Niederwil: Am Infoanlass informierten Behörden über die Revision der Nutzungsplanung – Neueinzonungen von Bauland sind keine vorgesehen
Das Interesse war gross: Am Infoanlass zur Gesamtrevision der Allgemeinen Nutzungsplanung nahmen geschätzt 130 Personen teil.
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Niederwil: Am Infoanlass informierten Behörden über die Revision der Nutzungsplanung – Neueinzonungen von Bauland sind keine vorgesehen
Das Interesse war gross: Am Infoanlass zur Gesamtrevision der Allgemeinen Nutzungsplanung nahmen geschätzt 130 Personen teil.
Jeder von Ihnen hat sich vielleicht schon bei einem Baugesuch aufgeregt wegen der Höhe eines Gebäudes oder dem Schattenwurf auf das eigene Grundstück», sagte Gemeindeammann Norbert Ender an der Versammlung in der Mehrzweckhalle. Die Basis dafür bildet die Nutzungsplanung mit ihren Bestimmungen. Letztlich gehe es darum, wie das Dorf in 10 bis 20 Jahren aussehe. «Niederwil soll sich weiterentwickeln, aber mit Augenmass», sagte Ender und brachte damit das Ziel der Revision auf den Punkt. «Wir wollen erreichen, dass Niederwil ein lebenswertes Dorf bleibt mit einer guten Balance zwischen Entwicklung und Bewahrung.»
In diesem Sinne wurde die Allgemeine Nutzungsplanung, welche diejenige von 2009 ablösen wird, in den letzten Jahren revidiert (der «Reussbote» berichtete am 13. März). Bis zum 31. Mai läuft jetzt das Mitwirkungsverfahren zum Entwurf. Parallel liegt die Nutzungsplanung zur Vorprüfung beim Kanton. Ganz zum Schluss äussert sich der Souverän an einer Gemeindeversammlung. Am Infoanlass vom Donnerstagabend stellten Mitglieder der Planungskommission ihre Bereiche vor. Zum Massnahmenplan Verkehr erfuhr man, dass bei der Schulwegsicherheit erste Massnahmen umgesetzt und andere in Arbeit sind. Die Linienführung Bus sei noch offen und insbesondere die Frage, wie man das Gebiet Fendler anschliessen könnte. Zum Bauinventar der kantonalen Denkmalpflege, das den Schutz von Gebäuden regelt, erklärte ein Sprecher, die schützenswerten Gebäude seien frisch beurteilt worden. «Wir haben sie teilweise besichtigen dürfen.» Die Eigentümer wurden gelobt, weil sie ihre historischen Häuser sehr gut erhalten würden. Über Neuaufnahmen sei diskutiert worden. Ein Thema war die Unterschutzstellung der grossen Klosterscheune im Reusspark Gnadenthal. Sie bleibt ungeschützt. «Das würde den Reusspark behindern bei der Weiterentwicklung seiner Gebäude», sagte das Kommissionsmitglied.
In Niederwil gibt es neu eine grosse Dorfzone mit einem geschützten inneren Teil und einem äusseren Teil, wo die Eigentümer freier sind. In Neswil sich noch weiter entwickeln kann, ist in Nesselnbach, am Egghügel und am Schänisweg. Auch im Reusspark gebe es Entwicklungspotential. Eine der grössten Herausforderungen war laut Keller das Areal Schellenberg. Es liegt ausserhalb des Baugebiets. «Der Kanton muss bei Bauvorhaben seine Zustimmung geben», sagte der Planer. Ein Gestaltungsplan sei nötig. Ziel der neuen Nutzungsplanung sei es, die Arbeitsplätze dort zu schützen und keine neuen Auflagen oder Forderungen nach Rückbau von Gebäuden zu erhalten. «Wir wollen den dort ansässigen Unternehmen eine gewisse Planungssicherheit geben», sagte der Planer.
Norbert Ender zog ein Fazit und fasste zusammen. Im Eigenheimbereich sei die Zusammenlegung der Ausnützungsziffern W1 und W2 wichtig. Neu gilt die minimal höhere W2. Der Charakter der Quartiere soll erhalten bleiben. «Wir wollen keine grossen Wohnblöcke», sagte der Gemeindeammann. Die neue Dorfkernzone schütze das Zentrum. Ausserhalb dieser gebe es leicht mehr Spielraum für Eigentümer. In der Arbeitszone sollten sich die Ränder der Bebauung gut in die Landschaft einfügen und das Gebiet Fendler soll erhalten bleiben. Norbert Ender forderte alle auf, doch beim laufenden Mitwirkungsverfahren Ideen einzubringen.
Es gibt keinen König in Niederwil
Es gab nur wenige Fragen. Ob wegen der Zusammenlegung von W1 und W2 eine Mehrwertabgabe fällig werde, fragte ein Bürger. Norbert Ender verneinte dies. Der Bürger wollte auch wissen, ob man den inoffiziellen Wanderweg an der Reuss nach Fischbach-Göslikon nicht offiziell erklären könnte und die Eigentümer entschädigen könnte. Das soll geprüft werden. «Wir haben einen König im Aargau, der herrenlose Grundstücke aufkauft. Gibt es das in Niederwil auch?», fragte eine Person. Die Antwort lautete: Nein. Eine Niederwilerin fragte, ob man die Ausnützungsziffer nicht ganz aufheben könnte. Auch da war die Antwort abschlägig. «Für unsere Gemeinde ist es einfacher, wenn wir dabei bleiben», meinte der Gemeindeammann. Eine andere Bürgerin wünschte Infos zur Grünflächenziffer, die in anderen Gemeinden bekämpft werde und zum Thema Schottergärten. Laut dem Planer Paul Keller, gibt es keine Grünflächenziffer in Niederwil. Beim Schotter seien maximal 20 Prozent erlaubt.
Marc Benedetti