Rudern: Olivia Nacht aus Mägenwil ist im Doppelvierer für den Ruder-Weltcup Ende Mai in Sevilla qualifiziert – ein Interview mit der Sportlerin
Die langjährige Leichtgewichtsruderin Olivia Nacht aus Mägenwil tritt beim Weltcup in Sevilla im schweren ...
Rudern: Olivia Nacht aus Mägenwil ist im Doppelvierer für den Ruder-Weltcup Ende Mai in Sevilla qualifiziert – ein Interview mit der Sportlerin
Die langjährige Leichtgewichtsruderin Olivia Nacht aus Mägenwil tritt beim Weltcup in Sevilla im schweren Doppelvierer an.
◆ Olivia Nacht, hätten Sie sich träumen lassen, dass das so schnell geht mit dem Erfolg im Doppelvierer?
Wenn ich sicher gewesen wäre, dass ich nach so kurzer Zeit schon im Doppelvierer bin, dann hätte ich den Wechsel sicher sofort gemacht. Es war schon ein grosser Schritt: Ich war bei den Leichtgewichten schon eher klein mit meinen 1.65, und ich bin etwa 15 Kilo leichter als die anderen. Wenn ich mir das alles allzu gut überlegt hätte, hätte ich vielleicht gar nicht weitergemacht. Und dann hätte ich diese Chance jetzt auch nicht gehabt. Und natürlich ist da dieser Traum im Hinterkopf: Als ich vor zwei Jahren in Paris als Zuschauerin bei den Olympischen Spielen war, dachte ich: Wenn ich die Möglichkeit habe, würde ich gerne an Olympischen Spielen am Start stehen.
◆ Wie lang trainieren Sie schon in diesem Team?
Erst seit den Trials, also seit Mitte April: Nach den Trials sind wir nach Österreich ins Trainingslager gefahren, und dort haben wir begonnen, in dieser Konstellation zu trainieren. Für den ersten Weltcup ist diese Besetzung fix. Danach gibt es aber noch einmal Trials, weil es Leute gibt, die aus Amerika zurückkommen. Es kann sich also nach Sevilla noch einmal alles ändern. Es sei denn, wir performen so richtig gut in diesem Boot, dann müssen wir keine weiteren Trials absolvieren. Das ist jetzt natürlich unser Ziel für Sevilla.
◆ Welche Ambitionen haben Sie ausserdem für den Doppelvierer?
Es ist das zweite nacholympische Jahr. Das bedeutet, dass es Sportlerinnen gibt, die eine Pause eingelegt haben und nun zurückkommen. In vielen Ländern hat es grössere Wechsel in den Teams gegeben. Deshalb ist es extrem schwierig, unsere Konkurrenz einzuschätzen.
◆ Welche Rolle haben Sie sportlich und menschlich in diesem Team?
Ich bin wieder auf der gleichen Position im Bug. Das heisst, ich bin die erste, die über die Ziellinie kommt. Im Rennen gebe ich die Kommandos: Ich kommuniziere, wann wir angreifen müssen, wann wir den Schlusssprint starten. Sportlich bringe ich vielleicht auch ein bisschen Leichtigkeit ins Boot: Ich bin deutlich kleiner und leichter als die anderen drei, mein Verhältnis von Watt pro Kilo Körpergewicht ist gut. Das kann ein Vorteil sein. Menschlich bringe ich ein wenig Ruhe, Gelassenheit ins Boot, gerade in hektischen Situationen.
◆ Was gefällt Ihnen besser im Vierer als im Zweier?
Es ist etwas völlig anderes. Ich finde es toll, mit einem grösseren Team zu arbeiten. Wenn der Vierer einmal auf Renntempo ist, ist das ein sehr cooles Gefühl. Ein weiterer grosser Unterschied ist der Wechsel der Gewichtsklasse: Obwohl ich von meiner Grösse her ein natürliches Leichtgewicht war, muss man immer aufs Gewicht achten. Man darf am Abend vor einem Rennen nichts Salziges essen, muss allenfalls am Morgen vor dem Rennen darauf achten, nicht zu viel zu trinken. Und manchmal muss man den anderen im Restaurant auch dabei zusehen, wie sie ein Dessert essen. Diese Zeiten sind vorbei, und das ist schön.
Susanne Loacker
Gönnerclub
Damit Olivia Nacht ihre sportlichen Ziele erreichen kann, ist sie auf Unterstützung angewiesen. Möchten Sie Olivia auf ihrem Weg an die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles begleiten? Dann werden Sie ab 100 Franken pro Jahr Mitglied im Gönnerclub. olivianacht.ch/gönnerclub