Der Musikverein lud am Wochenende unter dem Motto «Inventio et Inventum» zum Jahreskonzert. Beide Konzerte waren gut besucht
50 Musikerinnen und Musiker nahmen unter der Leitung von Sandro Oldani das Publikum mit auf eine Reise voller musikalischer Erfindungen und ...
Der Musikverein lud am Wochenende unter dem Motto «Inventio et Inventum» zum Jahreskonzert. Beide Konzerte waren gut besucht
50 Musikerinnen und Musiker nahmen unter der Leitung von Sandro Oldani das Publikum mit auf eine Reise voller musikalischer Erfindungen und Entdeckungen. Die Leistung wurde mit viel Applaus honoriert.
Dieses Jahr unterstrichen Videos, Fotos und Lichteffekte das Konzert. Gleich der Beginn zeigte, wohin die musikalische Reise 2026 den MV Niederwil führen soll.
– Die Messlatte hängt hoch. Der MV wurde in der Disziplin Parade mit Evolution Luzerner Meister; seit 2018 haben sie auch den Aargauer Meistertitel in dieser Disziplin inne und für 2026 ist die Teilnahme am Eidgenössischen Musikfest in Biel rot angestrichen.
Das Konzert zeigte dem Publikum, auf welchem Niveau, die Musikerinnen und Musiker unter der Leitung von Sandro Oldano spielen. Dafür nahm der MV das Publikum mit auf eine musikalische Reise in verschiedene Stilrichtungen und Epochen. Als fulminanten Auftakt spielten sie «Winds of Change» von Randal D. Standridge. Was mit einem lauen Lüftchen begann, endete mit einem Sturm.
Stürmische Fahrt zur Insel
Durch das Programm führte Beat Ochs als Professor, Doktor, Doktor, Doktor Waldo Horner. Als sein pfiffiger Lehrling fungierte Lukas Güttinger. Weiter ging die Reise auf eine einsame Insel. Mit «Robinson Crusoe» von Bert Appermont präsentierte der MV das Selbstwahlstück, welches beim Eidgenössischen Musikfest die Jury überzeugen soll. Die vier Parts handeln vom Leben als Seefahrer, vom Sturm und Schiffbruch, vom glücklichen Inselleben mit dem neuen Freund Freitag und von der Begegnung mit den Kannibalen und der Rückkehr nach Hause. «Bei diesem Stück kommen sehr gut unsere Stärken der einzelnen Register zur Geltung», sagte Dirigent Sandro Oldani nach dem Konzert. Das Publikum honorierte die Leistung mit grossem Applaus. Bei «Titanic» von James Horner konnte das Publikum die Tragödie und Leidenschaft spüren. Das Genre bei «San Gottardo 2010» von Fredy Lemp war ein Marsch. Vor der Pause war «Symphonic Rock» von Maj Philipp Wagner angesagt. Unvergessliche Hits von Queen und Genesis wurden gespielt. Glanzpunkt war das Trompetensolo von Adrian Stutz. Grosser Applaus folgte.
Reise bis zum Mond
Der zweite Teil der Reise führte direkt in die Welt der US-Krimi-Serien. «MacGyver Theme» von Randy Edelmann liess das Publikum in vergangenen Zeiten schwelgen. Mambo-Rhythmen waren bei «El Bimbo» mit Trompetensoli angesagt. Bei «Fly me to the Moon» von Baar Howard sorgten Soli von Querflöte und Trompete für spezielle Glanzpunkte. Beschwingt ging es mit den «Golden Hits» von Steve McMilan weiter. Hier brillierte das ganze Trompetenregister mit verschiedenen Soli. Bekanntlich war Herbert «Herb» Albert nicht nur Trompeter, sondern landete in den 1960er-Jahren einige Instrumental-Hits. Im Medley war «A Taste of Honey», «Spanish Flea», «Tijuana Taxi» und «So What’s New» zu hören. Tosender Applaus vom Publikum folgte. Als krönenden Abschluss spielte der MV Niederwil «80er Kult(tour)» arrangiert von Thiermo Kraas. Hits wie «Skandal im Sperrbezirk», «Ohne dich (schlaf’ ich heut Nacht nicht ein)», «Ohne dich gehe ich nicht nach Hause» oder «1000 und 1 Nacht» liessen das Publikum schwelgen. Als Verstärkung waren zum Abschluss fünf Jungmusikerinnen und -musiker mit von der Partie. Als erste Zugabe folgte «Limelight» von Charlie Chaplin, als zweite Zugabe der Marsch «Bundesrat Kaspar Villiger». Passend dazu marschierte Fähnrich Peter Ochs mit der Vereinsfahne durchs Publikum.
Die befragte Konzertbesucherin Ursula Egger sagte nach dem Konzert zur Reporterin: «Der MV Niederwil spielt auf einem sehr hohen Niveau. Die Musikstücke waren sehr vielfältig.»
Debora Gattlen