Birmenstorf: Der Gemeinderat und der Kulturkreis Birmenstorf laden zum Dorfgeschichtlichen Spaziergang
Fünfzehn Hausgeschichten geben Auskunft über die Baukultur in Birmenstorf. Eine Kunsthistorikerin erzählt diese Geschichten bei einem Spaziergang durchs Dorf. ...
Birmenstorf: Der Gemeinderat und der Kulturkreis Birmenstorf laden zum Dorfgeschichtlichen Spaziergang
Fünfzehn Hausgeschichten geben Auskunft über die Baukultur in Birmenstorf. Eine Kunsthistorikerin erzählt diese Geschichten bei einem Spaziergang durchs Dorf.
Was haben das Pfarrhaus, der Gasthof, die Schmiede, Bauernhäuser sowie Brunnen und Wegkreuze gemeinsam? Sie gehören zu den Bauzeugen früherer Generationen, die teilweise schon seit Jahrhunderten bestehen und noch immer Teil unserer Umgebung sind. Das erfährt man bei einem Spaziergang mit Kunsthistorikerin Katja Lesny, wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Bauinventar der Kantonalen Denkmalpflege. Gerade der ältere Baubestand des Dorfes prägt den Alltag besonders, da die Häuser früher entlang der wichtigen Verkehrswege gebaut wurden: Sie definieren als Zeile den Strassenraum, gestalten ihn mit ihren Vorgärten, indem sie platzbildend zurückspringen, oder verleihen mit ihrer Fassade Kurven und Abzweigungen ein Gesicht. Sie sind vertraute Begleiter auf dem Heimweg, unverwechselbare Orientierungshilfen und für die räumliche Qualität und Identität eines Quartiers oder Strassenzugs wesentlich.
Auch wenn die Landwirtschafts- und Handwerksbetriebe mittlerweile aus dem Dorfkern verschwunden sind und die Häuser grösstenteils den heutigen Lebens- und Wohnverhältnissen angepasst wurden, lässt sich an vielen ländlichen Bauzeugen noch immer ihre ehemalige Funktion ablesen. Als Hauslandschaft orientiert sich die traditionelle Baukultur in Birmenstorf an der Juraregion. Dies zeigt sich besonders an einer bemerkenswerten Anzahl von Juragiebelhäusern aus dem späten 18. und frühen 19. Jahrhundert, einem Typus des bäuerlichen Vielzweckhauses, der traufständig zur Strasse steht und vollständig in Mauerwerk aufgeführt ist. In der baukünstlerischen Gestaltung der Tore, Tür- und Fenstereinfassungen kommen sowohl die architektonischen Strömungen der Zeit als auch lokal verbreitete Vorlieben zum Ausdruck. Der vielfältige historische Baubestand von Birmenstorf umfasst zudem ein ehemaliges Strohdachhaus und eine städtisch geprägte Kleinvilla von 1894. Das Pfarrhaus von 1763 und der Kernbau des Alten Schulhauses von 1839 lassen als Bauwerke namhafter Architekten über die Gemeindegrenze hinaus bis nach Baden und Bern blicken. (zVg/pze)
Treffpunkt am Donnerstag, 3. September, um 19 Uhr vor dem Pfarrhaus. Die Teilnahme ist kostenlos, der Spaziergang dauert bis circa 20.15 Uhr und mündet in einen kleinen Umtrunk.