Dennis Fischer hat seine «Diva» wieder lieb
07.06.2024 SportPitbike: Morgen Samstag startet das Mellinger Team in Ebersecken zum nächsten Meisterschaftsrennen
Sie hat ihn abgeworfen und im Stich gelassen. Darum nennt Dennis Fischer seinen neuen Töff «Diva». Jetzt hat er sie wieder lieb. Das Mellinger Pitbike-Team hat die Maschine ...
Pitbike: Morgen Samstag startet das Mellinger Team in Ebersecken zum nächsten Meisterschaftsrennen
Sie hat ihn abgeworfen und im Stich gelassen. Darum nennt Dennis Fischer seinen neuen Töff «Diva». Jetzt hat er sie wieder lieb. Das Mellinger Pitbike-Team hat die Maschine repariert und neu präpariert. Morgen wollte Fischer in Ebersecken die Tabellenführung verteidigen, doch das Rennen ist abgesagt.
Er hat geflucht wie ein Rohrspatz. Dennis Fischer liess nach dem Abflug im ersten Saisonrennen in Hilfikon kein gutes Haar an seiner neuen Rennmaschine. Das Problem: Er konnte den Töff nach seinem Sturz im Rennen erst nach mehr als einer Minute und mehrmaligen mühsamen Kickversuchen wieder starten. Da war das Feld aber längst auf und davon, so dass der Schweizermeister aus Mellingen unter «ferner liefen» ins Ziel kam. Das Team um Martin Wernli stand vor einem Rätsel. Als dann eine Woche später der nigelnagelneue Motor seinen Geist gänzlich aufgab, wollte Fischer von seinem Bike nichts mehr wissen. «Mit so einer Diva kann ich nichts anfangen», schimpfte er und verlangte vom Teamchef eine Grundsatzanalyse darüber, wie es weitergehen soll. Immerhin ist das Bike so zu seinem Namen gekommen. «Diva».
Wernli, der stets die Ruhe weg hat, liess Fischer schimpfen, bis sich der emotionale Dampf verzogen hatte. Und er redete mit dem Motoren-Lieferanten. Die Analyse ergab: Die Kompression in den Kolben war so hoch, dass je nach Kolbenstellung der Kickstart praktisch blockiert war. Das erforderte dermassen viel Kraft, dass die Kickstarterwelle brach und einzelne Zahnräder Schaden nahmen. «Wir haben inzwischen eine Lösung gefunden», sagt Martin Wernli, der die Maschine mit Hilfe von Benny Wehrli mit neuen Teilen wieder flott gemacht hat. «Es brauchte zwar einiges an Überzeugungsarbeit», sagt Wernli. «Aber jetzt hat auch Dennis Fischer unsere Diva wieder lieb.» Wernli geht davon aus, dass die neu aufgemotzte Maschine noch etwas schneller sein wird als zuvor. Der Teamchef ist davon überzeugt: «Fischer wäre auf der äusserst anspruchsvollen Strecke in Ebersecken wieder wettbewerbsfähig gewesen.»
Grosser Fisch für Benny Wehrli
Das wäre auch nötig, will man die Chancen auf die Titelverteidigung nicht frühzeitig verspielen. Fischer liegt nach vier Läufen nur gerade fünf Zähler vor seinem härtesten Rivalen Michael Burch, der – wenn er durchkommt – die Nase meist vor Fischer hat.
Nachdem Benny Wehrli als zweiter Fahrer in Schongau aus besonderen Gründen aussetzte (siehe Foto unten), greift er bald wieder ins Renngeschehen ein. In Ebersecken hätte er sich allerdings mit etwas kleineren Fischen zufrieden geben müssen. Er fährt zwar Fischers letztjährige Meistermaschine. Doch mit seinem Gewicht von rund 95 Kilo ist Wehrli gegenüber den Fliegengewichten im Feld deutlich im Nachteil. Dennoch ist es stets sein Ziel, im nächsten Rennen in die Top Ten zu fahren.
Das Rennen von Ebersecken, einer klassischen Motocrossstrecke, hätte schon am letzten Wochenende stattfinden sollen. Wegen der starken Regenfälle war an einen Start nicht zu denken. Die Strecke ist förmlich im Morast versunken. Kurz vor Redaktionsschluss ist nun die Meldung aus dem Ebersecken eingetroffen, dass auch der morgige Renntag abgesagt wurde. Somit finden auch diese Pitbike-Rennen nicht statt.
Die nächsten Rennenläufe sind erst wieder am 29. Juni. Sie werden in Ramsen in der Nähe von Stein am Rhein ausgetragen.
Beat Gomes


