Für einmal gehe ich einig mit der SVP. Auch ich will bewahren, was ich liebe. Aber damit hört die Gemeinsamkeit mit dieser Partei und deren Initiative «10-Millionen-Schweiz» bereits wieder auf. Denn ich liebe die kulturelle Vielfalt, Offenheit, Solidarität, die ...
Für einmal gehe ich einig mit der SVP. Auch ich will bewahren, was ich liebe. Aber damit hört die Gemeinsamkeit mit dieser Partei und deren Initiative «10-Millionen-Schweiz» bereits wieder auf. Denn ich liebe die kulturelle Vielfalt, Offenheit, Solidarität, die Menschen und noch vieles mehr. Aber diese Initiative will etwas ganz anders. Sie will spalten, ausgrenzen, ausschliessen und unser Land isolieren. Sie appelliert zwar an alle möglichen Gefühle und Emotionen, aber sie wird für intakte Landschaften, gegen steigende Mieten oder überfüllte Züge überhaupt nichts bringen.
In Zeiten eines geopolitischen Umbruchs, wie wir ihn zurzeit erleben, sind wir als kleines Land mitten in Europa zudem gut beraten, nicht unsere letzten Freunde auch noch zu verprellen. Genau dies verlangt jedoch die Initiative indem sie den Bundesrat zwingen will, beim Überschreiten der vorgegebenen Bevölkerungszahl von 9,5 Millionen die bilateralen Verträge zu kündigen. Da wäre angesichts all der negativen Folgen, die dieses Verhalten beinhalten würde, grob fahrlässig.
Weil ich unser Land nicht ins Chaos treiben will und weil ich das bewahren möchte, was ich liebe, lehne ich diese Initiative ab und stimme am 14. Juni aus Überzeugung Nein zur Initiative «10-Millionen-Schweiz».
Jürg Keller, Tägerig