Neue Sportart zwischen Tennis und Squash
08.04.2026 SportPadel. Ende März fand im Aarsport-Center in Birrhard ein Publikumsanlass statt. Grund dafür waren die Indoor-Padel-Plätze, die man dort buchen kann. «Ich wollte keine Tennisplätze aufheben», sagt Geschäftsführer Thomas Nef. Deshalb gibt es ...
Padel. Ende März fand im Aarsport-Center in Birrhard ein Publikumsanlass statt. Grund dafür waren die Indoor-Padel-Plätze, die man dort buchen kann. «Ich wollte keine Tennisplätze aufheben», sagt Geschäftsführer Thomas Nef. Deshalb gibt es die neuen Indor-Plätze, auf denen ein wenig Quartzsand ausgestreut ist, nun zusätzlich. Mit dem Anlass, an dem alle gratis ausprobieren konnten, wie sich Padel anfühlt, sollte der neue Trendsport in der Region bekannter gemacht werden.
Padel ist eine relativ junge, aber rasant wachsende Rückschlagsportart, die Elemente aus Tennis und Squash kombiniert. Gespielt wird meist im Doppel auf einem kleineren, von Glasund Gitterwänden umgebenen Feld, wobei die Wände aktiv ins Spiel einbezogen werden dürfen. Gemäss Thomas Nef ist die Buchung eines Padel-Platzes ein wenig teurer als die eines Tennisplatzes. «Das rechnet sich trotzdem, weil man Padel eigentlich immer zu viert spielt», so Nef.
Die Ursprünge des Padel reichen ins Jahr 1969 zurück, als der Mexikaner Enrique Corcuera in Acapulco auf seinem Grundstück einen Tennisplatz anpasste, da ihm der Platz fehlte. Er verkleinerte das Spielfeld und integrierte Wände – so entstand die Grundidee des heutigen Padel.
In den 1970er-Jahren brachte der spanische Unternehmer Alfonso de Hohenlohe den Sport nach Spanien, wo er zunächst bei der Oberschicht Anklang fand. Von dort verbreitete sich Padel schnell nach Argentinien, wo es besonders populär wurde und sich zu einer der wichtigsten Sportarten entwickelte.
Seit den 2000er-Jahren erlebt Padel weltweit einen Boom. Vor allem in Spanien ist es heute nach Fussball eine der meistgespielten Sportarten. Professionelle Turnierserien wie die World Padel Tour haben zur Internationalisierung beigetragen, und immer mehr Länder bauen eigene Ligen und Verbände auf.
In der Schweiz begann die Entwicklung von Padel vergleichsweise spät, etwa in den 2010er-Jahren. Ein wichtiger Schritt war die Gründung des nationalen Verbands Swiss Padel Association, der sich um die Organisation von Turnieren, Rankings und die Förderung des Sports kümmert. Parallel dazu entstanden immer mehr kommerzielle Padel-Anlagen, oft in Indoor-Hallen – ein entscheidender Vorteil im alpinen Klima der Schweiz.
In den letzten Jahren hat Padel auch hierzulande stark an Popularität gewonnen. Besonders attraktiv ist der Sport wegen seiner leichten Erlernbarkeit und des hohen Spassfaktors im Doppelspiel. Unternehmen, Fitnesszentren und Tennisclubs integrieren zunehmend Padelplätze in ihr Angebot. Der erste permanente Padel-Platz wurde in Schaffhausen aufgebaut, wo auch die Qualifikationsspiele für das Nationalteam über die Bühne gingen. In der Region kann man auch in Mellingen Padel spielen, ebenso im Esp in Fislisbach.
2006 wurde der Schweizerische Padel-Verband (SPV) von Rico Jacober und seinem Bruder Mario Jacober mit Sitz in Zürich gegründet. 2007 wurde der Verband Mitglied im internationalen Padel Verband. Eine Schweizer Premiere im Padel mit ausländischen Profispielern fand an der Comexpo 08 als Showturnier in Wettingen statt.
Heute befindet sich Padel in der Schweiz weiterhin im Aufbau, zeigt aber ein dynamisches Wachstum. Mit steigender Mitgliederzahl, mehr Turnieren und wachsender Medienpräsenz entwickelt sich der Sport zunehmend von einer Nische zu einer etablierten Freizeit- und Wettkampfsportart. (sl)
