Fussball: Sichtungsanlässe Mädchenfussball des Aargauer Fussballverbands
Der Aargauer Fussballverband hat die ersten beiden von vier Sichtungs-Events im Mädchenfussball durchgeführt. Auch junge Fussballerinnen aus der Region waren dabei.
Ein sonniger ...
Fussball: Sichtungsanlässe Mädchenfussball des Aargauer Fussballverbands
Der Aargauer Fussballverband hat die ersten beiden von vier Sichtungs-Events im Mädchenfussball durchgeführt. Auch junge Fussballerinnen aus der Region waren dabei.
Ein sonniger Frühabend in Gränichen. Trillerpfeife. Gut 60 Mädchen im Alter von zehn bis zwölf Jahren tragen nummerierte Überzieh-Shirts und kennen den Ablauf schon: Sie laufen in die Mitte des Rasens, wo die nächsten Anweisungen kommen. Eine Vertreterin des Aargauer Fussballverbands (AFV) zählt Nummern auf, jeweils eine Serie in Weiss und eine in Blau, dazu die Nummer des Spielfelds. Einige der Mädchen wenden jetzt ihr Überzieh-Shirt, damit es blau ist, und nicht mehr weiss – oder umgekehrt – und trotten nach ein paar Schlucken aus der Trinkflasche los zum nächsten Sechs-Minuten-Match.
36 Minuten, um sich zu beweisen
Neunmal sechs Minuten, davon dreimal Pause: So viel Zeit hat jedes der Mädchen, den Scouts zu zeigen, was es alles kann. Sieben dieser jungen Fussballerinnen kommen aus der Region – vertreten sind Fislisbach, Niederwil, Tägerig, Mägenwil, Mellingen und Niederrohrdorf. Die Scouts, je zwei pro Match, sind mit Clipboards ausgestattet und machen sich pausenlos Notizen: Sie vergeben Noten von 1 bis 5 nach dem sogenannten TIPS-System: Sie achten auf die Technik der Mädchen (T), auf die Spielintelligenz (I), auf die Persönlichkeit (P) und die Schnelligkeit (S). Dazu wird jeweils notiert, welche Mannschaft das Spiel gewonnen hat – manchmal fällt eine Spielerin dadurch auf, dass sie ihrer Mannschaft immer zum Sieg verhilft. Es gibt auch Spielerinnen, die dadurch auffallen, dass sie einen scheinbar unbändigen Willen haben. So eine ist Katarina Laski aus Fislisbach, die in Baden mit den Jungs trainiert: Obwohl sie mit Jahrgang 2016 zu den jüngsten und auch kleinsten Spielerinnen gehört, sucht sie Zweikämpfe auch mit Mädchen, die einen Kopf grösser sind als sie.
Es ist der zweite von insgesamt vier Sichtungs-Events. Nach diesem Durchgang werden die Notizbogen ausgewertet. Rund zwei Drittel der Mädchen haben inzwischen erfahren, dass sie an zwei weiteren Events im Mai teilnehmen dürfen. Dort wird noch einmal ausgewählt, Die AFV-Zuständige Jenny Ettle erklärt: «Ziel ist es, dass wir im August mit einer neuen RA-13-Mannschaft starten können. Im Kader sollen dann 24 Spielerinnen sein.» RA steht für Regionalauswahl. Der nächste Schritt wäre dann die nationale Ausbildung des Schweizerischen Fussballverbands SFV. Dass letztes Jahr drei der elf Spielerinnen, die nach Biel ins Ausbildungszentrum des SFJ durften, Aargauerinnen waren, spricht für die Qualität des Auswahlprozesses.
Doch bis Biel ist es noch ein weiter Weg. Zuerst einmal heisst es für die sieben Fussballerinnen aus er Region jetzt die nächste Hürde packen, Ende Mai wieder alles geben und vor allem viel Spass am Fussball behalten.
Susanne Loacker