Künten: Gemeinderat erteilt Baubewilligung für Überbauung an der Liegenschaft Hauptstrasse 9/11
Nach über einem Jahr liegt die Baubewilligung für den Umbau des historischen Bauernhauses am Ortseingang von Künten sowie die beiden neuen ...
Künten: Gemeinderat erteilt Baubewilligung für Überbauung an der Liegenschaft Hauptstrasse 9/11
Nach über einem Jahr liegt die Baubewilligung für den Umbau des historischen Bauernhauses am Ortseingang von Künten sowie die beiden neuen Mehrfamilienhäuser vor. Baubeginn ist voraussichtlich noch dieses Jahr.
Das Baugesuch für das ungewöhnliche Projekt lag bereits im Januar 2025 auf. Es gingen während der Auflagefrist jedoch mehrere Einwendungen gegen das Bauvorhaben der Immo Klosterfeld AG aus Stetten ein. «Die Prüfung der Einwendungen hat eine gewisse Zeit in Anspruch genommen. Darüber hinaus war die Zustimmung des Kantons erforderlich», sagt Gemeindeschreiber Roger Müller auf Nachfrage. «Der Kanton war involviert, damit die Ein- und Ausfahrt geregelt ist», erklärt Christian Huber, Geschäftsführer der Immo Klosterfeld AG. Denn die Liegenschaft soll – wie bereits zuvor – über die Kantonsstrasse erschlossen werden, jedoch künftig über eine rückversetzte Tiefgarage mit 36 Stellplätzen. Die Einfahrt könne wie geplant umgesetzt werden, so Huber. Zu den Einwendungsverhandlungen selbst äussert er sich nicht näher: «Das ganze Projekt ist bewilligt worden, wie wir es eingegeben haben», bestätigt er dem «Reussbote».
Historisches Gebäude bleibt erhalten
Geplant sind auf den Parzellen 86 und 392 hinter dem historischen Bauernhaus an der Hauptstrasse zwei neue Mehrfamilienhäuser mit je drei Geschossen – inklusive Erd- und Dachgeschoss. Eines davon mit Giebeldach, das andere mit Flachdach. Die Besonderheit: Das Doppelbauernhaus an der Hauptstrasse samt Stallanbau bleibt erhalten, soll aber komplett entkernt werden. Im Innern planen die Bauherren eine Neuaufteilung in vier individuelle Reihenhäuser – der Wohnteil des Gebäudes ist heute bereits aufgeteilt («Reussbote», 17. Januar 2025).
Das historische Bauernhaus wurde 1866 nach dem verheerenden Dorfbrand in Künten erbaut, dem laut Aufzeichnungen insgesamt 14 Dachfirste zum Opfer fielen. Das Gebäude ist im Bauinventar der kantonalen Denkmalpflege geführt und gilt daher als besonders schützenswert, wie Samuel Flükiger, Fachberater Ortsbild, bereits während der öffentlichen Auflage erklärte. Es liegt darüber hinaus in der Dorfzone für welche besonders hohe qualitative Ansprüche bezüglich des Ortsbildes gelten. Aus diesem Grund sollen die Aussenmauern des historischen Baus erhalten bleiben und das Gebäude, das im Bauinventar als ein Beispiel für den «biedermeierlich geprägten Wiederaufbau» des Dorfes gewürdigt wird, auch nach dem Umbau äusserlich erkennbar bleiben.
Platz für Familien und Einzelmieter
Das neue Giebelhaus, das künftig längs an das historische Gebäude anschliesst, soll laut den Bauplänen Platz für insgesamt elf Wohnungen – von der 2 ½-Zimmer-Wohnung bis zu 4 ½ Zimmer-Wohnungen bieten. Das dahinter liegende Flachdachgebäude samt Attikageschoss und Photovoltaikanlage soll je vier 3 ½- und 4 ½-Zimmer-Wohnungen beherbergen. «Der Ausbau erfolgt als Mietwohnungen», erklärt Huber. Angesprochen werden sollen sowohl Einzelmieter als auch Familien. Man versuche ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis im mittleren Segment anzubieten.
Bis das Projekt bezugsfertig ist, braucht es allerdings noch ein wenig Geduld. Mit dem Bau soll noch in diesem Jahr begonnen werden. Die geschätzte Bauzeit liegt bei rund eineinhalb Jahren.
Michael Lux