Der Aargauer Fussballverband (AFV) hat am Samstag zur jährlichen Frauenfussball-Tagung geladen
Die Frauenfussball-Tagung des AFV hatte ein spannendes, dichtes Programm mit einiger lokaler Beteiligung.
Es ist jeweils ein recht grosser Anlass, wenn der Aargauer Fussballverband ...
Der Aargauer Fussballverband (AFV) hat am Samstag zur jährlichen Frauenfussball-Tagung geladen
Die Frauenfussball-Tagung des AFV hatte ein spannendes, dichtes Programm mit einiger lokaler Beteiligung.
Es ist jeweils ein recht grosser Anlass, wenn der Aargauer Fussballverband zur sogenannten Frauentagung lädt: Anwesend sind Verantwortliche, Trainerinnen und Trainer aller 38 im AFV zusammengeschlossener Fussballvereine.
Silvia Augstburger, die Frauenverantwortliche beim Verband, moderierte den Anlass und eröffnete das Plenum mit den Ergebnissen einer Umfrage, an der sich 31 der 38 Vereine beteiligt hatten. Es ging dabei um die Frage, ob die Women’s Euro vom vergangenen Jahr eine nachhaltige Wirkung auf die Entwicklung im Mädchen- und Frauenfussball im Kanton gehabt habe.
Bei immerhin 13 Vereinen gab es einen Anstieg der Spielerinnen-Anzahl, und allgemein sei die Sichtbarkeit besser geworden, so das Fazit. Das ist eine erfreuliche Entwicklung, auch wenn es noch nicht so ist, dass die Mädchen den Clubs die Türen einrennen. So sagt Christian Métral, der an der Tagung anwesend war: «Wir müssen gerade bei den Kleinsten, der FF- 11, nach wie vor schauen, dass wir genügend Spielerinnen haben.»
Für Anstand und Fairplay
Wiederkehrende Themen beim Kinderfussball sind Anstand und Fairplay – und zwar nicht primär auf dem Spielfeld, sondern daneben. Deshalb wurde ein kleiner Film gezeigt, der einmal mehr auf die wichtigsten Grundsätze aufmerksam machte: dass es absurd ist, wenn sich Eltern von fussballbegeisterten Kindern am Spielfeldrand fetzen, dass es stört, wenn Eltern ihre Kids lautstark coachen, und dass es kontraproduktiv ist, wenn Trainer die Kinder während des Spiels demotivierend anschreien. Es wäre dem Kinderfussball sehr zu wünschen, dass diese Botschaften von allen gehört und verinnerlicht werden.
Ein ebenso ewiges Thema ist der Mangel an Schiedsrichterinnen. Mit Belinda Pierre-Brem aus Mellingen, langjähriger FIFA-Schiedsrichterassistentin, hat der AFV nun eine Verantworliche für das Schiedsrichterinnenwesen. Sie bot im Rahmen ihrer Präsentation an, bei den einzelnen Clubs vorbeizukommen und zu unterstützen. Termine sowohl bei Niederwil als auch bei Fislisbach sind in Planung.
Ein Anlass fürs Netzwerk
Für Christian Métral vom FC Fislisbach war der AFV-Anlass nicht nur eine Plattform für Informationen, sondern auch eine willkommene Gelegenheit zum Netzwerken: «Es bringt viel, wenn man sich mit Funktionären anderer Clubs austauschen kann. Wir haben ja gerade im Hinblick auf den Mädchenfussball alle ähnliche Anliegen.» Auch die Workshops, die anschliessend an die Präsentationen stattfanden, seien hilfreich gewesen, zum Beispiel im Hinblick auf Werbemassnahmen oder die Suche nach möglichen Schiedsrichterinnen. Sicher ist: Es hilft, wenn benachbarte Vereine auch hier zusammenspannen.
Susanne Loacker