Fislisbach: Zum 50-Jahr-Jubiläum öffnet das Haus seine Türen und lässt die Bevölkerung am Alltag schnuppern im Alterszentrum am Buechberg
Wer erlebte schon mal, wie sich Demenz anfühlt? Was bedeutet es, täglich Medikamentenböxli zu ...
Fislisbach: Zum 50-Jahr-Jubiläum öffnet das Haus seine Türen und lässt die Bevölkerung am Alltag schnuppern im Alterszentrum am Buechberg
Wer erlebte schon mal, wie sich Demenz anfühlt? Was bedeutet es, täglich Medikamentenböxli zu füllen? Das Jubiläum ist ein grosses Fest und es bringt auch einige neue Erkenntnisse.
Drei Tage lang wurde Geburtstag gefeiert, ein kugelrunder noch dazu. Das Fislisbacher Alterszentrum konnte 50 Kerzen anzünden. Dafür blieben die Bewohnenden am Donnerstag, dem ersten Festtag, unter sich. Am Freitagabend kamen an die hundert Gäste und genossen Apéro und Buffet – beides exzellent zubereitet vom hauseigenen Küchenteam. Auch Reden und der A-Cappella-Chor «Singing Pinguins» standen auf dem Programm. An diesem Abend überreichten die acht Trägergemeinden ihr Geschenk: Einen Wurlitzer, respektive einen Musikautomaten, der die liebsten Melodien der Bewohnerinnen und Bewohner künftig auf Knopfdruck zum Klingen bringen wird.
Am Samstag begann dann um 10 Uhr das grosse Volksfest, eröffnet mit einem Konzert der Musikgesellschaft Fislisbach. Das Festzelt war voll, genauso wie beim Auftritt der Fislisbacher «Dance Kids», welche die Bühne danach in Beschlag nahmen.
Ein Pflege-Erlebnis-Rundgang
Es waren nicht die einzigen Attraktionen: Vor dem Haus drehte sich ein nostalgisch anmutendes, kleines Kinderkarussell, fürs Ponyreiten standen die Mädchen und Buben Schlange. Die Fislisbacher Feuerwehr hatte ihre Jahreshauptübung neben das Alterszentrum verlegt. Im Haus konnte man sich einem halbstündigen Rundgang anschliessen, den Pflegedienstleiter Simon Kleiner angeregt und mit dem ganzen Team erarbeitet hatte. «Mir war wichtig, dass unser Jubiläumsprogramm spezieller ist als beim regulären Buechbergfäscht», erklärte Kleiner, der im Frühling 2027 als Geschäftsleiter auf Thomas Rohrer folgen wird. Ziel war, beim Rundgang durch mehrere Stockwerke, den Pflege-Alltag zu erleben und auch zu begreifen.
Ein langer, schöner Geburtstag
Dazu hatte sich das Team unterschiedliche Aufgaben ausgedacht. Die Fachleute von der Aktivierung stellten beispielsweise Demenzsimulatoren zur Verfügung: Besucherinnen und Besucher konnten die Abnahme der kognitiven Fähigkeiten am eigenen Körper spüren und mussten Lösungen für knifflige Aufgaben suchen. Sie versetzten sich einen Moment lang in die Situation der betagten Menschen, die an Demenz leiden. Eine Etage höher baten Pflegefachfrauen den Besuch, die Medikamentenböxli mit schönen Worten zu füllen, die sie dann durch kleine Geschenke ersetzten. – Glücklich, wer danach einen feinen Duft oder Blumensamen nach Hause nehmen konnte. Verena Bieri, Co-Präsidentin im Verwaltungsrat, zieht nach diesem Festtag positive Bilanz. Und auch die Bewohnerinnen und Bewohner erzählen, dass sie die Musik im Haus genossen – bis hin zum rockigen Sound der Remetschwiler Band «Hardstreet».
Die Bewohnenden dürften aber auch froh gewesen sein, als gegen 16 Uhr nach und nach wieder Ruhe im Alterszentrum am Buechberg einkehrte.
Heidi Hess