Etappierung ist sinnvoll
22.05.2026 LeserbriefeStellungnahme zum Artikel «Die Schulraumplanung ist umstritten», «Reussbote» vom 8. Mai
Als ehemaliger Gemeinderat und Ressortleiter Schule in Fislisbach war ich in die Planung eingebunden. Die Argumentation des Referendumskomitees ist für mich daher nicht ...
Stellungnahme zum Artikel «Die Schulraumplanung ist umstritten», «Reussbote» vom 8. Mai
Als ehemaliger Gemeinderat und Ressortleiter Schule in Fislisbach war ich in die Planung eingebunden. Die Argumentation des Referendumskomitees ist für mich daher nicht nachvollziehbar. Einzelnen Aussagen widerspreche ich ausdrücklich und stelle einige Punkte klar.
Die Diskussion zur Teilsanierung des Schulcampus Leematten braucht eine sachliche, faktenbasierte Sicht. Der klare Entscheid der Gemeindeversammlung im November 2025 für den Kredit von rund 5,3 Millionen Franken zeigt die breite Unterstützung für die Weiterentwicklung der Schulbauten.
Die geplanten Massnahmen sind wirtschaftlich und sinnvoll: Sie sichern den Werterhalt der bestehenden Infrastruktur und verhindern deutlich höhere Kosten eines späteren Ersatzneubaus. Eine gezielte Modernisierung intakter Gebäude ist verantwortungsbewusst und nachhaltig.
Auch der Vorwurf einer überstürzten Planung greift zu kurz. Die Gemeinde setzt bewusst auf ein etappenweises Vorgehen. Dieses erlaubt es, flexibel auf Entwicklungen zu reagieren, Erfahrungen zu nutzen und Investitionen über mehrere Jahre zu staffeln – ein übliches und zweckmässiges Vorgehen bei komplexen Schulanlagen.
Die vorgesehenen Verbesserungen – von Technik bis zu modernen, flexiblen Lernräumen – sind entscheidend für einen zeitgemässen Schulbetrieb und kommen direkt Schülerinnen, Schülern und Lehrpersonen zugute. Zudem entwickelt sich die Bildungslandschaft laufend weiter, was in der Planung berücksichtigt werden muss. Vorwürfe zu fehlender Transparenz sind unbegründet. Informationen werden an öffentlichen Veranstaltungen vermittelt, Unterlagen liegen auf und die Verwaltung steht für Auskünfte bereit. Es gehört jedoch auch zur Eigenverantwortung, diese Möglichkeiten zu nutzen.
Auffällig ist, dass sich die Kritik stark auf die Turnhalle fokussiert, während die Schulräume kaum erwähnt werden. Die Turnhallensanierung macht jedoch nur rund 400 000 Franken, bzw. etwa 7,5 Prozent des Gesamtkredits aus. Im Zentrum sollten die Bedürfnisse der Schule stehen. Demgegenüber entsteht der Eindruck, dass das Referendumskomitee mit dem Bau einer neuen Turnhalle vor allem Vereinsinteressen in den Vordergrund stellt. Diese unter- schiedlichen Anliegen gilt es offen zu benennen.
Die Abstimmung sollte auf einer realistischen Einschätzung basieren. Es geht um eine durchdachte Weiterentwicklung bestehender Infrastruktur – nicht um ein unkoordiniertes Projekt. Ich stimme am 14. Juni 2026 überzeugend Ja zur Sanierung des Schulcampus Leematten.
Andreas Sommer, ehemaliger Gemeinderat, Fislisbach
