Birmenstorf: Der erste Event zur Verkostung des «Birmi Gin» war ein Erfolg. Die Köpfe hinter dem Projekt erzählen, wie es zur «Schnapsidee» kam
Seit 1,5 Jahren lassen drei Paare aus Birmenstorf ihren eigenen Gin produzieren – nach selbst ...
Birmenstorf: Der erste Event zur Verkostung des «Birmi Gin» war ein Erfolg. Die Köpfe hinter dem Projekt erzählen, wie es zur «Schnapsidee» kam
Seit 1,5 Jahren lassen drei Paare aus Birmenstorf ihren eigenen Gin produzieren – nach selbst kreiertem Geheim-Rezept. Auch Abfüllung und Vertrieb übernehmen sie selbst. Beim ersten «Birmi Gin Evening» wurden die Freunde förmlich überrannt. Rund 100 Gin-Fans kamen zum Anlass.
Was Martin Meyer bei sich zu Hause auf den Wohnzimmertisch stellt, ist der klägliche Rest der aktuellen Charge «Birmi Gin». Zwei Halbliterflaschen und eine Handvoll 50-Milliliter-Fläschchen sind alles, was nach dem «Birmi Gin Evening» im Juli und dem «Rääbhüslifäscht» von insgesamt 200 Flaschen übrig ist. «Wir sind förmlich überrannt worden», erzählt Meyer vom ersten eigenen Gin-Tasting im Don Bosco Haus, zu dem kürzlich 100 Gin-Fans kamen. Drei befreundete Paare aus Birmenstorf stecken hinter «Birmi Gin»: Ursina und Jonathan Näpfer, Martin und Petra Meyer sowie Eliane und Patrick Wehrli.
Mischung mit Geheimzutat
Einen Gastro-Hintergrund oder gar Erfahrung im Destillieren von Alkohol hat keiner von ihnen. Angefangen hat alles mit einem Ausflug der Gin-Liebhaber: «Wir haben ein Tasting bei der Destillerie Turicum in Zürich gemacht», erzählt Meyer. Dabei durfte jeder aus insgesamt 70 pflanzlichen Zutaten, sogenannten «Botanicals», seine ganz eigene Gin-Mischung herstellen. Hinterher entstand die Idee, das beste Ergebnis in einer kleinen Menge produzieren zu lassen. «Meiner hat gewonnen», verrät Martin Meyer. Seine Kreation wurde dann mit der Destillerie Turicum verfeinert und abgefüllt. Und wie schmeckt der «Birmi Gin»? «Es gibt welche, die herber sind, unser Gin geht aber mehr ins Erfrischende und Zitrusartige», beschreibt Meyer den Geschmack. «Würzig, frisch und mit einem angenehmen Abgang», heisst es zum Charakter des Getränks auf den Etiketten. Wachholder, Holunderblüte, Zitruszeste, Rosmarin, Lavendel und «ein Hauch Birmenstorfer Geheimzutat», werden als Zutaten genannt. Mehr will Meyer nicht verraten. Die Basis ist aber kein Geheimnis: Dabei handelt es sich um London Dry Gin, der über einen Alkoholgehalt von mindestens 37,5 Prozent verfügen muss.
Anspielung auf wilde Natur
Die Etiketten ihres «Birmi Gin» haben die Freunde mit Hilfe einer Grafikerin selbst erstellt. Auf dem Logo prankt eine Wildsau, eine Anspielung auf den Spitznamen der Dorfbewohner: «Die Birmenstorfer sind früher als Wildsäue bekannt gewesen, zum Beispiel bei der Fasnacht», weiss Meyer. Früher gab es in Birmenstorf wirklich viele Wildschweine. «Inspiriert vom wilden Geist der Region und der Kraft der Natur», lautet der Slogan, den sich das Birmi-Team dazu ausgedacht hat. Vom Erfolg waren die sechs Freunde überrascht. Schon die erste der beiden Chargen mit je 200 Flaschen ging im Freundeskreis und beim Verkauf am Birmenstorfer Weihnachtsmarkt weg. Kaufen kann man den Gin in der «Chäsegge» in Birmenstorf – alternativ bestellt man per Instagram oder über die erst kürzlich neu aufgeschaltete Homepage. Das Ganze soll aber ein «Freundesprojekt» bleiben, betont Martin. Wer noch ein Fläschchen ergattern will, muss sich leider etwas gedulden. Es gibt aktuell sogar eine Warteliste. Doch Nachschub mit 400 Flaschen ist schon bestellt und der «Gin Evening» soll mindestens einmal pro Jahr wiederholt werden.
Michael Lux
Infos: birmigin.ch