Der Reusspark zeigt vom 2. bis 9. September im Rosenpavillon tierische Skulpturen aus Schwemmholz
Vier Künstler haben in der vergangenen Woche unter dem Jahresmotto des Reussparks «tierisch gut» in offener Werkstatt zwei monumentale Skulpturen aus Schwemmholz erschaffen. ...
Der Reusspark zeigt vom 2. bis 9. September im Rosenpavillon tierische Skulpturen aus Schwemmholz
Vier Künstler haben in der vergangenen Woche unter dem Jahresmotto des Reussparks «tierisch gut» in offener Werkstatt zwei monumentale Skulpturen aus Schwemmholz erschaffen. Diese werden später das Gelände zieren.
Wir haben 1 ½ Jahre lang Schwemmholz gesammelt», berichtet Künstler Alex Schaufelbühl, der seit 25 Jahren im alten Gewächshaus auf dem Reusspark-Areal sein Atelier hat. Bekannt ist er durch seine tierischen Kunstwerke aus Stein, Bronze und Eichenholz. Letztere modelliert er gerne mit der Kettensäge. Beim aktuellen Projekt, das im Auftrag des Reussparks zum Jahresmotto «tierisch gut» entstanden ist, kommt die Säge aber fast kaum zum Einsatz. Denn die Skulpturen aus Schwemmholz leben gerade von den Formen des Ausgangsmaterials. Schwemmholz sei im Reusspark quasi eine «natürliche Ressource», lacht Schaufelbühl. Hier an der Innenkurve der Reuss wird es in grossen Mengen angeschwemmt. Sieben Tonnen Material sind für das Projekt zusammen gekommen. Tausende Stücke warteten darauf, in Kunst verwandelt zu werden.
Ein Ross und ein toller Hecht
Über 100 echte Tiere gibt es im Reusspark. Sie werden zur Therapie und zur Aktivierung der Bewohnerinnen und Bewohner eingesetzt. Und genauso wie die tierischen Helfer sollen auch die Schwemmholz-Skulpturen mit allen Sinnen erforscht und ertastet werden. Das gilt besonders für das lebensgrosse hölzerne Pferd, das später vor dem Reitstall des Reussparks seinen Platz findet. «Es ist die Form des Rosses, aber in neuen Materialien», so Schaufelbühl. «Wir können den Charakter und die Geschichte, die das Holz ins sich trägt nutzen.» Die hohe Kunst bestehe darin, die passenden Stücke auszuwählen. «Plötzlich entsteht aus einem krummen Baum ein perfektes Bein», nennt er ein Beispiel. Der Ehrgeiz der Künstler sei es ausserdem, den Skulpturen Dynamik zu verleihen. «Man spürt die Flosse, wie sie sich bewegt», schwärmt er und fährt mit der Hand über die Oberfläche des überdimensionalen Hechts, der künftig vor dem Restaurant Gnadenthal seine Bahnen ziehen soll.
Zu viert statt alleine
«Es ist spannend, dass vier Künstler etwas gemeinsam entwickeln», findet Reusspark-Direktor Urs Bosisio, der zufällig vorbeikommt und die Künstler begrüsst. Zum Quartett zählt Daniel Schwarz aus Effingen. «Ich bin der Eiserne», sagt er beim Handschlag. Seine Spezialität: Eisenobjekte und Bronzeskulpturen. Diese Fähigkeiten sind gefragt, denn das Untergestell der Kunstwerke besteht aus einer geschweissten Stahlkonstruktion. Jeder bringt beim Projekt seine Fähigkeiten ein, Cla Coray aus Oberrieden kennt sich mit so ziemlich jedem Material aus. Der gelernte Steinbildhauer arbeitet in Stein, Metall und sogar Eis. Er versteht sich selbst beim Projekt als Allrounder. Der vierte im Bunde ist Matthias Gehrig aus Biberstein. Der Schreinermeister arbeitet wie Schaufelbühl am liebsten mit der Kettensäge in Eichenholz. «Das Schönste ist, dass wir uns haben, mit unseren Fähigkeiten», erklärt Alex Schaufelbühl stellvertretend. Das Arbeiten im Team statt alleine im Atelier sei für die Künstler eine tolle Erfahrung. Von diesen Erfahrungen und vom Entstehungsprozess ihrer Kunstwerke erzählen die Künstler vom 2. bis 9. September jeweils von 18.00 bis 18.45 Uhr im Rosenpavillon an der Reuss.
Michael Lux