Grosse Betroffenheit nach Trotti-Unfall
21.04.2026 FislisbachFislisbach: Verkehrsunfall vom 15. April – Meinungen, Einschätzungen und eine Nachfrage beim Kanton
Die Bevölkerung von Fislisbach ist betroffen. Seit Jahren wird darauf hingewiesen, dass die Querung des Flurweges bei der SBB-Unterführung grosses ...
Fislisbach: Verkehrsunfall vom 15. April – Meinungen, Einschätzungen und eine Nachfrage beim Kanton
Die Bevölkerung von Fislisbach ist betroffen. Seit Jahren wird darauf hingewiesen, dass die Querung des Flurweges bei der SBB-Unterführung grosses Gefahrenpotenzial birgt. Nun ist die Befürchtung eingetroffen – ein 11-Jähriger verunfallte.
Ich habe immer ein mulmiges Gefühl, wenn ich am Bahndamm spaziere und nachher in die Birmenstorferstrasse einbiege», sagt die Anwohnerin Nadia Krättli. Da würde auch der installierte Spiegel, um den Verkehr durch die Unterführung zu sehen, nichts bringen. Vor allem könne ein Elfjähriger die Geschwindigkeit eines Fahrzeuges sicher nicht über einen Spiegel einschätzen. Viele Fislisbacherinnen und Fislisbacher hätten sich seit langer Zeit gefragt, weshalb nichts gemacht wird, um die gefährliche Situation zu entschärfen. «Ein Lichtsignal wäre ein einfaches Mittel, um die Verkehrssicherheit für alle zu erhöhen», so Krättli.
Die Landwirte Toni Peterhans und Hilbert Heimgartner wiesen bereits bei der Projektauflage für die Sanierung der Birmenstorferstrass im Juni 2021 auf den Missstand hin und forderten in ihrer Einsprache, die SBB-Unterführung zu verbreitern. Da die Gemeinde dadurch Mehrverkehr von Lkws befürchtet, wurde dies verworfen. Der Kanton will die Verkehrssicherheit mit der Sanierung erhöhen. Die Strassensanierung ist angelaufen, das Landerwerbsverfahren läuft.
E-Trottinett krachte ins Auto
Leider hat sich nun in Fislisbach die Aussage «Es muss zuerst etwas passieren, bis etwas gemacht wird» bewahrheitet. Am Mittwoch um 19.20 Uhr verunfallte ein 11-jähriger Knabe an dieser Stelle schwer (der «Reussbote» berichtete).
Der Knabe fuhr mit seinem E-Trottinett vom Flurweg direkt auf die Birmenstorferstrasse in einen korrekt fahrenden BMW-Lenker. Augenzeugen informierten umgehend die Polizei. Die Ambulanz und später ein Rettungshelikopter waren vor Ort. Der Junge wurde in das Kinderspital nach Zürich geflogen. Zum aktuellen Gesundheitszustand sei zurzeit nichts bekannt, sagte auf Anfrage die Kantonspolizei Aargau. Der 57-jährige Autolenker kam mit dem Schrecken davon. Beide Fahrzeuge wurden beschädigt. Die Birmenstorferstrasse war ab der SBB-Unterführung bis zur Kreuzung Rütihof gesperrt.
Auf den sozialen Medien wird der Betroffenheit Ausdruck verliehen. Trotzdem wird hinterfragt, weshalb ein 11-jähriger Junge mit einem E-Trottinett unterwegs war. Zu lesen ist beispielsweise, dass E-Trottinettfahren erst ab 14 Jahren und nur mit einem Töffliausweis erlaubt sei. Auf Anfrage bestätigt Bernhard Graser, Mediensprecher der Kantonspolizei: «E-Trottinetts dürfen erst ab 14 Jahren und nur mit einem Töffliausweis gefahren werden.» Eltern seien in der Pflicht, diese Altersgrenze zu beachten. Das E-Trottinett des verunfallten Jungen wurde von der Kantonspolizei sichergestellt. Zusätzlich werden Abklärungen zur Geschwindigkeit getroffen.
Unfälle mit E-Trottinetts nehmen zu
E-Trottinetts und E-Roller sind bei Jugendlichen in. Viele fahren aber ohne Helm. Das führt bei einem Unfall meist zu schweren Verletzungen. «Leider nehmen Unfälle mit E-Trottinetts und E-Rollern zu. Meist fallen diese schwer aus.» Schweizweit lancieren die Kantonspolizeien deshalb Präventionskampagnen, um auf Gefahren hinzuweisen.
Für weiteren Diskussionsstoff sorgt bei vielen Fislisbacherinnen und Fislisbachern, weshalb der Junge wohl auf dem Flurweg unterwegs war. «Anwohnerinnen und Anwohner an der Dammstrasse stellten fest, dass sich beim neu aufgestellten Bänkli beim Bahndamm vermehrt Jugendliche aufhalten», sagt Nadia Krättli. Es kam deswegen auch schon zu Reklamationen wegen Ruhestörungen.
Kanton ist im Rückstand
Vizeammann Christoph Schott bedauert den Unfall bei der SBB-Unterführung. «Die Situation an dieser Stelle ist bekannt. Daher gibt es dort seit längerer Zeit einen Spiegel für Fussgängerinnen und Fussgänger. Allerdings ist die Unterführung von einer Seite des Weges besser ersichtlich. Leider kommt es dort immer wieder zu brenzligen Situationen.» Daher sei die Gemeinde froh, wenn der Kanton mit der Sanierung vorwärts mache. Doch leider komme es zu Verzögerungen. «Wir gingen davon aus, dass der Kanton nach der WM der Islandpferde im August 2025 mit der Sanierung startet», sagt Schott.
Auf Anfrage des «Reussbote» bestätigt Giovanni Leardini, Mediensprecher vom Departement Bau, Verkehr und Umwelt, dass das Landerwerbsverfahren laufe. Wann der Baustart erfolge, hänge davon ab, wie das Landerwerbsverfahren verlaufe. Nicht kommentiert wird vom Departement, ob wegen des Unfalls Anpassungen bei der Verkehrssicherheit folgen werden.
Debora Gattlen

