Zum Fahrverbot Städtli-Steg in Mellingen
Zurzeit herrscht Action beim Städtli-Steg. Normal führt die Kantonale Veloroute über die Reussbrücke, aber diese wird nun quer durchgesägt und der obere Teil in die Luft gehängt. Wie soll da einer noch ...
Zum Fahrverbot Städtli-Steg in Mellingen
Zurzeit herrscht Action beim Städtli-Steg. Normal führt die Kantonale Veloroute über die Reussbrücke, aber diese wird nun quer durchgesägt und der obere Teil in die Luft gehängt. Wie soll da einer noch darüberfahren können! Also packt ein Velofahrer die Alternative über den nahen Steg. Allein schon mit etwas gesundem Menschenverstand steigt man dort ab, weil auch ältere Leute, kleine Kinder sowie Mütter mit Babywagen unterwegs sind. Die meisten Schüler haben die Anzeige verstanden und halten sich an die Regeln. Ein «Hoch» auf die Kinder! (Und bei dieser Gelegenheit ein «Runter» auf jene Rennfahrer, die sich um jede Regel foutieren)!
Um aber auf die Velo-Touristen zu kommen, sie rufen vermutlich bei der Tafel (egal, ob diese zu früh montiert wurde oder nicht!): «Schaut, wie gemütlich, hier über den Steg schieben wir; das ist nun also das Städtchen von der Ostseite!»
Sollte es dennoch mal einen Engpass geben, braucht es nur etwas Achtsamkeit. Empathie statt Aggression, et voilà! Längst wird auch jeder Pendler eine Minute extra berechnen für diesen Streckenabschnitt. Das Überqueren der Reuss zu Fuss bietet dafür viel Beschauliches: Blumen blühen entlang dem Geländer, Enten paddeln herbei, im Wasser spiegeln sich Bäu- me und der Himmel. Oder bei Sturm kommt gigantisches Treibholz mit dem Fluss daher! Zudem: allein der Gedanke, dass dieses Wasser hoch vom Gotthard herunter sprudelt, ist erfrischend.
Dass aber eine Organisation wie «Pro Velo» einen Extra-Steg gebaut haben möchte, damit ihre sportlichen Mitglieder nicht 100 Schritte zu Fuss gehen müssen, sondern ungehindert zwischen Zentralplatz und Altstadt durchflitzen können, lässt vermuten, dass ihre aerodynamischen Drahtesel nicht nur keine Klingel, sondern möglicherweise auch gar keine Bremse haben?
Nun, wir werden sie überstehen, die kleinen Widrigkeiten dieses Sommers. So wünsche ich allen Leuten, besonders jenen, die täglich den Steg in ziemlicher Eile nehmen müssen, einen angenehmen Übergang, glückliche Ankunft am anderen Ende, und gutes Weiterkommen in einen frohen Tag!
Edith Nielsen, Mellingen