Drei Brass Bands messen sich beim 18. Grossen Preis von Birmenstorf – die Walliser gehen siegreich aus dem Wettbewerb hervor
Die Brass Band Birmenstorf und die Stadtmusik Mellingen luden zum Grossen Preis von Birmenstorf. Drei Brass Bands begeisterten das Publikum.
Einfach ...
Drei Brass Bands messen sich beim 18. Grossen Preis von Birmenstorf – die Walliser gehen siegreich aus dem Wettbewerb hervor
Die Brass Band Birmenstorf und die Stadtmusik Mellingen luden zum Grossen Preis von Birmenstorf. Drei Brass Bands begeisterten das Publikum.
Einfach war es nicht! Soeben hatte die dritte Band, die Brass Band Berner Oberland, ihren Auftritt beendet, als Moderator Daniel Schneider das Publikum aufforderte, die Bands zu beurteilen. Wer zeigte die beste Show, wer lieferte die beste Unterhaltung?
War es die Brass Band Imperial Lenzburg unter der Leitung von Dirigent Philipp Werlen, die das Publikum mit «Zazu, Flug in die Pflicht» in eine Tierparabel entführte? – Liebe in Zeiten von Sturm, Gefangenschaft, die in der Freiheit endet, mittendrin Vogel Zazu und seine Gefährtin Tula. Auf Leinwand projizierte Bilder regten die Fantasie an. Vor allem aber sorgte die Musik für Emotionen. Lieblich wurde es beim «Adagio from the Ballet ‹Spartacus›», heroisch beim Flug durch die Finsternis mit «Holding out for a Hero», wo es auch für die Band finster wurde. Einzig kleine Lämpchen sorgten für effektvolles Licht. Die Stücke hatte Alejandro Inauen, der selbst in der Brass Band Imperial Lenzburg spielt, arrangiert und bearbeitet.
Auf die Lenzburger folgten die Walliser. Das Ensemble de Cuivres Valaisan unter der Leitung von Jean-François Bobillier war seit seinem ersten Auftritt im Jahr 2006 zum achten Mal angereist, eine ganze Brass Band im Car. Denkbar einfach war ihr Mittel, Emotionen zu erzeugen: Die «Magic brass machine» brachte wie bei einem Glücksrad Freude, Kühnheit, Wut oder Zärtlichkeit in den vollen Saal. Ein kleiner Dreh am Rad genügte, für die Band war die Aufgabe klar. Sie liess die Mimik spielen und bespielte ihre Instrumente. Zärtlich wurde es bei «A Gaelic Blessing», traurig beim «Theme from Schindler’s List», kühn ging es bei «Erinnerung an Zirkus Renz» zu und her. Und das Publikum fühlte mit.
Für die letzte Überraschung sorgte die Brass Band Berner Oberland unter der Leitung von Manuel Imhof. Dem Publikum wurden Flamenco, Fussball, Stier und Torero – selbst Tapas – serviert. Auf die Uniform verzichteten die Oberländerinnen und die Oberländer. Stattdessen trugen sie Flipflops, kurze Hosen oder ein schwarzrotes Flamencokleid. Sie hissten die spanische Flagge und spielten und sangen inbrünstig die Hymne, auch «Habanera» von Bizet oder «Macarena». Zahlreiche Solisten und Solistinnen kamen zum Zug, mit Cornet oder mit Flügelhörnern – auch der Perkussionist Sebastian Buchs, der aus Oberrohrdorf kommt und mit den Oberländern spielt und probt, zeigte sein Können.
«Der Funke muss springen»
Wie gesagt, als es danach um die Rangierung der drei Bands ging, war das alles andere als einfach. Das Publikum machte indes das Ensemble de Cuivres Valaisan zum Sieger vor den Oberländern auf Platz zwei und den Lenzburgern im dritten Rang. Eine namhafte Summe erhielten alle, dank Sponsoring können insgesamt 11 000 Franken an die Bands verteilt werden. Thomas Zehnder, OK-Präsident und Präsident der Brass Band Musikverein Birmenstorf, die mit der Stadtmusik Mellingen den Anlass organisiert hatte, freute sich. Auch darüber, dass die Show-Idee der Walliser Anklang fand. «Der Funke», meinte er, «muss auf das Publikum überspringen.» Dass dies gelang, freute Julien Fournier, Präsident des Walliser Ensembles: «Das Publikum war, wie immer sehr toll und sehr emotional.»
Heidi Hess