Als erstes habe ich mich gefragt, was die zunehmende Digitalisierung mit der 10-Millionen-Schweiz zu tun hat. Wir alle können ja entscheiden, wie stark wir zu deren Akzeptanz gedrängt werden wollen. Ebenso wenig hat das ökologische Gleichgewicht damit zu tun. Wird hier einfach ...
Als erstes habe ich mich gefragt, was die zunehmende Digitalisierung mit der 10-Millionen-Schweiz zu tun hat. Wir alle können ja entscheiden, wie stark wir zu deren Akzeptanz gedrängt werden wollen. Ebenso wenig hat das ökologische Gleichgewicht damit zu tun. Wird hier einfach das Wort «Eindringlinge» als Übergang zum eigentlichen Thema benützt? Es geht um Migrantinnen und Migranten, die man zurückdrängen muss, weil ja diese laut SVP für alle Probleme in der Schweiz verantwortlich sind. Ich behaupte nicht naiv, dass wir keine Probleme haben wegen der Zuwanderung. Aber diese menschenverachtende Initiative löst nicht eines unserer dringlichsten Probleme. Wir werden weder weniger Stau auf den Strassen, noch weniger überfüllte Züge haben. Und auch die 70 000 «temporären Arbeitskräfte», die von der Beschränkung auf 10 Millionen Einwohner ausgenommen sind, müssten ja irgendwo wohnen. Und mit dieser Regelung kehren wir zurück zum düsteren und unrühmlichen Kapitel Saisonnierstatut, welches erst 2002 offiziell abgeschafft wurde. Wieder wollen die Rechtsbürgerlichen, dass Arbeitskräfte aus dem Ausland ohne Rechte für eine beschränkte Zeit für unseren Wohlstand arbeiten. Also wieder nur Arbeitskräfte, keine Menschen. (Max Frisch). Wer sich eingehend bei Fachleuten aus dem Gesundheitswesen, der Bau-, Gastronomie- und Tourismusbranche und vieler Arbeitgeber informiert, kann nicht Ja sagen zu dieser schlicht fremdenfeindlichen, vielleicht gar rassistisch geprägten Initiative.
Urs Weber, Scheunengasse, Mellingen