Zum Leserbrief von Jürg Keller («Reussbote» vom 2. Juni) muss einiges geradegerückt werden. Als Vertreter der Mitte bin ich kein Parteisoldat der SVP. Aber wenn mit falschen Fakten Angst geschürt wird, muss man reagieren.
Herr Keller behauptet ...
Zum Leserbrief von Jürg Keller («Reussbote» vom 2. Juni) muss einiges geradegerückt werden. Als Vertreter der Mitte bin ich kein Parteisoldat der SVP. Aber wenn mit falschen Fakten Angst geschürt wird, muss man reagieren.
Herr Keller behauptet fälschlicherweise, bei 9.5 Millionen Einwohnern müsse der Bundesrat die bilateralen Verträge kündigen. Falsch! Die Initiative sieht ein zweistufiges Modell vor: Bei 9.5 Millionen wird die gelbe Ampel für rein inländische Massnahmen im Asylwesen aktiviert. Die Kündigung einzig des Freizügigkeitsabkommens mit der EU ist erst die absolute Notbremse vor der 10-Millionen-Grenze.
Mir geht es um eine ganz pragmatische Frage: die fortschreitende Verbetonierung unserer Heimat. Kellers Behauptung, die Initiative bringe nichts für die Landschaft, gegen überfüllte Züge oder horrenden Mieten, widerspricht jeder Logik. Wo sollen all diese Menschen wohnen und pendeln? Mehr Einwohner bedeuten unweigerlich mehr Beton und weniger Natur.
Mich würde von der SP, der FDP und auch von der nationalen Führung meiner eigenen Partei wundernehmen: Wo liegt Ihre Obergrenze? Wann ist für Sie genug? Bei 12 oder erst bei 20 Millionen? Wie fühlen Sie sich eigentlich, bei Ihrer ganzen Angstmacherei und mit den falschen Behauptungen? Wer hier wegschaut, gefährdet unseren Lebensraum und unser System grob fahrlässig. Ein Ja für unsere Schweiz und für die Nachhaltigkeitsinitiative.
Patrick Oldani, Vizepräsident Die Mitte Tägerig