«Aufhören war nie ein Thema»
23.01.2026 SportNach einer Zwangspause kann Noe Zumstein aus Künten wieder trainieren
Der 17-jährige Motocrossfahrer Noe Zumstein hat ein herausforderndes Jahr hinter sich: Er war am Pfeiffer’schen Drüsenfieber erkrankt und durfte lange nicht trainieren.
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Nach einer Zwangspause kann Noe Zumstein aus Künten wieder trainieren
Der 17-jährige Motocrossfahrer Noe Zumstein hat ein herausforderndes Jahr hinter sich: Er war am Pfeiffer’schen Drüsenfieber erkrankt und durfte lange nicht trainieren.
◆ Noe Zumstein, wie geht es Ihnen?
Es bessert. Ich habe wieder mehr Energie, auch wieder mehr Appetit. Es geht aufwärts.
◆ Können Sie das vergangene Jahr kurz zusammenfassen?
Wir hatten den Winter über hart trainiert. Dann kamen die ersten zwei, drei Rennen, die Schweizer Meisterschaften. Dort lief es überhaupt nicht. Es folgten einige Abklärungen, und bei einem Bluttest stellte sich schliesslich heraus, dass ich das Epstein-Barr-Virus hatte. Das bedeutete das Saisonende und eine Zwangspause. Inzwischen entwickeln sich die Blutwerte in die richtige Richtung und ich fühle mich auch wieder besser.
◆ Gab es Momente, in denen Sie ans Aufhören dachten?
Nein. Es war eine mental und physisch sehr schwierige Zeit, aber ich habe meine Ziele nie aus den Augen verloren. Deshalb war Aufhören nie ein Thema. Meine Ziele haben mir die Kraft gegeben, weiterzumachen.
◆ Welches sind Ihre Ziele für die kommende Saison?
Zuerst einmal möchte ich jetzt einfach gesund sein, meine Leistung zeigen und Spass am Töfffahren haben.
◆ Ist so ein Rückschlag «nur» negativ, oder gibt es irgend etwas Positives?
Natürlich empfand ich die Zeit nicht als positiv. Mitnehmen kann ich aber sicher ein besseres Verständnis für meinen Körper, für die Signale, wenn es ihm zu viel wird, aber auch das Merken, wenn es wieder geht.
◆ Was war für Sie am frustrierendsten während dieser Zeit?
Etwas vom Frustrierendsten waren diese ersten Rennen zu Beginn der letzten Saison: Wir hatten hart trainiert und dann lief es einfach nicht. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, was mit mir los war. Das waren die frustrierendsten Momente meiner ganzen bisherigen Karriere.
◆ Wann beginnt Ihre neue Saison?
Die Trainings laufen bereits. Im März stehen die ersten Rennen an, ich möchte sicher die ganze Schweizer Meisterschaft fahren. Diese beinhaltet dieses Jahr auch die Heimrennen in Wohlen (12. April) und Muri (Pfingstmontag). Das sind zwar beides keine Lieblingsstrecken von mir, aber ich möchte dort natürlich sehr gerne tolle Rennen fahren. Wenn es mir gelingt, den Winter über wieder in die Form zu kommen, die ich vor der Erkrankung hatte, dann wäre auch ein Start an der EM in Frauenfeld ein Thema. Leider ist dieses Rennen schon Ende März, es bleibt also nicht allzu viel Zeit. Im Moment hat ein sorgfältiger Aufbau Priorität.
◆ Wo müssen Sie jetzt am meisten aufholen?
So ziemlich überall. Ich durfte wegen des Virus nicht trainieren. Mir fehlen die Stunden auf dem Töff. Aber wenn ich jetzt wieder voll trainieren kann, kommt das sicher gut.
Susanne Loacker
Epstein-Barr-Virus
Das Epstein-Barr-Virus ist ein sehr verbreitetes Virus aus der Familie der Herpesviren.
Weltweit sind über 90 Prozent der Erwachsenen irgendwann im Leben infiziert. Einmal im Körper, bleibt das Virus lebenslang – meist jedoch ohne Beschwerden. Die bekannteste durch das Epstein-Barr-Virus verursachte Krankheit ist das Pfeiffer’sche Drüsenfieber. Für Sportler ist eine akute Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus oft mit einem deutlichen Leistungsabfall und erhöhtem Regenerationsbedürfnis verbunden. Manche Athleten berichten noch Monate später über fehlende Spitzenbelastbarkeit.

