Zu Beginn gab es «Suppe mit Spatz», 50 Jahre später kocht das Küchenteam am 14. März in der Feldküche eine Gemüsesuppe
Zum 50. Mal findet in Birmenstorf der Ökumenische Suppentag statt. Der Anlass hat sich gewandelt, die Absichten sind immer noch ...
Zu Beginn gab es «Suppe mit Spatz», 50 Jahre später kocht das Küchenteam am 14. März in der Feldküche eine Gemüsesuppe
Zum 50. Mal findet in Birmenstorf der Ökumenische Suppentag statt. Der Anlass hat sich gewandelt, die Absichten sind immer noch dieselben. Auch die alte Feldküche steht heute noch unter Dampf.
Der Ökumenische Suppentag in Birmenstorf geht in die mittleren 1970er-Jahre zurück. Damals kochte Schulhaus- und Turnhallenabwart Josef Schumacher in der Militärküche im 1972 eingeweihten Mehrzweckgebäude an der Oberhardstrasse. Im holzbeheizten Kochkessi schmorte «Suppe mit Spatz», eine Gemüsesuppe mit Kuhfleisch vom Vorderviertel. Etwas vornehmer ist die welsche Bezeichnung «Pot au feu».
Sowohl auf reformierter als auch auf katholischer Seite konnte noch von einer Volkskirche gesprochen werden. Die Kirchen verfügten in vielen Lebensbereichen über Deutungshoheit und boten vielen eine geistige Heimat. Gleichzeitig erwachte das Interesse an Umweltschutzfragen und auch das Bewusstsein für schwierige Lebensumstände in den Ländern des Südens. Zudem hatte man in Birmenstorf nach Jahrhunderten scharfer Konkurrenz zwischen den Konfessionen begriffen, dass es miteinander einfacher geht. Es war eine Zeit positiven Aufbruchs.
Wieder etwas handfester wird die Angelegenheit zu Beginn der 1980er-Jahre. Damals verkaufte die Schweizer Armee fahrbare Feldküchen. Gemeinderat Martin Zehnder-Zehnder machte Gemeindeammann Josef Zehnder-Müller auf ein entsprechendes Zeitungsinserat aufmerksam. Für 5000 Franken ergriff die Gemeindebehörde die wohl einmalige Chance und holte die tarnfarbene «Gulaschkanone» nach Birmenstorf.
Zusammensein und Gutes tun
Ab diesem Zeitpunkt kümmerten sich Marie Müller-Obrist von reformierter Seite und Karl Bader katholischerseits mit weiteren Helferinnen und Helfern um die Zubereitung der Suppe. Das war auch der Moment, an dem der «Spatz» im Sinne der Fastenzeit und des Verzichts weggelassen wurde. Später stiess Margrit Müller zur Gruppe. Sie kochten beim Mehrzweckgebäude und die Bevölkerung brachte die Fastensuppe nach Hause. Mit der Zeit wuchs das Bedürfnis nach Gemeinschaft. In der ehemaligen Postautogarage standen Festbänke, wo die Birmenstorferinnen und Birmenstorfer in guter Gesellschaft zusammensassen.
Bis zu seinem frühen Tod stand Thomas Müller-Schneider am Feldkochherd. Ihm zur Seite standen Beni und Edith Dänzer, die während 45 Jahren den Kochlöffel schwangen.
Gemeinschaft fördern und Gutes tun
In all den Jahrzehnten gab es grosszügige Sachspenden aus dem Dorf, vom Gemüse über Brot und Süssmost bis hin zu Kuchen. Haben die organisierenden Köpfe und helfenden Hände vielfach gewechselt, so ist das Don Bosco-Haus seit vielen Jahren die fixe Lokalität des ökumenischen Suppentags geblieben. 2024 übergaben die Dänzers das Rührscheit an ein dreiköpfiges Team, das seither die Gemüsesuppe mit Rollgerste herstellt.
Die Absicht der Suppenaktion ist dieselbe geblieben: Gemeinschaft fördern und mit dem Erlös im Dorf, in der Region und weltweit Gutes tun. Dazu lädt der Birmenstorfer Suppentag Flüchtlingsfamilien aus der kantonalen Unterkunft ein und unterstützt das christliche Hilfswerk Hope in Baden und die ökumenische Fastenaktion. (zVg)
Suppentag am Samstag, 14. März, ab 11 Uhr im Don-Bosco-Haus – bei schönem Wetter auf dem Vorplatz.