Spitex Heitersberg ist fit für die Zukunft
25.04.2023 Fislisbach, Region ReusstalDer Jahresbericht der Spitex Heitersberg liegt vor. Die Organisation wächst stetig und ist gut aufgestellt
Das Personal bei der Spitex Heitersberg hat sich in den letzten acht Jahren verdoppelt. Dank Qualitätsmanagement wird die Organisation in der Zukunft nicht nur wachsen, ...
Der Jahresbericht der Spitex Heitersberg liegt vor. Die Organisation wächst stetig und ist gut aufgestellt
Das Personal bei der Spitex Heitersberg hat sich in den letzten acht Jahren verdoppelt. Dank Qualitätsmanagement wird die Organisation in der Zukunft nicht nur wachsen, sondern auch eine hohe Qualität gewährleisten.
Die Spitex Heitersberg hat sich aus meiner Sicht in den turbulenten Zeiten gut positioniert und vernetzt», sagt Edith Saner, Präsidentin Gesundheitsverband Aargau. Herausfordernd für die Zukunft sei, den wachsenden Markt mit der älter werdenden Gesellschaft abzudecken und gleichzeitig die hohe Qualität weiter zu gewährleisten. «Wir wachsen aus der inneren Stärke», ist daher das Motto der Spitex Heitersberg. Sie ist im Kanton Aargau eine der grössten Spitex-Organisationen. Sie bedient die Gemeinden Bellikon, Birmenstorf, Fislisbach, Künten, Mägenwil, Mellingen, Oberrohrdorf, Niederrohrdorf, Remetschwil, Stetten, Tägerig und Wohlenschwil.
Das Jahr 2022 war für die Spitex Heitersberg das Jahr der Umstrukturierung der Geschäftsleitung. «Durch die neue Organisationsstruktur mit der vierköpfigen Geschäftsleitung sind wir breiter aufgestellt», sagt Lukas Fus, Präsident der Spitex Heitersberg. Stärken und Kompetenzen könnten intern besser ausgespielt und nach aussen agiler gehandhabt werden. Die Verantwortung sei zudem auf mehrere Schultern verteilt. Dadurch können die Dienstleistungen, wie Pflegeleistungen (83 Prozent), Hauswirtschaft (17 Prozent) professionell erbracht werden. «Durch die Neuorganisation sind wir als Arbeitgeberin spürbar attraktiver geworden», so Fus.
Mehr Klienten für die Zukunft
Prognostiziert wird, dass sich die Anzahl der zu betreuenden Klienten in zehn Jahren verdoppelt. «Die Bedeutung der Spitex wird in den kommenden Jahren weiter zunehmen», führt Fus aus. Tatsache ist: Die Gesellschaft wird immer älter, gleichzeitig möchten alle möglichst lange zu Hause bleiben. Die Frage stellt sich, wie die Gesellschaft für diese Leistungen aufkommt. Hier sei die Politik gefragt, um pragmatische Lösungen zu suchen und einheitliche Leistungsvereinbarungen anzustreben. «Bei der Spitex tragen die Gemeinden die Restkosten nach erbrachten Leistungen», so Wippl. «Es wäre ein Horrorszenario, wenn in der Zukunft die Spitex mit jeder einzelnen Gemeinde individuelle Leistungsvereinbarungen aushandeln müsste.»
Fachkräftemangel entgegenwirken
Eine grosse Herausforderung stellt auch der Fachkräftemangel im Gesundheitsbereich dar. Der Kanton hat im letzten Jahr die Gesundheitsstrategie (GGPL) aufgegleist. Das letzte Mal wurde diese 2010 überarbeitet. «Sie hat durchaus gute Ansätze», führt Claudia Wippl auf. So soll künftig die Arbeit von Angehörigen und Freiwilligen gestärkt werden. Der Fachkräftemangel in der Gesundheitsbranche wird damit jedoch nicht behoben. Um diesem bei der Spitex Heitersberg vorzubeugen, wollen sie als Arbeitgeberin attraktiv bleiben und unternehmen bereits einiges. So werden Benefits, wie zusätzliche Ferientage oder bessere Vorsorge-Versicherungskonditionen angeboten. «Bei uns sind die Mitarbeitenden im Zentrum. Sie sind unser grösstes Gut, um Dienstleistungen in guter Qualität erbringen zu können», so Wippl. In Fislisbach gehört die Spitex mit über 100 Arbeitnehmenden zu den mittleren Arbeitgebern. Die Grösse stellt die Organisation vor eine ganz andere Herausforderung. Die Räumlichkeiten sind inzwischen zu knapp geworden. Es wird nach einem neuen Standort gesucht («Reussbote» vom 24. März). «Der Personalbestand hat sich in den letzten acht Jahren verdoppelt», so Wippl. Der Trend gehe nach wie vor zu ambulanter vor stationärer Betreuung. «Der Spitalaufenthalt wird so kurz als möglich gehalten. Das stellt die Mitarbeitenden vor hohe Anforderungen. Innerhalb von 24 Stunden müssen wir die Betreuung garantieren», so Wippl. Das hat direkte Folgen für die Belegschaft. Sie müssen mehr Einsätze leisten und entsprechend schneller arbeiten. Trotzdem ist die Spitex darauf bedacht, das Qualitätsniveau so hoch wie möglich zu halten. Um den Mitarbeitenden die Arbeit zu erleichtern, wurde eine digitale Wissensdatenbank eingeführt. Die Angestellten können von überall her auf ihren Tablets darauf zugreifen. Darauf finden sie Informationen, Richtlinien und fachliche Vorgaben, die sie für die Klientinnen und Klienten im Alltag benötigen.
Zertifizierung setzt Standards
Um die Qualität weiter zu steigern, wird eine kontinuierliche Zertifizierung durch die Concret AG im Bereich Pflege angestrebt. Nicht nur die Qualität in der Pflege soll dadurch gewährleistet sein, sondern auch die Mitarbeiterzufriedenheit wird ausgewertet. Diese Zertifizierung ersetzt das vom Kanton alle vier Jahre angeordnete Audit zur Qualitätssicherung.
Ein Facelifting erhält die Webseite bis Ende April. Sie wird nach neusten Standards gestaltet. «Die neue Webseite ist bedürfnisorientierter und ansprechender gestaltet. Anmeldungen können auch online vorgenommen werden. Das entlastet unser Personal zusätzlich», führt Wippl aus.
Debora Gattlen
Die GV der Spitex Heitersberg findet am 11. Mai, um 19 Uhr, in der ref. Kirche in Oberrohrdorf statt.

