Der ehemalige Mellinger Jungpontonier Ramon Hofer war bei der 70. Ausgabe des Jungpontonierlagers zum 16. Mal als Leiter dabei
Ramon Hofer war bei den Mellinger Pontonieren Junior. Heute ist er Chef-Disponent im Jungpontonierlager.
◆ Ramon Hofer, Sie ...
Der ehemalige Mellinger Jungpontonier Ramon Hofer war bei der 70. Ausgabe des Jungpontonierlagers zum 16. Mal als Leiter dabei
Ramon Hofer war bei den Mellinger Pontonieren Junior. Heute ist er Chef-Disponent im Jungpontonierlager.
◆ Ramon Hofer, Sie sind schon eine Weile nicht mehr aktiv bei den Mellinger Pontonieren, engagieren sich aber nach wie vor fürs Jungpontonierlager. Weshalb?
Ich war selber Jungpontonier in Mellingen und später auch Jungfahrleiter. Weil ich berufsbedingt nach Basel gezogen bin, wurde regelmässiges Trainieren in Mellingen unmöglich. Und dann kam auch noch Corona, was alles nicht einfacher machte. Fürs Lager habe ich mich weiterhin engagiert – das konnten wir sogar während Corona durchführen, natürlich mit Auflagen. Das gab immerhin eine gewisse Routine.
◆ Dieses Jahr fand das 70. Jungpontonierlager statt. Wie viele der 70 haben Sie miterlebt?
Ich war fünf Mal als Junior dabei, und dieses Jahr war mein 16. Mal als Leiter.
◆ Was ist Ihre Funktion im Jungpontonierlager?
Ich bin Chef-Disponent, habe also eine Kaderfunktion und 18 Leute im Team. Wir sind für alle Transporte im Lager zuständig.
◆ Was hat sich innert der mehr als 20 Jahre, in denen Sie ins Jungpontonierlager kommen, verändert?
Wir gehen auch mit der Zeit. Inzwischen hat man Social Media, was es natürlich zu meiner Zeit noch nicht gab. Natürlich hatten wir früher keine Smartphones. Eine grosse Zäsur war sicher Corona. Da gab es wie gesagt eine ganze Reihe von Auflagen. Eine davon ist das Hygienekonzept, das sich damals bewährt hat und das wir beibehalten haben.
◆ Was hat sich nicht verändert?
Der Teamspirit des Jungpontonierlagers zwischen den Leitenden und auch zwischen den Teilnehmenden. Das Lager findet in einem wahnsinnig schönen Teil der Schweiz statt, und es ist enorm viel los in diesem Lager. Man merkt es auch bei den Kindern, sie haben viele schöne neue Erlebnisse. Eines der Highlights ist zum Beispiel jeweils die Talfahrt von Thun nach Bern. ◆ Was motiviert Sie, sich über so lange Zeit zu engagieren für den Sport, für den Verein und für die Jungen?
Da ist einerseits die bereits erwähnte Kameradschaft, die wir auch unter den Leitenden wertschätzen. Andererseits möchte ich etwas zurückgeben. Obwohl ich nur fünf Jahre als Teilnehmer im Lager war, entstanden daraus 16 Jahre als Leiter. Ich finde es eine sehr wertvolle Sache, wenn die Kinder hierher kommen und offen sind, etwas zu lernen. Sie sind fast zehn Tage lang von zu Hause und ihrer Familie weg, schliessen neue Freundschaften und bauen ihre eigenen Zelte. Was die Teilnehmenden hier erleben, prägt sie fürs Leben und ist einzigartig.
◆ Gibt es einen Moment, den Sie im Lager erlebt haben, den Sie sicher nie mehr vergessen werden?
Ich erinnere mich sehr gut an einen Morgen vor circa fünf oder sechs Jahren. Wir waren schon früh mit den Kleinsten auf dem Thunersee unterwegs und fuhren sie Richtung Strandbad. Ich steuerte das erste Boot und vor mir lag der See absolut still und glatt. Mein Boot zeichnete die ersten Wellen in den See. Genau in diesem Moment kam hinter einer Wolke der Rand der Sonne hervor. Das war ein richtiger Gänsehautmoment.
Susanne Loacker
Jungpontonierlager
Das 70. Jungpontonierlager fand vom 16. bis zum 25. Juli in Einigen am Thunersee statt. Mitmachen konnten Jungpontoniere ab 7 Jahren. Viele Mellinger Jungpontoniere haben letztes Jahr den Schiffsführer-Kurs absolviert und mit dem Erlangen der Motorbootsprüfung die höchste Ausbildungsstufe absolviert. Ein Kursabsolvent hat dieses Jahr bereits als Leiter teilgenommen.