Die Spielgruppe Fislisbach ist seit einem halben Jahr in neuen Räumen, jetzt aber fehlen die Kinder
Ausweichen in Nachbardörfer ist keine Lösung, findet das Spielgruppenteam. Das familienreiche Dorf sollte seine eigene Spielgruppe behalten. Dafür setzt sich das Team ...
Die Spielgruppe Fislisbach ist seit einem halben Jahr in neuen Räumen, jetzt aber fehlen die Kinder
Ausweichen in Nachbardörfer ist keine Lösung, findet das Spielgruppenteam. Das familienreiche Dorf sollte seine eigene Spielgruppe behalten. Dafür setzt sich das Team ein.
Kaum hatte die Spielgruppe in Fislisbach letzten Sommer ihr Raum-Problem gelöst, muss sie sich nun der nächsten Herausforderung stellen: Jetzt fehlt es der Spielgruppe an kleinen Mädchen und Buben. Knapp 20 Kinder besuchen derzeit eine von drei Spielgruppen, welche im Parterre in den Räumen des Vereinshauses der katholischen Kirche eingemietet sind. Mal sind es vier Kinder, mal fünf, mal acht. Platz hätte es mindestens für doppelt so viele Mädchen und Buben, sagt Gabriella Dürst, die nach den Sportferien als neue Spielgruppenleiterin zum Team stossen wird. «Erst dann ist unser Angebot ausgelastet», meint sie. Und erst dann ist auch das Überleben der Spielgruppe Fislisbach gesichert. Denn um den Spielgruppenbetrieb mit Löhnen und Miete kostendeckend aufrecht erhalten zu können, braucht es eine gewisse Anzahl Kinder, die an einem von drei Vormittagen (aktuell Dienstag, Donnerstag oder Freitag, bei ausreichender Nachfrage auch Montag und Mittwoch) Geschichten hören, sich für Sing- und Fingerspiele begeistern oder einfach spielen wollen.
Somit geht das Bangen beim Fislisbacher Spielgruppenteam in die nächste Runde. Gabriella Dürst führt den Kinderschwund auf die Unsicherheiten im letzten Jahr zurück, zusätzlich überschattet von Corona. Kurzfristig wurde Ende 2020 bekannt, dass die Spielgruppe ihre bisherigen Räume verlassen muss. Mit einem verzweifelten Aufruf hatte sich im November 2020 Ruth Giger, Präsidentin des Vereins Spielgruppe Fislisbach, an die versammelte Winter-Gmeind gewandt. Dennoch gestaltete sich die Raumsuche in der Folge als überaus schwierig. Immer wieder musste improvisiert werden. Im Frühling 2021 stellte sich schliesslich heraus, dass sich Jungwacht und Blauring auflösen und im Vereinshaus Räume frei werden. Nach den Sommerferien konnte die Spielgruppe dort den Neustart wagen (der «Reussbote» berichtete).
In der Zwischenzeit aber waren zahlreiche Familien mit ihren Kindern abgesprungen. Zu ungewiss schien ihnen die Situation. «Sie nutzten Angebote in den Nachbardörfern, in Oberrohrdorf oder in Mellingen», bedauert Dürst. Vor allem aber bedauert sie, dass sich die familienreiche Gemeinde Fislisbach so schwer tut mit dem Erhalt einer Spielgruppe. Spielgruppen, meint sie, bieten beste Frühförderung für Kinder vor Eintritt in den Kindergarten. Sie lernen sich in Gruppen integrieren und erleben einen spielerischen Umgang mit der Sprache. Ein kantonal gefördertes Pilotprojekt existiert genau aus diesem Grund in Mellingen. 60 Briefe an Familien mit Kindern im Spielgruppenalter hat der Verein vor Kurzem verschickt – und hofft nun auf viele Anmeldungen.
Heidi Hess