Es war eine nervenaufreibende Saison
08.04.2026 Sport, VolleyballDas 2.-Liga-Team von Volley Reusstal hat den Liga-Erhalt geschafft. Am Schluss mussten Team und Trainer auf die Resultate anderer Begegnungen hoffen.
◆ Tanja Stadler und Tobias Heimgartner, was ist schlimmer: wenn man am Ende der Saison den Liga-Erhalt selber in den Händen ...
Das 2.-Liga-Team von Volley Reusstal hat den Liga-Erhalt geschafft. Am Schluss mussten Team und Trainer auf die Resultate anderer Begegnungen hoffen.
◆ Tanja Stadler und Tobias Heimgartner, was ist schlimmer: wenn man am Ende der Saison den Liga-Erhalt selber in den Händen hat und der Druck auf dem letzten Match liegt oder wenn man hoffen und warten muss, wie andere Teams spielen?
Tobias Heimgartner: Als Spieler hatte ich es lieber, wenn ich es selbst in der Hand hatte. Als Coach habe ich es nie selbst in der Hand – oder nur beschränkt. Darum finde ich beides schwierig. Die jetzige Situation fand ich nicht nur schwierig: Ich fand es auch sehr schade fürs Team. In den letzten beiden Spiele der Saison haben wir gegen die Top-Teams der Tabelle nochmals Punkte geholt. Trotzdem konnten wir uns nur mittelmässig freuen, weil wir nicht wussten, ob es reichen würde oder nicht. Wenn wir damals schon gewusst hätten, dass wir den Liga-Erhalt schaffen, hätten wir uns über diese beiden super Leistungen richtig freuen können.
Tanja Stadler: Normalerweise würde ich sagen, ich hätte es lieber selber in der Hand gehabt. Ich muss aber auch ganz ehrlich sagen: So, wie diese Saison verlaufen ist, wäre es auch sehr schwierig gewesen, mit Überzeugung zu sagen: Das packen wir. Es war so ein Auf und Ab, dass ich nie mit hundertprozentiger Sicherheit sagen konnte, wir gewinnen das nächste Spiel. Es kam diese Saison so oft vor, dass wir ein gewonnen geglaubtes Spiel dann doch noch verloren haben. Das hat schon auch am Vertrauen genagt. ◆ Wie muss ich mir einen Abend vorstellen, an dem andere Teams quasi darüber entscheiden, ob ihr absteigt oder nicht? Es gibt ja keine Echtzeit-Berichterstattung online…
Tobias Heimgartner: Wir kennen viele Spielerinnen. Bei uns war es ja so, dass bei beiden Spielen, auf die es für uns ankam, Smash involviert war. Mit dieser Mannschaft habe ich es sehr gut, und eine Spielerin hat mir jeweils sofort nach dem Match das Ergebnis durchgegeben. Natürlich sitzt man zu Hause und starrt aufs Handy – wenn man nicht gerade selber am Trainieren ist.
Tanja Stadler: Ich glaube, wenn wir nicht selber Training gehabt hätten, wären wir an die Matches gegangen, um live dabei zu sein.
Tobias Heimgartner: Für mich sind es schon nervöse Abende. Vor allem deshalb, weil ich weiss, was wir als Team investiert haben. Unsere Trainings-Präsenz liegt bei etwa 80 Prozent – das heisst, dass alle kommen, die nicht gerade in den Ferien, verletzt oder krank sind. Das ist viel Engagement und wir sind wirklich alle mit voller Kraft dabei. Umso bitterer wäre es gewesen, wenn es nicht gereicht hätte.
Tanja Stadler: Dazu kommt, dass wir diese Saison mit dem auf dem Papier wahrscheinlich besten Kader antreten konnten, das wir je hatten. Mir ist wirklich ein Stein vom Herzen gefallen, als klar war, dass wir auch nächste Saison in der 2. Liga spielen.
◆ Haben Sie gefeiert?
Tobias Heimgartner: Eigentlich gab es nicht viel zu feiern – der Liga-Erhalt war unser Minimalziel. Hätten wir am Schluss der Saison ein wichtiges Spiel gewonnen und uns dadurch den Liga-Erhalt aus eigener Kraft gesichert, hätten wir sicher ein bisschen gefeiert.
◆ Es war eine spezielle Saison.
Tanja Stadler: Ja, es war sehr eng, die Teams lagen in der Tabelle extrem nah beieinander. Deshalb war auch bis Saisonende vieles offen. Ich fand das lange Zeit spannend. Aber irgendwann hat es nur noch Nerven gekostet.
◆ Sie haben einige Spiele wirklich knapp und unnötig verloren.
Tobias Heimgartner: Das ist halt Volleyball. Man gewinnt den ersten Satz deutlich, dann verliert man die folgen-


