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02.06.2026 PorträtHeute Bernadette Imhof aus Fislisbach
Ihre Leidenschaft ist die Musik. Als Saxophonistin war Bernadette Imhof vor kurzem mit dem Musikverein Fislisbach am Eidgenössischen Musikfest in Biel. Beruflich liegt ihr die Sprachförderung als ...
Heute Bernadette Imhof aus Fislisbach
Ihre Leidenschaft ist die Musik. Als Saxophonistin war Bernadette Imhof vor kurzem mit dem Musikverein Fislisbach am Eidgenössischen Musikfest in Biel. Beruflich liegt ihr die Sprachförderung als eigenständige Logopädin am Herzen.
◆ Was bedeutet Ihnen die Teilnahme beim Eidgenössischen Musikfest?
Für mich war es die erste Teilnahme an einem Eidgenössischen Musikfest. Es war toll, eine Stadt über so viele Tage musikalisch erleben zu dürfen. Überall erklang Musik und auch die Kulinarik kam nicht zu kurz. Für mich war es ein eindrückliches Erlebnis, mit dem MV unsere Gemeinde in Biel zu vertreten! Das hat das Gemeinschaftsgefühl gestärkt. Auch der anschliessende Vereinsausflug war ebenfalls super.
◆ Seit wann sind Sie als Musikerin dabei und seit wann als Mitglied der Musikkommission beim MV?
Ich darf seit 2017 als Musikerin im Verein mitwirken. In der Musikkommission bin ich seit 2023 und kann die Musikstückauswahl der Konzerte mitgestalten. Die Arbeit in diesem Team ist sehr bereichernd, da unser Dirigent ein grosses Fachwissen hat und die Sitzungen sehr interessant gestaltet werden.
◆ Wie kamen Sie zur Musik?
Ich habe bereits als Kind mit Instrumentalunterricht begonnen. Zuerst klassisch mit Flöte, anschliessend mit Klavier – ich wollte später ans Konservatorium gehen. An der Kantonsschule habe ich mich dann für einen anderen Weg entschieden. Die Stimme brauche ich als Instrument und integriere dies in meinen beruflichen Alltag.
◆ Was steht als nächstes Projekt mit dem MV Fislisbach an?
Wir freuen uns bereits sehr auf das Dorffest! Am Fest selbst gestalten wir zusammen mit einer grossen Bigband und mit kleineren Formationen des MVs ein tolles Rahmenprogramm mit.
◆ Beruflich sind Sie eigenständige Logopädin. An wen richtet sich Ihr Angebot?
Meine Ausbildung reicht vom Säuglingsalter bis in die Geriatrie. Es geht je nach Therapiebedarf um Artikulation, also das klassische Training der Laute R oder SCH oder S. Wesentlich anspruchsvoller und deswegen interessanter ist das Schlucktraining (nach Überweisung vom Zahnarzt) oder das Atemtraining mit Stimmeinsatz bei Stottern.
Ebenfalls sehr wichtig, interessant und vielfältig ist die Arbeit im Schriftspracherwerb: Legastheniker werden in ihren Fähig- und Fertigkeiten im Lesen und Schreiben begleitet, damit die Noten besser werden, das Sichquälen minimiert und das Selbstbewusstsein gesteigert wird. Die Integration in den Schulalltag sowie später in den Berufsalltag wird so erleichtert. Mein Team ist zusätzlich im Bereich Autismus versiert.
Mein absolutes Steckenpferd und meine Herzensangelegenheit ist jedoch der Spracherwerb im Vorkindergarten- und Kindergartenalter. Es ist äusserst wichtig, dass Kinder über einen Wortschatz und die entsprechende Grammatik verfügen, damit der Schulstart reibungslos gelingt. Seit April gibt es hierfür ein neues Angebot.
◆ Was bedeutet es für Sie, Menschen mit Sprachschwierigkeiten zu therapieren?
Es bedeutet mir viel, in verschiedenen therapeutischen Gebieten arbeiten zu können. Jeder Mensch verfügt über einen anderen Charakter und muss deshalb ganzheitlich erfasst werden. Das wird auch berücksichtigt, um die Therapie bei Kindern spielerisch zu gestalten. So können sie das Maximum aus den Therapien schöpfen. Es ist schön, jeweils zu beobachten, wie Kinder zufrieden Fortschritte machen und sich auch die Situation zu Hause entspannt. So gelingt, dass sie schnellstmöglich wieder aus einer Therapie herausfinden. Die Begleitung des ganzen Umfelds macht mich jeweils sehr glücklich.
◆ Was würden Sie an Ihrem Dorf ändern wollen?
Mir ist wichtig, dass Einkaufsmöglichkeiten, die Post, die Apotheke und weitere Dienstleistungen im Dorf erhalten bleiben.
◆ Was hat in Ihrem Leben Priorität?
An erster Stelle stehen meine beiden Töchter. Beide stehen mit beiden Beinen auf dem Boden und haben tolle Berufe gewählt (Koch/Fachfrau Gesundheit). Sie machen mich sehr stolz.
◆ Wenn Sie einen Tag jemand anderes sein könnten, wer wäre das?
Ich wäre gern einmal ein Mann, um zu sehen, wie die Welt aus der Sicht eines Mannes erlebt wird.
◆ Was würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?
Meinen Mann.
Debora Gattlen

