«United4Hope»: Das Trainingslager auf dem Meer als Vorbereitung auf «The World’s Toughest Row» verlief anders als geplant
Gut planen und dann flexibel bleiben: Was für normale Ferien gilt, gilt für ein Trainingslager auf hoher See erst recht. ...
«United4Hope»: Das Trainingslager auf dem Meer als Vorbereitung auf «The World’s Toughest Row» verlief anders als geplant
Gut planen und dann flexibel bleiben: Was für normale Ferien gilt, gilt für ein Trainingslager auf hoher See erst recht. Das weiss auch das Team von «United4Hope».
Nach diversen Tests auf Seen und einigen kürzeren Trainings auf dem Meer wollten Valerie Zellweger, Eivind Helland und die beiden Fislisbacher:innen Pascal Bircher und Manuela Wettstein eine Hauptprobe auf dem Meer machen. Also fuhren sie mit dem Auto und der «Heidi» bis Jesolo, wo sie im Hafen noch einige kleine Anpassungen am Boot vornahmen. So montierten sie zum Beispiel Flaschenhalter und Gummizüge, um Gegenstände an Bord festmachen zu können.
Selber Trinkwasser machen
Am Nachmittag ruderten die vier dann los, von Jesolo in Richtung Kroatien. In Pula half ihnen ein Boots-Servicemann dabei, die Wasseraufbereitungsanlage der «Heidi» funktionstüchtig zu machen. Eigentlich hätte das Team diese Arbeit bereits über Pfingsten erledigen wollen, was aber nicht geklappt hatte. Diese Anlage ist bei einer rund 40-tägigen Atlanktik-Überquerung ohne Beiboot im wahrsten Wortsinn lebenswichtig: So kann das Team aus Meerwasser Trinkwasser herstellen.
Eigentlich wäre geplant gewesen, von Pula aus noch weiter nach Süden zu rudern. Allerdings waren starke Winde mit Böen angesagt. «Wir hätten die ganze Zeit schnelle Seitenwellen gehabt – das ist aber nicht die Situation, die wir auf dem Atlantik haben werden», erklärte Manuela Wettstein. «Also beschlossen wir, nach Norden zu rudern, in Richtung Slowenien.» Sie seien gut vorwärtsgekommen, die Abläufe hätten funktioniert und die Stimmung auf dem Boot sei gut gewesen.
19 Stunden später, in Umak, gingen die vier an Land und planten bei einer Pizza die weitere Route. Der Beschluss war, wieder zurück nach Jesolo zu rudern, weil inzwischen auch Gewitter angesagt waren.
Drei Tage Gewitter
Die Nacht auf dem Boot war dann ziemlich turbulent: Die hohen Wellen kamen in kurzen Abständen von der Seite. Das führte zu Seekrankheit und auch zu einem zum Glück folgenlosen Sturz bei einem Wechsel. «Aber auch daraus haben wir lernen können», sagte Manuela Wettstein – lieber jetzt als dann, wenn es ernst gilt. Der weitere Plan wäre gewesen, am nächsten Tag weiter nach Süden zu rudern, nach Venedig, ein Stück darüber hinaus und dann wieder zurück. «Wir sind losgerudert und in fünf Stunden etwa eine Meile weit gekommen», erzählt Manuela Wettstein, «so stark waren die Strömung und der Wind.» Dazu kam die Wetterprognose: Drei Tage Gewitter waren angesagt. Auf diesem Hintergrund beschloss das Team schliesslich, die Übung abzubrechen und im Training keine vermeidbaren Risiken einzugehen. Nach dem Auswassern und einer Übernachtung in Jesolo fuhren die vier also nach Hause.
Mit Farbe gegen Muscheln
Die eingeplante Zeit konnten sie dennoch sinnvoll nutzen: Am Montagmorgen konnte das Team spontan in der Werft der Firma Bootsbau Buri am Hallwilersee den Unterboden des Boots neu streichen – eine Arbeit, die sowieso gemacht werden musste und für die die vier sonst einen neuen Termin hätten finden müssen. Die Bootsbau-Firma unterstützt «United4Hope», indem das Team die Infrastruktur, den Platz und den Kran kostenlos nutzen darf. «Das hilft uns natürlich sehr», sagt Manuela Wettstein. Der Anstrich des Unterbodens mit einem Spezialbelag ist nötig, damit sich während der Atlantiküberfahrt keine Muscheln ansiedeln und das Boot langsamer machen, weil sie den Wasserwiderstand vergrössern. «Am Schluss war es anders als geplant», sagte Manuela Wettstein, «aber es ist alles super aufgegangen.»
Susanne Loacker