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20.03.2026 SportVor Saisonstart hat der Aargauer Fussballverband zu Runden Tischen eingeladen
Drei Veranstaltungen, 87 Vereine, total 57 Anwesende: AFV-Präsident Luigi Ponte über die «Runden Tische» vor Rückrundenstart.
◆ Luigi Ponte, 57 Anwesende: Sind Sie ...
Vor Saisonstart hat der Aargauer Fussballverband zu Runden Tischen eingeladen
Drei Veranstaltungen, 87 Vereine, total 57 Anwesende: AFV-Präsident Luigi Ponte über die «Runden Tische» vor Rückrundenstart.
◆ Luigi Ponte, 57 Anwesende: Sind Sie zufrieden?
Sehr zufrieden bin ich mit der Teilnahme aus der «Reussbote»- Region – da sind alle Eingeladenen an eines der Treffen gekommen.
Gesamthaft gesehen ist es für mich aber auch ein bisschen enttäuschend, wenn nur rund zwei Drittel der Clubpräsidenten und Sportchefs auftauchen, weil es eine Gelegenheit wäre, ihre Probleme oder Wünsche zu erläutern. Wir vom AFV sind ja offen für alles.
◆ Kommen eher Vertreter der kleinen Vereine, oder zeigen sich die grossen?
Die kleineren Clubs zeigen Interesse und sind eher bereit, kooperativ zu arbeiten. Das zeigt sich immer wieder. Deshalb haben wir mit den kleineren Vereinen auch weniger Schwierigkeiten. Warum die «grossen» wie Aarau, Baden, Spreitenbach, Mutschellen oder Wettingen die Gelegenheit nicht gepackt haben, ihre Anliegen vorzubringen oder sich mit anderen auszutauschen, ist mir ein Rätsel.
◆ Was ist der Hauptzweck dieser Runden Tische, die jeweils vor Rückrunden-Beginn stattfinden?
Eigentlich gibt es zwei Themen: das Diskutieren von Bedürfnissen, Problemen, aber natürlich auch den Austausch. Und dann dienen solche Formate uns als Verband natürlich auch dazu, die Ideen, die wir haben, denjenigen Leuten vorzustellen, die sie dann letztendlich umsetzen.
◆ Was gab es dieses Jahr für Anliegen?
Momentan haben wir ein Problem mit den A-Junioren: Wir haben im Aargau sieben Mannschaften. Ich frage mich, ob es Sinn macht, mit diesen sieben Mannschaften eine Meisterschaft auszutragen – entweder müsste man Doppelrunden spielen, oder jede Mannschaft hat bloss sechs Matches.
◆ Wieso gibt es denn nicht mehr A-Junioren-Teams?
Ein guter A-Junior spielt heute in der ersten Mannschaft. Und ein A-Junior, der weniger gut ist, spielt im Zwei der Aktiven. Das ist verständlich, aber für die A-Junioren-Meisterschaft eben nicht gut.
◆Was ist die Alternative, was könnte man machen?
Solothurn zum Beispiel hat auch keine A-Junioren-Kategorie mehr. Es haben alle ähnliche Probleme in dieser Hinsicht. Der SFV hat die B-Junioren um ein Jahr verlängert, aber es hat nicht viel gebracht.
◆ Was ist bei den Aktiven ein wiederkehrendes Thema?
Wir haben einige Ausländermannschaften, die am liebsten in einer Art «Ausländergruppe» spielen würde. Aber das möchten wir nicht: Es soll im Aargauer Fussball nicht primär um Nationalitäten gehen. Und schliesslich weiss man ja auch, dass Fussball ein Ort ist, an dem Integration funktionieren kann. Das wäre also eine vertane Chance. Ich halte einen Mix deshalb für die beste Lösung.
◆ Was gibt es für andere wiederkehrende Themen?
Der Kunstrasen ist ein ewiges Thema. Wer kann, will, darf einen Kunstrasen haben? Wer bekommt das Geld, und was ist mit der Restfinanzierung? Wo ist es rein geografisch überhaupt möglich, einen Kunstrasen zu planen? Das beschäftigt uns natürlich alle.
◆ Wie läuft es denn mit dem Angebot des mobilen Kunstrasens?
Inzwischen haben sich einige Vereine gemeldet, die nächsten Winter gerne einen mobilen Kunstrasen hätten. Das hat dann den Vorteil, dass man öfter trainieren kann. Allerdings bedingt es, dass überhaupt ein Platz vorhanden ist, auf dem man den mobilen Kunstrasen auslegen kann, ein ebener Schulhausplatz zum Beispiel.
◆ Gab es im Rahmen der Runden Tische auch Beschlüsse?
Ja, wir haben zum Beispiel ab der Rückrunde abgemacht, dass während Matches mit dem Schiedsrichter deutsch gesprochen wird. Was die Spieler unter sich sprechen, ist ihre Sache. Aber was mit dem Schiedsrichter kommuniziert wird, sollen aus Fairness-Gedanken alle verstehen können. Und dann soll an der DV im August darüber abgestimmt werden, ob wir aber der Saison 26/27 im Aargauer Cup bei den Aktiven bei Unentschieden nach 90 Minuten keine Verlängerung mehr machen, sondern direkt Penaltyschiessen.
◆ Gab es Überraschendes?
Ja, mich hat überrascht, was für Folgen die Digitalisierung in den Sportvereinen haben kann – Folgen, an die gar niemand gedacht hat. Wollte ein Spieler früher den Verein wechseln, gab es ein Formular, das er ausfüllen und unterschreiben lassen musste. Das hatte zwingend zur Folge, dass er mit jemandem über seinen Wunsch, zu wechseln, reden musste. Heute lässt sich das ohne jede Kommunikation am Computer erledigen. Das gibt böses Blut unter den Clubs. Die Clubs sollten wieder miteinander reden, auch das ist ein Teil des Fairplays, Ich muss jetzt beim Schweizerischen Fussballverband schauen, ob wir da eine bessere Lösung finden.
Susanne Loacker

