Niederwil: Krimi-Lesung – ein «blutiger Abend» mit asiatischen Köstlichkeiten
Die Bibliotheken Mellingen und Niederwil luden zu einer Lesung mit Peter Denlo in den ausverkauften Schulhaussaal in Niederwil ein.
Der gebürtige Berner Peter ...
Niederwil: Krimi-Lesung – ein «blutiger Abend» mit asiatischen Köstlichkeiten
Die Bibliotheken Mellingen und Niederwil luden zu einer Lesung mit Peter Denlo in den ausverkauften Schulhaussaal in Niederwil ein.
Der gebürtige Berner Peter Denlo begann seine Karriere als miserabler Schüler und Klassenclown, erfuhr man als erstes. Seine Bern-Tante, eine stämmige Wirtin, drängte ihn zur Übernahme ihres Restaurants. Er stand damals schon gerne in der Küche, hatte aber keine Lust auf Wochenenddienste. Die rothaarige, oft motzende Thun-Tante unterstützte seine Absicht zur Schauspielerkarriere, da er definitiv einen Oscar den Cordon bleus vorzog. Auf Drängen der Eltern absolvierte er zunächst eine Lehre zum Buchhändler, zog 1999 nach Los Angeles, um sein Schauspielstudium am «Lee Strasberg Theatre Institute» zu absolvieren, wo er bei Al Pacino, Shelley Winters oder Anna Strasberg studierte.
Los Angeles – lehrreiche Erfahrung
Er entdeckte in seiner Freizeit die asiatische Küche. Zurück in Europa stand er in Berlin und Leipzig auf der Bühne und begann fürs Theater zu schreiben. 2007 organisierte er die ersten Krimi-Dinner. Während des Lockdowns fand er endlich Zeit, seinen ersten Krimi Zungentod, der in der Schweiz, in Spanien, England, Burma und Puerto Rico spielt, zu schreiben. Schon nach wenigen Sätzen spürte man an der Lesung in Niederwil den Schauspieler, der mit viel Theatralik und Humor loslegt.
Nach blutigen Szenen und drei Leichen in 10 Minuten schreitet Peter Denlo zum Wok. Ein Herr aus dem Publikum hilft beim Mahlen und Rösten der Gewürze und schon bald steigen aromatische Düfte aus der Pfanne. Feuriger Tofu aus Pyin u Lwin mit scharfer Chili, Knoblauch, Kreuzkümmel und braune Senfkörner als typisch indische Gewürze versprechen ein tränenreiches erstes Häppchen. In weiser Voraussicht hatten alle Gäste beim Eintritt eine Flasche Wasser erhalten.
Der Aufenthalt in Burma
Nach einem weiteren spannenden Abschnitt aus «Zungentod» erzählte Peter Denlo von seinem Aufenthalt in Burma 2010 während der Diktatur. Mit seinem lokalen Reiseführer trat er während des Lockdowns oft in Kontakt und behielt diesen bis heute bei. Die Familie lebt heute in Thailand in einem Auffanglager mit 30 000 Burmesen. Mit seiner finanziellen Unterstützung ermöglichte er einer Tochter der Familie ein Medizinstudium. Emotional ruft der Autor dazu auf: «Vergesst Burma nicht!» Inzwischen war für die zweite Kostprobe aus dem Wok das Fleisch für Laab gegart. Mit grossem Applaus wurde der Autor mit einem Glas süssem, lokalem Honig verabschiedet und die Gäste zu einem Glas Wein und Zopf eingeladen. (zVg)