Olivia Nacht aus Mägenwil hat 2025 die Bootsklasse gewechselt. 2028 will sie bei den Olympischen Spielen antreten
Olivia Nacht rudert seit dieser Saison in der offenen Gewichtsklasse. Ihr Fernziel sind die Olympischen Spiele 2028.
◆ Olivia Nacht, wenn Sie Ihr ...
Olivia Nacht aus Mägenwil hat 2025 die Bootsklasse gewechselt. 2028 will sie bei den Olympischen Spielen antreten
Olivia Nacht rudert seit dieser Saison in der offenen Gewichtsklasse. Ihr Fernziel sind die Olympischen Spiele 2028.
◆ Olivia Nacht, wenn Sie Ihr Sportjahr 2025 in einem Satz zusammenfassen müssten: Wie würde der Satz lauten? Es war ein Jahr voller Veränderungen, Lernen und Fortschritte.
◆ Welcher Moment wird Ihnen in Erinnerung bleiben?
Ganz klar die WM in Shanghai – besonders der Moment nach dem Halbfinal, als wir realisiert haben, dass uns nur rund eine Sekunde vom A-Final getrennt hat. Diese Mischung aus Enttäuschung, Stolz und Motivation vergesse ich nicht.
◆ Welchen Moment möchten Sie lieber vergessen?
Nicht direkt vergessen – aber der erste Weltcup im Einer war sicher mental sehr fordernd. Es war eine schwierige Phase, in der ich viel über mich und den Umgang mit Druck gelernt habe.
◆ Ihr erstes Jahr bei den «Big Girls»: Was war so, wie Sie es erwartet hatten, was vielleicht völlig anders?
Ich hatte erwartet, dass das Niveau physisch sehr hoch ist – und das hat sich bestätigt. Die Leistungsdichte kannte ich schon von den Leichtgewichten – dort ist sie wegen der nur einen olympischen Bootsklasse vielleicht sogar noch extremer. Was für mich wirklich neu war, ist das Rennen-Fahren im Grossboot. Die Dynamik, das Zusammenspiel, das Vertrauen im Team – und wie kleine technische oder rhythmische Anpassungen plötzlich das ganze Boot nach vorne bringen können. Das habe ich als sehr positiv empfunden und es hat mir unglaublich viel Spass gemacht.
◆ Hätten Sie damit gerechnet, dass Sie so schnell wieder so erfolgreich sein würden?
Nicht unbedingt. Ich wusste, dass der Übergang in die offene Gewichtsklasse herausfordernd sein würde. Umso mehr freut es mich, dass ich mich in verschiedenen Booten behaupten konnte und wir an der WM so knapp am A-Final waren. Das gibt viel Vertrauen.
◆ Wie haben sich Ihr Training und Ihr Alltag verändert?
Unter dem neuen Headcoach hat sich einiges geändert. Statt drei Trainings an fünf Tagen plus einem Pausentag trainieren wir jetzt zweimal täglich – dafür ohne kompletten Pausentag. Für mich passt dieser Rhythmus viel besser, weil ich dadurch jeden Tag etwas mehr Zeit für mein Medizinstudium habe und gleichzeitig mit mehr Energie in jede Einheit starten kann. So holen wir deutlich mehr Qualität aus jedem Training.
◆ Was sind Ihre wichtigen Termine, und grossen Ziele für 2026?
2026 werde ich meine ersten Praktika im Spital absolvieren müssen – eine echte Herausforderung, aber mit guter Planung machbar. Sportlich steht die WM in Amsterdam klar im Fokus. Mein Ziel ist es, mich wieder in einem Mannschaftsboot zu etablieren und dort ein starkes internationales Resultat zu erreichen.
◆ Wie sind Sie im Hinblick auf Ihr Fernziel, die Olympischen Spiele 2028, unterwegs?
Ich sehe meinen Weg Richtung Olympische Spiele 2028 als langfristigen Aufbau: körperlich stärker werden, technisch stabiler, und mich Schritt für Schritt in einem leistungsfähigen Mannschaftsboot etablieren.
Mit der Heim-WM und Olympia-Qualifikation 2027 am Rotsee wartet ein grosser Meilenstein – und bis dahin arbeite ich konsequent daran, all die kleinen Dinge zu verbessern, die am Ende den Unterschied machen können.
Susanne Loacker