Direkt gefragt …
03.07.2026 PorträtHeute Benjamin Beyreuther.
Benjamin Beyreuther ist seit acht Jahren Sportschütze. Anfangs Juni war er am Eidgenössischen Schützenfest in Chur dabei. Er holte sieben Kränze und eine grosse Meisterschaft. Zusätzlich ist Beyreuther einer ...
Heute Benjamin Beyreuther.
Benjamin Beyreuther ist seit acht Jahren Sportschütze. Anfangs Juni war er am Eidgenössischen Schützenfest in Chur dabei. Er holte sieben Kränze und eine grosse Meisterschaft. Zusätzlich ist Beyreuther einer der Jungschützenleiter beim Schiesssportverein Mellingen. Den Nachwuchs zu fördern ist ihm ein wichtiges Anliegen. Jedes Jahr führen die Vereine der Mühlescheer einen Jungschützenkurs mit einer zunehmenden Beteiligung durch.
◆ Wie kamen Sie zum Schiesssport?
2014 habe ich mich zufällig in Mellingen als Standwart für die Mühlescheer beworben. Herbert Notter, Präsident des SSV Mellingen hat mich damals eingestellt. Nach und nach konnte ich mich dem Feldschiessen nicht mehr entziehen und dann ist es 2018 zum Vereinsbeitritt gekommen.
◆ Seit wann sind Sie Jungschützenleiter?
Da fünf Vereine den Jungschützenkurs jedes Jahr in der Mühlescheer gemeinsam durchführen, braucht es jeweils viele Helfer. Daher habe ich mich 2025 aktiv für den Jungschützenleiterkurs eingeschrieben. So verteilt sich die Arbeit auf mehr Leiter und man kann die Jugend besser betreuen.
◆ Was wird für die Nachwuchsförderung im Verein unternommen?
Der Kurs wird jährlich durchgeführt und es gibt neben zehn Pflichtterminen noch viele weitere Trainings und externe Schiessen, welche mit den Jugendlichen absolviert werden können. Wichtig ist, dass die Jugend Freude am Kurs hat. Dafür muss man das Wissen über den Schiesssport mit Herzblut vermitteln. Nur so kommt man an einen aktiven Nachwuchs, der langfristig bleibt.
Trägt die Nachwuchsförderung auch Früchte? Konnten neue Mitglieder so gewonnen werden?
Ja. Dank der aktiven Nachwuchsförderung konnten wir in den letzten drei Jahren fünf Jugendliche im Verein aufnehmen.
◆ Wie oft trainieren Sie pro Woche? Was braucht es, um in der Schiesssportart vorne mitzumischen?
Wir trainieren drei bis vier Mal pro Monat. Zudem gehen wir für unsere interne Jahresmeisterschaft aber auch jeden Monat bis zu vier Mal an externe Schiessanlässe. Wenn man bei uns aktiv schiesst, ist man während der Schiess-Saison fast jedes Wochenende unterwegs.
◆ Ist das Sportschiessen auch ein Ausgleich zu Ihrem Beruf als Kunststofftechniker?
In meinem aktuell sehr dynamischen Arbeitsalltag ist die Ruhe auf dem Leger (Schiessmatte beim Liegendschiessen) durchaus ein Moment des «Abschaltens». Allerdings ist auch das Miteinander im Verein einfach sensationell. Man kommt immer wieder gern zusammen und der gesunde Konkurrenzkampf untereinander trägt zu vielen lustigen und schönen Momenten bei.
◆ Weshalb engagieren Sie sich im Städtli oder in der Region?
Weil Mellingen meine Wahlheimat ist und ich aktiv dazu beitragen möchte, dass es lebendig bleibt. Mir liegt am Herzen, dass Traditionen gepflegt, Gemeinschaft gelebt und junge Menschen eingebunden werden – besonders im Verein.
◆ Was ist Ihr Lieblings- oder Ausflugsort?
Die Berge in der Schweiz und alle schönen Gegenden, welche einen Schiessstand haben.
◆ Welche Anlässe besuchen Sie?
Zahlreiche Schützenfeste in der Region, aber auch jedes Kantonale oder Eidgenössische. Wir sind mit unserer Jahresmeisterschaft aktiv dabei, so dass es kaum einen Schiessstand im Kanton gibt, welchen ich nicht kenne. Aber auch sonst besuche ich gern Festivals und Veranstaltungen.
◆ Was hat in Ihrem Leben stets Priorität?
Meine Familie und Freunde – ohne sie wäre vieles nur halb so wertvoll. Dicht gefolgt von meinem Engagement im und für den Schiesssportverein Mellingen.
◆ Wenn Sie einen Tag jemand anderes sein könnten, wer wäre das?
Ein Pilot der Patrouille Suisse: die Präzision im Formationsflug, das Vertrauen im Team und das Gefühl, Schweizer Luft über den Alpen zu durchschneiden. Einen Tag lang diese Disziplin, Technik, Geschwindigkeit und Freiheit in einem Cockpit vereint erleben – das wäre ein kleiner Traum.
Debora Gattlen

