Nach Diskussionen klares Ja zum Reusssteg
05.06.2026 KüntenKünten: Die Stimmberechtigten nahmen alle Traktanden der Gmeind an. Zum Reusssteg gab es viele Wortmeldungen
Die Künter Stimmberechtigten sagten am Dienstagabend an der Gemeindeversammlung deutlich Ja zum Reusssteg. Sie stimmten mit 176 Ja-Stimmen zu 65 Nein-Stimmen dem ...
Künten: Die Stimmberechtigten nahmen alle Traktanden der Gmeind an. Zum Reusssteg gab es viele Wortmeldungen
Die Künter Stimmberechtigten sagten am Dienstagabend an der Gemeindeversammlung deutlich Ja zum Reusssteg. Sie stimmten mit 176 Ja-Stimmen zu 65 Nein-Stimmen dem Verpflichtungskredit zu. Vorgängig wurde heftig diskutiert im Festzelt.
Der Besucheraufmarsch war gross. 260 Künterinnen und Künter fanden sich am Dienstagabend im Festzelt vor dem Gemeindehaus ein. Das zeigte auf, wie wichtig für viele im Dorf die Abstimmung war. Vor allem die Genehmigung des Verpflichtungskredits für den Bau eines Fussgängersteges über die Reuss in der Höhe von 3,1 Millionen Franken stand im Brennpunkt. Gemeindeammann Daniel Schüepp präsentierte das Traktandum. Es folgten diverse Diskussionen und Voten. Vor allem Bürgerinnen und Bürger aus Sulz legten ihre Befürchtungen von Besucherströmen, Littering und zum Bauwerk dar. Eine Sulzerin beantragte eine geheime Abstimmung. Dieser Antrag lehnte der Souverän ab.
Die Kosten des Reussstegs, welche im Vorfeld zur Gemeindeversammlung moniert wurden, wurden nur am Rande thematisiert. Mit grossem Mehr, 176 Ja-Stimmen zu 65 Nein-Stimmen, nahm der Souverän den Verpflichtungskredit über 3,1 Millionen Franken zum Bau des Reusssteges deutlich an. Gemeindeammann Daniel Schüepp freute sich über das Resultat, mahnte aber die Gegner des Reussstegs. Bekanntlich ergriffen sie bereits beim Projektierungskredit das Referendum. Gemeindeammann Schüepp sagte: «Bitte streichen sie die Segel, lassen Sie uns weiterarbeiten und den Reusssteg verwirklichen.»
Voten kamen aus dem «Nein-Lager»
Zur Diskussion vor dem Entscheid einige Müsterchen: Eine Votantin fragte nach, ob bei der reduzierten Breite des Stegs überhaupt noch gekreuzt werden könne. Die Brücke sei sicherlich durch die Pfeiler noch weniger breit als 1,8 Meter. Nach einem Hin und Her, wurde dies durch den Gemeinderat widerlegt. Eine andere Votantin sagte, dass der Kostenvoranschlag für den Steg am 28. Februar gemacht wurde. Damals sei die Strasse von Hormus für den Schiffverkehr noch offen gewesen. Inzwischen sei das anders und die Stahlpreise gestiegen. Daher gehe sie davon aus, dass die Kosten für den Steg sicherlich 4 statt 3,1 Millionen Franken betragen werden. Für einen Fussweg sei das ein Verhältnisblödsinn. Gemeindeammann Schüepp antwortete: «Wir haben ein Kostendach vereinbart und Reserven eingebaut.» Ein weiteres Votum war, dass die Reusssteg nicht für die Region, sondern für Touristen gebaut werde. Von Massen, die die Gegend an Wochenenden bevölkern war gar die Rede. Alt Ammann Werner Fischer sagte mit Sarkasmus: «Natürlich darf man seine Meinung äussern. Man kann auch sagen das Projekt kostet 5 oder gar 10 Millionen Franken oder die Russen könnten Berlin angreifen.» Andere Votanten befürchten mehr Hundekot in Feldern und wegen zu wenig öffentlichen Toiletten auch Hinterlassenschaften von Menschen. Schlussendlich wurde doch noch über den Baukredit für den Reusssteg abgestimmt. Künten sagte Ja zum Projekt. Als nächstes wird am 16. Juni die Gemeindeversammlung von Fischbach-Göslikon über den Baukredit befinden. Gibt es dort ebenfalls ein Ja, kann nach Ablauf von 30 Tagen die öffentliche Auflage des Baugesuchs für den Steg zwischen Fischbach-Göslikon und Sulz erfolgen. Er kommt ungefähr auf der Höhe des Campings zu liegen. Läuft alles glatt, wird der Reusssteg im Frühling 2028 eröffnet.
Kredit für Ton- und Lichtanlage
Der Souverän nahm auch den Verpflichtungskredit von 190 000 Franken für eine neue Licht- und Tonanlage inklusive Steuerungsanlage in der Mehrzweckhalle (MZH), den Rechenschaftsbericht und die Rechnung mit einem Gewinn von 614 300 Franke an. Durchgewinkt wurden die zwei Einbürgerungsgesuche, die Kreditabrechnung für den Neubau der Waldhütte, mit einer Unterschreitung von 1564 Franken und unter Traktandum 9 die Kreditabrechnung für den Neubau der Quellfassung Tobel mit einer Unterschreitung von 65 137 Franken.
Debora Gattlen

