Keine echten Alternativen zu zentralem Werkhof
05.06.2026 BirmenstorfBirmenstorf: An der Sommer-Gmeind kommt der Projektierungskredit in Höhe von 150 000 Franken für einen neuen Werkhof wieder auf den Tisch
Bei der Gemeindeversammlung am 16. Juni wird das Werkhof-Projekt wohl abermals für Diskussionen sorgen. Der Verpflichtungskredit ...
Birmenstorf: An der Sommer-Gmeind kommt der Projektierungskredit in Höhe von 150 000 Franken für einen neuen Werkhof wieder auf den Tisch
Bei der Gemeindeversammlung am 16. Juni wird das Werkhof-Projekt wohl abermals für Diskussionen sorgen. Der Verpflichtungskredit für die Planung eines zentralen Werkhofes wurde an der Winter-Gmeind 2024 bereits einmal zurückgewiesen.
Sorgen bereiteten an der Gemeindeversammlung im November 2024 vor allem die geschätzten Kosten in Höhe von 3,8 Millionen Franken auf Basis eines Vorprojekts. Die Votanten fanden die Kosten teilweise überrissen und wünschten sich unter anderem die vertiefte Prüfung einer möglichen Auslagerung des Werkhofs, statt des geplanten Neubaus im Gebiet «Grund» neben dem Pumptrack. Der Überweisungsantrag von Rainer Saner wurde in der Folge angenommen. Zwischenzeitlich führte der Gemeinderat Gespräche mit den Gemeinden Fislisbach, Gebenstorf und der Stadt Baden über ein mögliches «Outsourcing». Laut Unterlagen zur Gemeindeversammlung habe Fislisbach kein Angebot für eine Zusammenarbeit unterbreitet. Gebenstorf machte zwar ein Angebot für eine Zusammenführung. Die Auswertungen hätten aber ergeben, dass die Kosten höher ausfallen würden als bei einem Betrieb des Bauamts in Birmenstorf mit neuem Werkhof.
Die tiefsten jährlichen Kosten würden bei einer Zusammenarbeit mit Baden entstehen. Das Angebot sei jedoch mit erheblichen Unsicherheiten verbunden, schreibt der Gemeinderat. Dabei gehe es um die Abgrenzung von Leistungen, der zukünftigen Kostenentwicklung sowie der Beteiligung an Infrastruktur- und Fahrzeugkosten. Erst nach zweijähriger Betriebsphase könnten die Kosten verlässlich beurteilt werden. Diese würden dann nochmals überprüft und gegebenenfalls angepasst. Laut Gemeinderat wäre eine Lösung mit Baden kostenmässig im besten Fall fast gleich hoch wie eine eigene Lösung mit neuem Werkhof in Birmenstorf. Die Fahrzeuge würden ausserdem weiterhin im Besitz der Gemeinde Birmenstorf bleiben und Kosten verursachen. Die bestehenden Werkhofgebäude würden von der Stadt Baden mitgenutzt – ohne finanziellen Ertrag für Birmenstorf. Der Gemeinderat führt als Gegenargument gegen das «Outsourcing» ausserdem ins Feld, dass die Bürgernähe im Austausch mit den Bauamtsmitarbeitenden bei einer Auslagerung verloren gehe. Darüber hinaus ergebe sich ein erhöhter Koordinationsaufwand vor allem für die Abteilung Bau und Planung. Synergien zwischen Werkdienst und Hausdiensten fielen weg. Bei einer externen Lösung bestehe zudem das Risiko von Qualitätsverlusten und ineffizienten Abläufen. Kurz: Der Gemeinderat ist der Auffassung, dass die Vorteile eines eigenen Bauamts und eines zentralen Werkhofes die möglichen finanziellen Vorteile einer Auslagerung überwiegen. Zumal die heutige Aufteilung auf drei Standorte logistisch ineffizient sei. Traktandiert ist an der Sommer-Gmeind daher abermals ein Verpflichtungskredit von 150 000 Franken für die Ausarbeitung eines Baukredits und dessen Ausführung durch einen Gesamtleistungsanbieter, der mittel Submissionsverfahren gefunden werden soll.
Rechnung mit deutlichem Plus
Neben dem Protokoll der Winter-Gmeind, dem Rechenschaftsbericht und der Zusicherung des Gemeindebürgerrechts an drei Personen steht die Rechnung 2025 auf der Traktandenliste. Diese schliesst mit einem Ertragsüberschuss von rund 425 000 Franken – und damit über 730 000 Franken besser als erwartet. Budgetiert war ursprünglich ein Minus von rund 312 000 Franken.
An der Gemeindeversammlung sollen die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger darüber hinaus über eine Aktienbeteiligung der Gemeinde Birmenstorf an den Regionalen Verkehrsbetrieben Baden-Wettingen (RVBW) entscheiden. Bisher ist Birmenstorf – wie Gebenstorf und Untersiggenthal – nur eine Vertragsgemeinde, nutzt also Leistungen der Verkehrsbetriebe, ist aber im Gegensatz zu acht anderen Gemeinden der Region nicht am Aktienkapital beteiligt. Dies soll sich mit dem Projekt namens «Equilibrium» ändern. Die bisherigen Aktionärsgemeinden geben dabei einen Teil ihrer Aktien ab. Birmenstorf könnte 188 Aktien (entspricht drei Prozent) für 188 000 Franken erwerben. Laut dem Gemeinderat könne man so die strategische Entwicklung des regionalen Verkehrs mitbeeinflussen. Schulen könnten ausserdem von einem Aktionärsrabatt von 50 Prozent profitieren.
Michael Lux
Gemeindeversammlung Birmenstorf am Dienstag, 16. Juni, 20 Uhr, in der Turnhalle Träff
Entscheidung über Immobilienkauf
An der Ortsbürgerversammlung am 19. Juni, 19.30 Uhr, in der Waldhütte Schönert wird über einen Immobilenkauf mit strategischer Bedeutung für die Gemeinde entschieden. Die Ortsbürgerkommission und der Gemeinderat planen die Liegenschaft Bruggerstrasse 1 im Dorfzentrum für 1,2 Millionen Franken zu erwerben. Diese beinhaltet drei Wohnungen sowie ein Ladenlokal, die «Chäs-Hütte». Mit dem Kauf der Liegenschaft will die Gemeinde aktiv Einfluss auf die zukünftige Entwicklung im Dorfzentrum nehmen und der Standort der «Chäs-Hütte» soll erhalten bleiben. Die Ortsbürgerversammlung muss dem Kauf jedoch noch zustimmen. Dieser könnte vollständig aus dem Eigenkapital und ohne Fremdmittel finanziert werden.

