Notwendige Schulsanierungen nicht blockieren
16.05.2026 FislisbachFislisbach: Schule, Gemeinde und Planer nehmen Stellung zur Kritik des Referendumskomitees, das den Kredit für die Schulsanierung kippen will
«Intransparente Planung, fehlende Vision»: Die Vorwürfe, der Gegner des Projekts sind happig. Die Verantwortlichen ...
Fislisbach: Schule, Gemeinde und Planer nehmen Stellung zur Kritik des Referendumskomitees, das den Kredit für die Schulsanierung kippen will
«Intransparente Planung, fehlende Vision»: Die Vorwürfe, der Gegner des Projekts sind happig. Die Verantwortlichen halten dagegen. Sie appellieren, die notwendigen Sanierungen nicht mit dem Wunsch nach einer neuen Turnhalle zu verknüpfen und diese deswegen zu blockieren.
Zum Gespräch haben Frau Gemeindeammann Simone Bertschi und Gemeindeschreiber Donat Blunschi sich Verstärkung geholt. Mit am Tisch im Gemeindehaus sitzen Fabian Egger, Geschäftsleiter der Schule Fislisbach, sowie der Planer Severin Herrigel, ARGE Tschudin Urech Bolt AG und Architheke AG. Die Verantwortlichen reagieren auf die Kritik des Referendumskomitees im «Reussbote»-Interview (Ausgabe vom 8. Mai). Den Vorwurf fehlender Transparenz wollen sie nicht stehen lassen: «Seit 2023 informieren wir an jeder Informationsveranstaltung über das Thema Schule und die Entwicklungen der Schulraumplanung», betont Simone Bertschi. Donat Blunschi hat zum Beweis die Einladungen zu Infoveranstaltungen ausgedruckt: «Schule, Schule, Schule», zählt er auf. Der Gemeinderat informiere halbjährlich über das Thema. Dazu gebe es zweimal jährlich einen Gemeinderat-Stamm, an dem man mit Fragen und Anliegen auf den Gemeinderat zukommen könne und die Verwaltung stehe auch zur Klärung von Anliegen zur Verfügung, fügt Bertschi an.
Dass die Betroffenen nicht involviert gewesen seien, kann Fabian Egger aus Sicht der Schule ebenfalls nicht bestätigen: «Die Schule ist seit vier Jahren vollumfänglich in alle Planungsphasen und Beschlüsse miteinbezogen gewesen, inklusive Lehrpersonen», erklärt er. Es wurde und wird sogar eine interne Website zu den Planungsschritten und ein Briefkasten angeboten, wo Wünsche der Lehrpersonen abgeholt werden. Zum Vorwurf einer fehlenden Langzeitplanung sagt er: «Ich glaube das Konzept des Gemeinderates ist genau das, was die Schule braucht.» Schulen müssten heutzutage schneller und flexibler reagieren können als noch vor Jahren. Bauten, die 60 Jahre halten müssten, brauche es nicht. Denn man wisse nicht wie in zehn Jahren unterrichtet werde: «Ein Neubau wäre ein völlig falscher Ansatz», so Egger. Am schwierigsten zu planen sei der Kindergarten, der sechs Jahre Vorlaufszeit brauche. Dieser ist vom aktuellen Sanierungsprojekt jedoch bewusst ausgenommen und soll in einer dritten Etappe ab 2031 zusammen mit dem weiteren Schulraumbedarf bewertet werden.
Abreissen ist keine Option
Planer Severin Herrigel erläutert, wie die Entscheidung für das etappenweise Vorgehen und die Sanierung zustande kam. Seit 2022 hätten zwei externe Büros sowohl die Schulraumentwicklung als auch die Bausubstanz der Gebäude untersucht. Auch im anschliessenden Planerwahlverfahren seien alle Experten sich einig gewesen, dass die Bausubstanz aus technischer und konstruktiver Sicht gut sei und ein Neubau keinen Sinn mache. Man habe in der Planung aufgezeigt, wie man mit grösseren und kleineren Eingriffen die Schule fit machen könne, ohne Bausubstanz zu vernichten. Das Konzept enthalte überdies eine «Vision 2040» mit verschiedenen möglichen Massnahmen für die Zukunft. «Abreissen und neu bauen wäre aus haushalterischer und finanzpolitischer Sicht nicht zu vertreten. Die Bausubstanz der Schulgebäude Leematten I bis Leematten III spricht für deren Erhalt», fasst Simone Bertschi zusammen. Die Sanierung hätte überdies den Vorteil, dass sie während des laufenden Schulbetriebes erfolgen könne und für die Bauzeit kein Schulraum zugemietet werden müsste. Und das Thema Asbest? «Man hat keine gesamtheitliche Schadstoffanalyse gemacht», bestätigt Severin Herrigel auf Nachfrage. Es würden bewusst nur die Bereiche untersucht, an die man später auch Hand anlege. Im Rahmen der Detailplanung würden diese Bereiche aber auf Schadstoffe untersucht. «Unsere Eingriffe in die Substanz sind nicht gross, daher sind die Risiken sehr gering», beruhigt er. Mögliche Schadstoffsanierungen seien in den Kosten für die Sanierung ausserdem bereits enthalten. Allgemein gelte es zu beachten, dass ein Grossteil der Kosten für anstehende Sanierungsmassnahmen sowie für Anpassungen an heute geltende Normen, beispielsweise das Behindertengleichstellungsgesetz, eingesetzt würden. Diese Massnahmen müssten auch im Falle einer Ablehnung des Kredits umgesetzt werden.
Kein Entscheid über Turnhalle
435 000 Franken des Sanierungs-Kredits in Höhe von 5,28 Millionen, sind für die Sanierung der Turnhalle Leematten I vorgesehen. Die Massnahmen betreffen vor allem Lüftung, Beleuchtung, Beschattung sowie die Sanitärbereiche. Es fehle an weiteren Investitionen etwa in Bühnen- oder Gerätetechnik. Die bestehende Halle erfülle den Bedarf der Vereine nicht, so die Kritik. Bei der vorgesehenen Sanierung gehe es um eine Instandsetzung und Werterhalt, betonten die Planer. Im Rahmen des Konzept habe man den Fokus auf die Schule gelegt: «Für die Schule reicht die Turnhalle mit den geplanten Eingriffen», sagt Fabian Egger.
«Die Vereine sind uns genauso wichtig, sie prägen das Leben in Dorf», erklärt Simone Bertschi. Der Wunsch nach einer neuen Turnhalle solle aber nicht mit der notwendigen Schulsanierung verknüpft werden und diese blockieren. Man werde dies in Phase 3 anschauen können. «Ein Nein zur Sanierung heisst nicht Ja zu einer neuen Turnhalle», so Fabian Egger. Sie schliesse diese aber auch nicht aus, betonen die Verantwortlichen. Diese wäre jedoch mit Investitionen im zweistelligen Millionenbereich verbunden. Selbst im Falle eines Neubaus müssten die jetzt nötigen Sanierungen an der Turnhalle aber gemacht werden, da es bis zu einer Inbetriebnahme mindestens sechs Jahre dauern würde, so ihr Hinweis. Das erste Thema in Etappe 3 wird aber wohl der Kindergarten Leematten sein. Dessen Zustandsanalyse sei negativ ausgefallen, berichtet Blunschi. Bis zu einer Neubeurteilung des Schulraumbedarfs 2031 kämen ausserdem noch weitere Faktoren hinzu, erklärt er. Darunter die Einzonung des Gebietes «Buech» oder die Gesamtrevision der Bau- und Nutzungsplanung. Daher sei es richtig, die Neubeurteilung in einer dritten Etappe durchzuführen.
Michael Lux

