Dass nach Jahren plötzlich keine privaten Siedlungsabfälle im Recyclingcenter Freiamt in Nesselnbach mehr angenommen werden dürfen, ist selbst bei bestem Willen kaum nachvollziehbar. Ein derart ökologisch unsinniger Entscheid, der offenbar mit irgendwelchen Paragrafen ...
Dass nach Jahren plötzlich keine privaten Siedlungsabfälle im Recyclingcenter Freiamt in Nesselnbach mehr angenommen werden dürfen, ist selbst bei bestem Willen kaum nachvollziehbar. Ein derart ökologisch unsinniger Entscheid, der offenbar mit irgendwelchen Paragrafen begründet wird, zeugt von mangelnder Weitsicht und einem erschreckenden Unverständnis für die praktischen Auswirkungen auf die betroffene Bevölkerung.
Es ist schlicht unverständlich, weshalb eine über Jahre bewährte Lösung ohne überzeugende ökologische oder sachliche Begründung aufgegeben wird. Wer solche Entscheide trifft, sollte sich ernsthaft fragen, ob damit tatsächlich dem Umweltschutz gedient wird oder ob lediglich Vorschriften um ihrer selbst willen durchgesetzt werden.
Die verantwortlichen Kantonsangestellten sollten künftig wieder vermehrt mit den praktischen Folgen ihrer Entscheide konfrontiert werden. Eine Versetzung in den Strassenunterhalt, wo sie sich täglich um die Reinigung der Kantonsstrassen kümmern könnten, wäre diesbezüglich vielleicht eine lehrreiche Erfahrung.
Den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern bleibt angesichts dieser realitätsfremden Entscheidung nur eine sarkastische Empfehlung: Sammeln Sie Ihre Siedlungsabfälle und deponieren Sie diese entlang der Kantonsstrassen. So könnten die Verantwortlichen zumindest unmittelbar erfahren, welche Konsequenzen ihre kurzsichtigen Entscheide in der Praxis haben und hätten im Strassenunterhalt gleich ausreichend Beschäftigung.
Es kann nicht sein, dass eine jahrelang funktionierende Lösung ohne überzeugende Begründung abgeschafft wird und die Bevölkerung die Folgen eines solchen Entscheids tragen muss. Wer Vorschriften erlässt, sollte auch für deren ökologische Sinnhaftigkeit und die praktischen Konsequenzen Verantwortung übernehmen.
Wendi Blattmer, Tägerig