Halloween-Party endete mit Messerattacke
06.11.2026 Niederwil, Region ReusstalNiederwil/Region: Unbewilligte Halloween-Party mit riesigem Besucheraufmarsch. Polizei war vor Ort
Der Veranstalter hatte nicht mit diesem Besucheraufmarsch gerechnet. An die Halloween-Party im Schützenhaus in Nesselnbach kamen aus der ganzen Schweiz über 500 Personen. ...
Niederwil/Region: Unbewilligte Halloween-Party mit riesigem Besucheraufmarsch. Polizei war vor Ort
Der Veranstalter hatte nicht mit diesem Besucheraufmarsch gerechnet. An die Halloween-Party im Schützenhaus in Nesselnbach kamen aus der ganzen Schweiz über 500 Personen. Bei der Auflösung durch die Polizei kam es zu Ausschreitungen.
So etwas haben wir im Dorf noch nie erlebt», sagt Gemeindeammann Norbert Ender. «Der Gemeinderat ist nach wie vor betroffen über das, was sich in der Halloweennacht ereignete.» Gemäss Anwohnenden des Schäniswegs sei das beschauliche Niederwil regelrecht von Halloweenbesuchenden überrannt worden. So waren bei der Halloween-Party über 500 Personen aus der ganzen Schweiz vor Ort. Gemietet wurde die Schützenstube mit 60 Plätzen von einer privaten Person aus der Region. Ein Aufruf auf den Sozialen Medien führte wohl zum unerwarteten Besucheraufmarsch.
Tumult bei der Auflösung der Party
Beim Notruf 117 gingen wegen der Halloween-Party in Niederwil diverse Anrufe ein. Gemeldet wurden extremer Lärm und das Abfeuern von Böllern. Um 23.40 Uhr wurde die Regionalpolizei Bremgarten aufgeboten. Die eintreffende Patrouille fand eine nicht bewilligte Halloween-Party vor. «Der Anlass war weder von der Gemeinde noch vom Kanton bewilligt. Auch die Polizei hatte keine Kenntnis davon», sagt Manfred Tschannen, Leiter Regionalpolizei Bremgarten auf Anfrage. Die Polizisten hätten mit dem Veranstalter Kontakt aufgenommen und ihn aufgefordert, die Veranstaltung umgehend zu beenden. «Das kam bei den meisten Anwesenden nicht gut an», führt Manfred Tschannen aus. «Die Stimmung kippte und es kam zu Tumulten.» Die über 500 Personen machten sich nach der Auflösung der Party um Mitternacht fast gleichzeitig auf, um den letzten Bus zu erreichen. Einige gingen zur Bushaltestelle in Nesselnbach, der grössere Mob bewegte sich zur Bushaltestelle in Niederwil.
Messerattacke in der Menge
Inzwischen hatten die Repol-Beamten Verstärkung angefordert. «In Niederwil waren über zehn Patrouillen mit 20 Polizisten der Regionalpolizeien Bremgarten, Wohlen und Muri sowie der Kantonspolizei vor Ort. Die Stimmung war aufgeheizt und teilweise aggressiv. «Es flogen Steine, Flaschen und Böller gegen die Polizei», so Manfred Tschannen. Der eintreffende Bus sei bereits restlos mit in Nesselnbach zugestiegenen Partygästen überfüllt gewesen. Das führte erneut zu Tumult. «Ein junger Mann wurde in der Menschenmenge mit einem Messer verletzt», führt Tschannen weiter aus. «Der mutmassliche Täter konnte ausfindig gemacht und von der Kapo zur weiteren Abklärung mitgenommen werden.» Ein anderer junger Mann, welcher randalierte und mit Körpereinsatz gegen die Beamten vorging, musste kurzfristig von Polizisten auf dem Boden ruhig gestellt werden. Er wird eine Anzeige wegen Unfug und ungebührlichem Verhalten erhalten. Da kein weiterer Bus mehr fuhr, bestellten sich viele Personen Uber-Taxis oder liessen sich privat abholen.
Strafanzeigen drohen
Im Zusammenhang mit der Party wurden öffentliche Einrichtungen und Privatliegenschaften beschädigt und es kam zu Littering. Zudem wurden unerlaubt Böller gezündet, was zu Lärmbelästigungen und Gefährdung der Sicherheit führte. «Sachschäden halten sich nach bisherigen Erkenntnissen in Grenzen», führt Norbert Ender aus. «Dank dem schnellen und entschlossenen Eingreifen der Polizei konnte die Situation unter Kontrolle gebracht und eine weitere Eskalation verhindert werden.» Der Gemeinderat danke für den professionellen Einsatz unter sehr schwierigen Bedingungen. Manfred Tschannen sagt: «Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen.» Ein Teil der Randalierer konnte bereits identifiziert werden. Die zuständigen Behörden werden nach der Prüfung Massnahmen mit Bussen und Strafanzeigen einleiten. Die Gemeinde Niederwil erfasst derzeit Schäden an öffentlichen Einrichtungen und prüft Möglichkeiten, entstandene Kosten gegenüber Verantwortlichen geltend zu machen. «Der private Veranstalter hat sich für die Vorfälle entschuldigt und sich auch um die Reinigung und Schadensbegrenzung bemüht», so Ender. Unabhängig davon werde aber die Verantwortlichkeit für die fehlenden Bewilligungen und die entstandenen Schäden abgeklärt.
Einsatz auch in anderen Gemeinden
Während der Halloween-Nacht zeigte die Polizei auf dem gesamten Kantonsgebiet verstärkt Präsenz. Diverse Patrouillen der Regional- und Stadtpolizeien sowie der Kantonspolizei rückten 80-Mal wegen Unfug, Sachbeschädigungen und Böllern aus.
«Wir hatten nebst unseren normalen Nacht-und Tagpatrouillen auch eine zusätzliche Halloween-Patrouille im Einsatz», sagt Roger Lenherr, Polizeichef Regionalpolizei Rohrdorferberg-Reusstal auf Anfrage. Zwölf Einsätze mussten sie wegen gezündeten Böllern, Klingelstreichen, vermummten Jugendlichen sowie in Brand gesetzten Zeitungen leisten. Sachschaden entstand keiner. Die Einsätze verteilten sich auf folgende Gemeinden: fünf in Mellingen, drei in Stetten, zwei in Oberrohrdorf und je einer in Fislisbach und Wohlenschwil. «Insgesamt ist Halloween im Gebiet der Repol Rohrdorferberg-Reusstal weitgehend friedlich verlaufen», so Lenherr.
Debora Gattlen

