Die unsichtbare Rechnung hinter dem Speed
21.08.2026 SportMotorradsport: Was der WM-Traum wirklich kostet – Alessandro Binder aus Mellingen ruft den «100er-Club» ins Leben, um sein Ziel zu erreichen
Es braucht ein Dorf, sagt man, um ein Kind grosszuziehen. Um einen jungen Sportler an die WM zu bringen, braucht es auch ...
Motorradsport: Was der WM-Traum wirklich kostet – Alessandro Binder aus Mellingen ruft den «100er-Club» ins Leben, um sein Ziel zu erreichen
Es braucht ein Dorf, sagt man, um ein Kind grosszuziehen. Um einen jungen Sportler an die WM zu bringen, braucht es auch Unterstützung. Sehr viel.
Der «Reussbote» begleitet die
Karriere des Mellinger Motorrad-Talents Alessandro Binder bereits seit vielen Jahren und berichtet regelmässig über seine Erfolge auf den Rennstrecken Europas. Doch wie sieht es eigentlich hinter den Kulissen aus, wenn die Motoren schweigen? Wir haben beim 17-Jährigen nachgefragt und wollten wissen, wie es um die finanzielle Seite dieses faszinierenden Spitzensports steht. Denn während Alessandro Binder mit über 200 km/h durch die Kurven fliegt, wartet im Alltag eine ganz andere, enorme Herausforderung.
Wie ein Skifahrer ohne Schnee
Als einer der wenigen internationalen Spitzenpiloten absolviert Alessandro Binder parallel eine reguläre KV-Lehre. Während seine Konkurrenten aus Spanien oder Italien sich voll auf den Sport fokussieren können, bedeutet das für den Mellinger: tagsüber im Lehrbetrieb und in der Berufsschule Leistung bringen, abends im Kraftraum bei Wettsteins Fit 54 in Mellingen schwitzen.
Doch die grösste Hürde wartet beim Training, denn die Schweiz verfügt über keine permanente Rundstrecken-Rennstrecke. Für Binder bedeutet das: Jede einzelne Trainingsminute, jeder gefahrene Kilometer auf dem Asphalt muss im Ausland absolviert werden. Das ist, wie wenn ein Surfer kein Meer vor der Haustüre hat oder ein Skirennfahrer ohne Berge und Schnee trainieren muss. Seine harte Arbeit trägt längst Früchte: Dank der Olympia-Karte von Swiss Moto gilt Alessandro Binder als eines der vielversprechendsten Schweizer Talente auf dem Weg an die Weltspitze. Da der Weg dorthin extrem kostenintensiv ist, wird er bereits von der Stiftung Schweizer Sporthilfe gefördert, ist aktuell jedoch noch auf der Suche nach einer persönlichen Patenschaft (Details unter sporthilfe.ch/athletes/alessandro-binder/).
Die gnadenlose Realität der Zahlen
Dieser immense logistische Aufwand macht den Motorradrennsport im FIM Yamaha R3 bLU cRU World Cup zu einem hochpreisigen Business. «Bereits die aktuelle Saison verschlingt rund 100 000 Franken», so Binder: Ein einziger Satz Rennreifen kostet mehrere hundert Franken und hält oft nur wenige Runden. Hinzu kommen massive Kosten für Material, Mechaniker, Startgebühren und die europaweiten Reisen zu den WM-Strecken.
Bisher hat Alessandro Binders Familie das Fundament für seine Karriere gelegt. Doch auf diesem internationalen Top-Niveau ist die Grenze des Machbaren erreicht: Diese extremen Belastungen lassen sich privat schlicht nicht mehr alleine stemmen. Der Sport verlangt nach einer professionellen, wirtschaftlichen Basis. Obwohl Alessandro seit einiger Zeit auch von Sorpasso aus Oberkirch (Luzern) gemanaged und unterstützt wird, bleibt der Weg herausfordernd.
Denn der nächste logische Karriereschritt steht bereits fest. Nach dem Abschluss seiner KV-Lehre will Alessandro Binder alles auf eine Karte setzen. Das grosse Ziel ist der Aufstieg in die Weltmeisterschaft. Um sich gegen die weltweite Elite durchzusetzen, ist der Wechsel an eine professionelle Rennschule in Spanien oder Italien geplant. Dort, wo das ganze Jahr über perfekte Bedingungen herrschen und Rennstrecken allgegenwärtig sind, will er sich den letzten Schliff für die Weltspitze holen. Doch dieser Schritt katapultiert das nötige Saisonbudget für das nächste Jahr auf weit über 100 000 Franken.
Der neue 100er-Club soll helfen
Um diesen Traum zu realisieren, setzt das Mellinger Talent auf seine Heimatregion. Neben grösseren Hauptsponsoren aus der Wirtschaft lanciert er jetzt den «100er-Club» für Privatpersonen, Fans und das lokale Gewerbe. Mit einem jährlichen Beitrag von 100 Franken wird man Teil des Teams #85.
Als Gegenleistung landen die Unterstützer virtuell direkt in Binders Boxengasse: Über einen exklusiven Whatsapp-Kanal erhalten die Mitglieder Live-Updates, persönliche Sprachnachrichten und exklusive Fotos direkt von den Rennwochenenden. Jedes Mitglied erhält ausserdem eine exklusive Voegtlin-Meyer Tankkarte. Mit dieser Karte profitiert man von einem dauerhaften Rabatt an allen aktuell über 40 Voegtlin-Meyer Tankstellen in der Schweiz. Darüber hinaus fliesst von jedem getankten Liter ein kleiner Beitrag als Unterstützung direkt in Alessandro Binders Rennkasse. Zudem erhalten alle Mitglieder bis zum 31. März 2027 einen Rabatt von 5% auf ein Jahresabo im Fitnesszentrum Wettstein’s Fit 54 in Mellingen.
«Ich will den Sprung in die Weltmeisterschaft schaffen», sagt Alessandro Binder. «Die Startampel schaltet bald auf Grün – werden Sie Teil des Teams auf dem Weg an die Weltspitze!» (zVg/sl)
Der «100er-Club»
– Beitrag: CHF 100.– pro Jahr
– Insider-Vorteil: Zugang zum exklusiven WhatsApp-Chat mit Live-Updates von der Rennstrecke
– Tank-Rabatt: Personalisierte Voegtlin-Meyer Supporter-Tankkarte #85 mit dauerhaftem Rabatt an über 40 Tankstellen
– Fitness-Bonus: 5% Rabatt auf ein Jahresabo beim Wettstein’s Fit 54 in Mellingen (gültig bis 31.03.2027)
Anmeldung auf www.alessandrobinder.com

