Lokale Sicherheit braucht Nähe
06.11.2026 LeserbriefeIn den kommenden Gemeindeversammlungen von fünf Gemeinden wird darüber entschieden, ob die polizeiliche Grundversorgung künftig von der Kantonspolizei anstelle der Regionalpolizei erbracht werden soll. Ich betrachte diese Entwicklung mit grosser Sorge.
Dabei geht es ...
In den kommenden Gemeindeversammlungen von fünf Gemeinden wird darüber entschieden, ob die polizeiliche Grundversorgung künftig von der Kantonspolizei anstelle der Regionalpolizei erbracht werden soll. Ich betrachte diese Entwicklung mit grosser Sorge.
Dabei geht es keineswegs darum, die Arbeit der Kantonspolizei schlechtzureden. Sie leistet wichtige und unverzichtbare Arbeit. Trotzdem stellt sich die Frage, weshalb das bewährte Dualmodell ersetzt werden soll, welches sich in unserer Region über viele Jahre hinweg bewährt hat.
Kann man heute noch Entscheidungen auf Grundlagen treffen, die teilweise aus einer Zeit stammen, in der die personelle Situation für unsere Repol nicht günstig war? Unsere Regionalpolizei hat sich in den letzten Monaten neu aufgestellt und weiterentwickelt, ihre Organisation verbessert und ihre Leistungen ausgebaut. Diese positiven Entwicklungen scheinen in der Beurteilung der Gegner jedoch nur ungenügend berücksichtigt worden zu sein.
Unsere Regionalpolizei ist nahe bei den Menschen. Die Mitarbeitenden kennen die Quartiere, die örtlichen Verhältnisse und oftmals auch die Anliegen der Bevölkerung. Sie sind sichtbar präsent, reagieren rasch und pflegen den direkten Kontakt zu den Einwohnerinnen und Einwohnern. Dieses lokale Wissen und die kurzen Entscheidungswege sind ein grosser Vorteil, der nicht einfach ersetzt werden kann.
In der aktuellen Diskussion stehen häufig mögliche Einsparungen im Vordergrund. Dabei wird oft vergessen, welche Leistungen die Regionalpolizei heute täglich erbringt: Patrouillen in den Quartieren, Verkehrskontrollen, Präventionsarbeit an Schulen, Unterstützung bei Veranstaltungen sowie die direkte Ansprechbarkeit für die Bevölkerung. Zudem können die Gemeinden heute Einfluss auf die Ausrichtung und Prioritäten unserer Regionalpolizei nehmen. Dieser Einfluss würde bei der Kapo-Lösung kaum mehr möglich sein.
Sicherheit ist für mich weit mehr als eine Frage von Zahlen und Kosten. Sie lebt von Vertrauen, Präsenz und einer starken lokalen Verankerung. Genau diese Eigenschaften zeichnen unsere Regionalpolizei aus. Ich hoffe deshalb, dass die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger die Vorlage sorgfältig prüfen und sich gut überlegen, ob die Aufgabe einer funktionierenden und bürgernahen Regionalpolizei wegen vermeintlichen Kosteneinsparungen und einzelnen der Kapo nahestehenden Politikern tatsächlich der richtige Weg für die Zukunft unserer Gemeinden ist.
Daniel Sonderegger, Remetschwil
