Sammelleidenschaft – kurios oder ganz normal?
28.10.2022 Fislisbach, Region ReusstalIm Kulturzentrum sind ab Sonntag, 6. November, 11 Uhr, persönliche Sammlungen von Fislisbacherinnen und Fislisbachern zu sehen
Fislisbacherinnen und Fislisbacher zeigen erstmals ihre ganz persönlichen Sammlungen. Ihre teils nicht alltäglichen Exponate wurden im Kulturzentrum ...
Im Kulturzentrum sind ab Sonntag, 6. November, 11 Uhr, persönliche Sammlungen von Fislisbacherinnen und Fislisbachern zu sehen
Fislisbacherinnen und Fislisbacher zeigen erstmals ihre ganz persönlichen Sammlungen. Ihre teils nicht alltäglichen Exponate wurden im Kulturzentrum ins richtige Licht gerückt. An der Ausstellung darf viel entdeckt und auch gestaunt werden.
Die meisten Sammlungen haben wir durch Mund-zu-Mund-Propaganda erhalten», sagt Romy Studerus, Präsidentin Kulturzentrum Fislisbach. Zusätzlich wurde in der Fislisbacher Zeitung ein Aufruf gestartet. «Die Sammlungen müssen nicht wertvoll oder vollständig sein. Es geht darum, dass sie vielfältig sind», sagt Studerus. Die Idee für die Sammelausstellung war schon viele Jahre beim Komitee präsent. Nun wurde sie verwirklicht. «Ich war gespannt, ob immer noch gesammelt wird. Heutzutage ist man meist minimalistisch eingerichtet. Viele Sachen, die nicht mehr gebraucht werden, werden weggeworfen», sagt sie. Insgesamt haben 14 Personen ihre ganz persönlichen Sammlungen dem Kulturzentrum zur Verfügung gestellt.
Für die Ausstellung verantwortlich sind Kommissionsmitglieder Gaby Zehnder und Sonja Baumann. Als ehemalige Innendekorateurin rückte Zehnder die Exponate ins rechte Licht. Die Entensammlung setzte sie mit einem alten Holzgestell, das viele Jahre ungenutzt im Bauamt lagerte, in Szene. Die türkisfarbene und leicht abgeblätterte Farbe passt hervorragend zu den Wasservögeln.
Enten aus der ganzen Welt
Die Entensammlerin bekam viele Enten nicht nur geschenkt, sondern sammelte sie auf den gemeinsamen Reisen mit ihrem Mann rund um den Globus. Nebst wertvolleren Exponaten sind auch kuriose, wie Schuhlöffel oder Kinderscheren darunter.
Spielzeugautos und -eisenbahn
Gleich selbst in Szene setzte Familie Enderlin ihre Spielzeugautosammlung. Eine Vitrine ist dicht mit Matchbox-Autos gefüllt. Drei Generation sammelten und spielten damit. Zu sehen sind zusätzlich Autos aus Blech und Lego. Für die Aufbewahrung der Spielboliden dient nicht nur eine Garage, sondern auch ein aufklappbares Polizeiauto.
Cornelia Peter Piper sammelt Puppen. Sie sagt: «Ich habe mir mit den Puppen einen Kindheitstraum erfüllt. So schöne Puppen hatte ich damals nicht zum Spielen.» Für Cornelia Peter ist ihre Sammlung heute komplett. Die älteste Puppe stammt aus dem Jahre 1830. Schüler Robin Moser stellt seine Eisenbahnen in verschiedenen Spurgrössen, wie G bis N, aus. Er wird seine Bahnen jeweils an den Öffnungszeiten fahren lassen. In der Adventszeit fährt auch sein Weihnachtszug auf dem Rundkurs.
Kaugummi und Scheren
Ein wahres Feuerwerk an Farben versprüht die umfangreiche Kaugummipackungen-Sammlung. Benni Zehnder sagt: «Vor 25 Jahren sammelte jeder etwas, wie Briefmarken oder Kaffeerahmdeckeli. Mich lachten damals die farbigen Kaugummipackungen an.» Zita Schibli zeigt ihre vielfältige Scherensammlung. «Ich brachte es einfach nicht übers Herz, alte oder kaputte Scheren wegzuwerfen», sagt sie. Zusätzlich bekam sie von Freunden und Bekannten Scheren geschenkt. An der Ausstellung sind unter anderem Miniatur- und Knopflochscheren zu sehen.
100 Parfumflacons sind zu sehen
Über 1000 Parfumflacons sammelte Yvonne Parolini-Tsiros. Der Grundstein für ihre Sammelleidenschaft wurde bereits während ihrer Lehre zur Drogistin gelegt. Ein Teil ihrer Sammlung stellt sie nun aus. Nebst Miniatur- sind auch übergrosse Flacons zu sehen. Einige sind über 100 Jahre alt. Ausgestellt werden zusätzlich Sammlungen von Brillen, Eulen, Schallplattencovers, Musiknoten mit alten Schlagern, Ansichtskarten aus Fislisbach, Basler Fasnachtsplaketten und Krawatten mit Flugzeugmotiven. Zu jeder Sammlung hat Kommissionsmitglied Sonja Baumann einen Text mit Hintergrundinfos verfasst. So kann die Ausstellung auf eigene Faust erkundigt werden.
Debora Gattlen
Die Ausstellung wird am 6. November um 11 Uhr mit einer Matinee eröffnet und dauert bis zum 2. April 2023. Sie ist jeweils am ersten Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet.
Infos unter: kulturinfislisbach.ch



