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20.03.2026 PorträtHeute Simon Wälchli
Simon Wälchli ist Sozialdiakon bei der reformierten Kirche Mellingen, Rohrdorf und Fislisbach. Er organisiert das Ostereierfärben im reformierten Kirchgemeindehaus in Oberrohrdorf.
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Heute Simon Wälchli
Simon Wälchli ist Sozialdiakon bei der reformierten Kirche Mellingen, Rohrdorf und Fislisbach. Er organisiert das Ostereierfärben im reformierten Kirchgemeindehaus in Oberrohrdorf.
◆ Bald ist Ostern. Die reformierte Kirche Mellingen, Rohrdorf und Fislisbach lädt am 1. April – kein Aprilscherz – in Oberrohrdorf zum Eier färben ein. Was haben Sie vor?
Wir starten mit einer österlichen Geschichte in der Kirche. Die Bilder werden mit dem Beamer gezeigt und ein Team von Freiwilligen erzählt. Dann sage ich noch ein paar Worte, um die Geschichte mit Ostern zu verbinden. Danach wechseln wir ins Kirchgemeindehaus. Jedes Kind darf dort mit verschiedenen Techniken Eier färben. Es wird farbig, chaotisch, kreativ – und auch etwas laut.
◆ Mit welchen Färbetechniken werden die Eier verschönert?
Mit Stickern bekleben, das Ei im Farbbad baden und danach mit Zitronensaft Muster malen oder mit speziellem Papier Muschelglanz auftragen. Was nie fehlen darf sind Osterkraut und Zwiebelsud. Färben, so wie es unsere Urgrosseltern schon gemacht haben. Diese Technik ist mein Favorit.
◆ Kommt auch der christliche Aspekt der Ostergeschichte zum Zug?
Sehr niederschwellig. Die Geschichte in der Kirche nimmt Aspekte der Ostergeschichte auf. Letztes Jahr ging es um einen Hasen, der an der grossen Aufgabe von Ostern verzweifelt. Aber mit Hilfe seiner Freunde kann er die vielen Eier bemalen und verteilen. Nach der Geschichte erklärte ich, dass die Freundinnen und Freunde von Jesus auch verzweifelt waren, als Jesus gestorben war. So viel Hoffnung hatten sie in ihn gesetzt. Doch Gott hat einen Weg gefunden und den Tod besiegt. Ostern heisst, Gott findet immer einen Weg.
◆ Worauf freuen Sie sich?
Ich freue mich auf das Gewusel im Kirchgemeindehaus. Auf all die glücklichen Kinder, die stolz auf ihre kleinen Kunstwerke schauen.
◆ Muss man sich anmelden?
Ja, damit wir sicher genug Eier haben. Auch kurzfristig – ein Anruf (Telefon 056 496 57 20) ist der einfachste Weg.
◆ Weshalb engagieren Sie sich in Ihrem Dorf?
Ich glaube fest daran, dass Engagement etwas verändern kann. Sei es gesellschaftlich, politisch oder kirchlich. Ich hoffe, dass durch meine Arbeit Menschen Selbstwirksamkeit erleben und Zuversicht in sich und die Welt bekommen.
◆ Was würden Sie an der Region, an Ihrem Dorf ändern wollen?
Grundsätzlich schätze ich die Arbeit der Gemeindeverwaltung und des Gemeinderats sehr. Ich fand immer offene Ohren, wenn ich sie suchte. Könnte ich etwas ändern, wäre es Tempo 30 um die Schule. Aber als Demokrat muss man mit Niederlagen leben.
◆ Was ist Ihr Lieblings-Ausflugsort?
Ich bin oft mit meinem Hund im Wald um das Torfmoos unterwegs. Ich geniesse den Blick auf die Vögel und die Spuren des Bibers.
◆ Welche Anlässe besuchen Sie?
Zum Auftanken bin ich gerne an den Taizé-Gottesdiensten in der reformierten Kirche. Die mehrstimmigen Lieder und die vielen Kerzen entsprechen meiner Spiritualität.
Zudem lockt mich der Kulturkreis immer wieder in die Zähnteschüür. Letztes Jahr haben mir die Lesung von Ursus Wehrli und die Ausstellung «fragile» besonders gefallen.
◆ Wenn Sie einen Tag jemand anderes sein könnten, wer wäre das?
Putin. Dann könnte ich einen vollkommen sinnlosen Krieg beenden.
◆ Welches Land, Ort oder Stadt würden Sie gerne noch besuchen?
Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich noch nie in Berlin und Rom war. Die beiden Städte stehen definitiv noch auf meiner Bucketlist.
Heidi Hess


