmigt wurde ferner der neue Einsatzkostentarif der Feuerwehr und das Budget 2022 mit einem unveränderten Steuerfuss von 98 Prozent. Dieses rechnet mit einem Aufwandüberschuss von knapp 50 000 Franken.
Unter «Verschiedenem» orientierte der Gemeinderat über das Kiesabbaugebiet Grosszelg, die Übergabe des neuen Schulhauses, die Übertragung des Sozialdienstes sowie über die neue Leistungsvereinbarung mit der Spitex.
Benedikt Nüssli

