An der nächsten Gemeindeversammlung vom 23. Juni stimmen wir Mellingerinnen und Mellinger ab, ob die Besoldung für die Mitglieder des Stadtrates (nach zwölf Jahren und ohne Teuerungsausgleich) angepasst werden soll. Darüber, dass dies gerechtfertigt ist, dürfte sich ...
An der nächsten Gemeindeversammlung vom 23. Juni stimmen wir Mellingerinnen und Mellinger ab, ob die Besoldung für die Mitglieder des Stadtrates (nach zwölf Jahren und ohne Teuerungsausgleich) angepasst werden soll. Darüber, dass dies gerechtfertigt ist, dürfte sich eine Mehrheit einig sein. Viele Geschäfte sind komplexer und zeitaufwendiger geworden. Man kann also sagen, dass für den erheblichen Aufwand der Lohn zu klein ist. Man könnte aber auch sagen, dass für diesen Lohn der benötigte zeitliche Aufwand zu gross ist. Statt die Besoldung anzuheben, könnte man aber auch die Arbeit auf mehrere Schultern verteilen und den Stadtrat auf sieben Mitglieder erweitern. Diese Idee stammt nicht von mir, aber ich finde sie bestechend.
Bei der Variante 1 des Stadtrates zur Neufestlegung der Besoldung ergibt sich ein jährlicher Mehraufwand von 36 000 Franken. Würde man die Höhe der Besoldung so belassen und den Stadtrat auf sieben Personen erweitern und das Pensum des Vizepräsidiums mit 20 Prozent demjenigen der anderen Stadträtinnen und Stadträte anpassen, ergäbe sich (ohne eine ev. nötige Erhöhung der Spesen von 4000 Franken) ein Mehraufwand von 38 000 Franken.
Ab und zu habe ich Bekannte von mir gefragt, ob sie nicht für den Stadtrat kandidieren möchten. Wie bei meiner Suche nach einer Nachfolge für die Städtlichronikkommission bekam ich als Antwort immer die Gegenfrage: Wie gross ist der Aufwand? Nie hat jemand nach der Besoldung gefragt. Würde eine Reduktion der Arbeit bei gleichem Pensum und Lohn ein Amt im Rathaus nicht attraktiver machen?
Urs Weber,
Scheunengasse, Mellingen