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13.10.2026 PorträtHeute Toni Rohrer
Toni Rohrer ist einer der Initianten der nach der Überwindung vieler Hürden gelungenen Wiederherstellung des Casinos Nesselnbach. Beruflich war er bei den Stadtwerken Baden tätig und ist seit fünf Jahren glücklich ...
Heute Toni Rohrer
Toni Rohrer ist einer der Initianten der nach der Überwindung vieler Hürden gelungenen Wiederherstellung des Casinos Nesselnbach. Beruflich war er bei den Stadtwerken Baden tätig und ist seit fünf Jahren glücklich pensioniert. Toni Rohrers besonderes Interesse gilt auch der Ahnen- und Geschichtsforschung und er singt in einem Jodlerclub.
◆ Am 24. Oktober kann die Bevölkerung das nach 3,5 Jahren politischer Debatte und achtmonatiger Renovationszeit wieder erstellte Casino Nesselnbach am Tag der offenen Türe besichtigen. Auch dank 1000 Stunden Fronarbeit von vielen Helferinnen und Helfern. Das muss ein spezieller Moment für Sie sein.
Ja, tatsächlich. Als René Seiler und ich am 24. Februar 2023 die Petition «Reaktivierung Casino Nesselnbach» dem Gemeindescheiber von Niederwil übergaben, hätte ich nie gedacht, was da alles auf uns zukommen wird. In meinem PC-Verzeichnis «Casino Nesselnbach» habe ich über 1000 Dateien in 50 Ordnern. Das Wort «Casino» stammt ursprünglich aus dem Italienischen und bedeutet «kleines Haus» (Verkleinerungsform von «casa»). Heutzutage hat dieser Begriff bekanntlich eine andere Bedeutung. Es ist gut möglich, dass die Bezeichnung «Casino» vom 1897 nach Nesselnbach eingewanderten Baumeister Angelo Giovanni Franzetti stammt, dies ist aber historisch nicht belegt.
◆ Worauf freuen Sie sich besonders?
Dass wir dieses ganz besondere Nesselnbacher Kulturgut wieder der einheimischen Bevölkerung zur Miete übergeben können. In diesem «einfachen» und kleinen Gebäude haben u. a. schon gleichzeitig ein Bundesrat, Nationalräte und andere hohe Persönlichkeiten das Nachtessen eingenommen. Wo in unserer Region war das sonst schon der Fall?
◆ Weshalb engagieren Sie sich in Niederwil-Nesselnbach?
Ich wurde 1956 in Nesselnbach geboren. In unserer Gemeinde wurde in der Vergangenheit sehr viel Wertvolles aufgebaut. Wir haben eine lebendige Dorfgemeinschaft. Am Schluss stelle ich mir wohl auch die Frage, ob ich in meinem Leben etwas bewirken konnte. Ich glaube, dass unser Verein «IG Casino Nesselnbach» mit der Reaktivierung des Casinos für zukünftige Generationen etwas zum Gemeinwohl beitragen konnte.
◆ Was würden Sie in Ihrem Dorf ändern wollen?
Den Konjunktiv mag ich nicht. Ich versuche dort Hand anzulegen, wo ich die Chance sehe, zu einer positiven und konstruktiven Veränderung etwas beitragen zu können.
◆ Ihr Lieblingsort in der Region?
Im Reusstal und im ganzen Freiamt haben wir wunderschöne Plätzchen, die ich am liebsten zu Fuss oder mit dem Fahrrad besuche. Zu meinem 70. hat mich meine Familie zu unseren Wurzeln in den Kanton Nidwalden entführt, das war natürlich auch etwas ganz Besonderes.
◆ Welche Anlässe besuchen Sie?
Seit einigen Jahren darf ich im Jodelclub «Echo vom Lindenberg» in Boswil singen. Daher stehen Anlässe, die zur Pflege unseres Brauchtums gehören, weit vorne auf der Wunschliste.
◆ Was hat in Ihrem Leben Priorität?
Das Wichtigste ist die Familie und für die bin ich ganz besonders dankbar.
◆ Wem würden Sie gerne einmal Ihre Meinung sagen?
Diesbezüglich bin ich sehr offen und äussere mich ohnehin meistens relativ geradlinig und womöglich nur dort, wo es auch etwas bewirkt. Bei Ignoranten bedeutet dies leider oft, gegen Windmühlen zu kämpfen.
◆ Wenn Sie einen Tag jemand anderes sein könnten, wer wäre das?
Ich bin der Schöpfung dankbar für das, was ich sein darf.
Marc Benedetti
Spontane Kurz-Fragen
Chaotisch oder ordentlich: Gerne ordentlich und strukturiert
Bier oder Wein: im Sommer gern ein Bier, zu einem feinen Essen ein Glas «Roten»
Süss oder salzig: eher salzig
Fastfood oder Gourmet: Weder noch, einfach gut bürgerlich
Winter oder Sommer: eher Frühling und Herbst
ÖV oder Auto: Beides, in Städten nur mit öV
Schwarz oder weiss: Ich liebe alte spannende Schwarz-Weiss-Filme
Ferien im Norden oder Süden: Beides, wir hatten schon prächtige Ferien mit «Hurtigruten» in Skandinavien aber auch der Süden hat sehr viel zu bieten

