Lotto-Sechser, in der Schweiz zu leben
04.08.2026 FislisbachFislisbach: 1.-August-Feier mit Podcaster und Fussballer Michael Weber. Er überzeugte mit einer treffsicheren Rede
Die Fislisbacherinnen und Fislisbacher liessen sich die 1.-August-Feier nicht entgehen. Festredner Michael Weber fand für Jung und Alt die passenden Worte. ...
Fislisbach: 1.-August-Feier mit Podcaster und Fussballer Michael Weber. Er überzeugte mit einer treffsicheren Rede
Die Fislisbacherinnen und Fislisbacher liessen sich die 1.-August-Feier nicht entgehen. Festredner Michael Weber fand für Jung und Alt die passenden Worte. Ein Novum war, dass die Gemeindeverwaltung und der Gemeinderat den Anwesenden das offerierte Risotto servierten.
An der Bundesfeier waren dieses Jahr die Angestellten der Gemeinde, deren Angehörige und fast der ganze Gemeinderat im Einsatz. Ein Novum. Bis anhin waren Vereine zuständig. Da dieses Jahr im Juni das Fislisbacher Dorffest über die Bühne ging, war aber die Luft draussen. Um die Bundesfeier nicht ausfallen zu lassen, sprangen die Behörden in die Bresche. Die Gemeindeangestellten waren in blauen Polo-T-Shirts unterwegs, der Gemeinderat mit zusätzlichem Aufdruck: «Danke Donat». Damit brachten sie zum Ausdruck, dass Gemeindeschreiber Donat Blunschi sein 40-Jahre-Arbeitsjubiläum feiert. Blunschi ist jeweils für die Organisation der Bundesfeier zuständig. Auch ohne Vereine klappte es bestens.
Das von der Gemeinde offerierte Risotto holte Blunschi gleich selbst beim Alterszentrum am Buechberg ab. Die 230 anwesenden Fislisbacherinnen und Fislisbacher wussten den Service zu schätzen. Am Grill standen Roger Kamber, Leiter Bau und Planung und Peter Scherrer (war für die Feier eingesprungen). Bei der Getränkeausgabe war unter anderem Angela Peter, Leitung Sozialdienste im Einsatz. «Es ist immer gut, mit der Bevölkerung in Kontakt zu sein», sagte Peter. Richard Schraner, Leiter Finanzen, war zusammen mit Carla Rech, Einwohnerdienste für die Kasse und die Coupon-Ausgabe zuständig. Gemeindeschreiber Blunschi lobte: «Es läuft super mit dem Gemeindepersonal. Wir sind um 9.00 Uhr eingetroffen und waren um 10.30 Uhr bereit. Zur selben Zeit sind bereits die ersten Gäste gekommen.» Anzumerken ist: Die offizielle Eröffnung der Festwirtschaft war um 11 Uhr.
Zusammen als 13-Jährige gekickt
«Wir haben zusammen als 13-Jährige in der Aargauer Auswahl gekickt», sagte Gemeinderat Diego Sandmeier, als er den Festredner vorstellte. Ihre Wege seien danach auseinandergegangen - geblieben sei die Freundschaft. Festredner Michael Weber (32) ist Podcaster, Coach und Mittelfeldspieler beim FC Wohlen.
In seiner Rede zeigte Weber kurzweilig auf, dass er nicht nur auf dem Fussballrasen, sondern auch als Festredner treffsicher ist. «An meinen O-Beinen sieht man, dass ich seit 15 Jahren im Leistungssport und als Fussballer unterwegs bin. Ich bin heute zusätzlich als Coach für gesunde Gewohnheiten und Podcaster unterwegs», sagte Weber. Er könne nachvollziehen, wenn nicht alle wüssten, was ein Coach und Podcaster sei. Tatsache sei, diese Berufe habe es vor zehn Jahren noch nicht gegeben. «Sie sehen, 2026, in Zeiten von künstlicher Intelligenz und Donald Trump, ist fast alles möglich.» Als Podcaster beginne er immer mit der gleichen Einstiegsfrage: «Wofür bist du heute dankbar?» Auch wenn es nicht immer die erste Antwort sei, käme oft: «Ich bin dankbar, dass ich in der Schweiz lebe.» Er habe sich gefragt, was dieses Privileg bedeute. Er sei Fussballer und kein Mathematiker. Aber aktuell liegen die Chancen in der Schweiz zu leben, bei 0,11 Prozent. «Wenn wir ehrlich sind, haben wir damit schon alle einen Lotto-Sechser gewonnen», sagte Weber.
Bewusst sei ihm das 2017 geworden. Er habe zwar für die U15-19 in der Nationalmannschaft und beim FC Basel gespielt. Trotzdem sei ihm der nationale und internale Durchbruch nicht gelungen. Im gleichen Jahr sei er in die USA ausgewandert, habe dort studiert und für eine Uni-Mannschaft Fussball gespielt. Die Mannschaft habe aus 15 Nationalitäten bestanden. Obwohl die Kameradschaft gut war, hätte er mit keinem die Nationalität tauschen wollen. «Wir sind alle mit dem Geschenk gesegnet, in der Schweiz geboren zu sein», sagte er. Wichtig sei, den Fokus auf das zu lenken, was man aktiv beeinflussen könne. «Vergessen Sie nie, wir spielen alle für das Team Schweiz. Danke, dass ich hier sein durfte. Hopp Schwiiz!» Von der Rede war Festbesucher Manuel (9) sichtlich angetan: «Mir hat die Rede sehr gut gefallen. Ich spiele bei den Junioren des FC Fislisbach Fussball. Ich habe mir ein Autogramm von Michael Weber geholt.»
Debora Gattlen


