Künten-Sulz: Altlasten in der ehemaligen Kiesgrube verzögerten die Realisierung des Projekts
In der Sackrebe in Künten-Sulz entsteht ein neuer Lebensraum für den stark gefährdeten Europäischen Laubfrosch.
Die ehemalige Kiesgrube ...
Künten-Sulz: Altlasten in der ehemaligen Kiesgrube verzögerten die Realisierung des Projekts
In der Sackrebe in Künten-Sulz entsteht ein neuer Lebensraum für den stark gefährdeten Europäischen Laubfrosch.
Die ehemalige Kiesgrube liegt in einem wichtigen Vernetzungskorridor zwischen bestehenden Laubfroschvorkommen und eignet sich deshalb ideal als Amphibienstandort. Aus diesem Grund hat Pro Natura Aargau das Gelände erworben, teilte die Organisation mit. «Mit dem Bau von neuen Weihern schaffen wir nicht nur einen wichtigen Laichplatz, sondern stärken auch die Vernetzung der Laubfroschbestände in der ganzen Region», sagt Matthias Betsche, Geschäftsführer von Pro Natura Aargau.
Altlasten auf dem Areal
Die ehemalige Kiesgrube war zwischen den 1950er- und 1980er-Jahren als Deponie genutzt worden. Bevor die ökologischen Aufwertungsmassnahmen umgesetzt werden konnten, mussten daher zunächst die Altlasten beseitigt werden. Ursprünglich war vorgesehen, die Sanierung des Standorts und den Bau der Weiher bis Ende 2024 abzuschliessen. Noah Meier, der Projektleiter der Firma Creanatira, erklärt: «Bei den Vorarbeiten zeigte sich jedoch, dass der Boden deutlich stärker belastet war als erwartet. Insbesondere wurden hohe Konzentrationen von PFAS festgestellt. Diese sogenannten Ewigkeitschemikalien sind in der Umwelt äusserst langlebig. Die Arbeiten mussten deshalb vorübergehend unterbrochen werden, um die Situation genauer zu untersuchen und das weitere Vorgehen festzulegen.»
Die zusätzlichen Sanierungsmassnahmen führen zu erheblichen Mehrkosten, weshalb Pro Natura Aargau das ursprünglich vorgesehene Sanierungskonzept anpassen musste. Saniert werden nun der mittlere und westliche Teil der Projektparzelle. Im östlichen Bereich wird Boden mit einer leichten PFAS-Belastung vor Ort belassen. Dieses Vorgehen wurde auf Grundlage der vorgenommenen Untersuchungen und in Abstimmung mit den zuständigen Behörden festgelegt. Als Konsequenz daraus muss auch die geplante Weiherfläche etwa um die Hälfte reduziert werden. Trotz dieser Herausforderungen halten Pro Natura Aargau und ihre Projektsponsoren, darunter Bund und Kantone, am Vorhaben fest. Am 26. August wurden die Arbeiten wieder aufgenommen. Im Vorfeld wurde die Fläche erneut gemäht, als nächstes wird belasteter Aushub abgeführt und anschliessend können Weiher und Kleinstrukturen gestaltet werden. Im Spätherbst-Winter wird die ganze Fläche wieder mit standortangepassten Büschen und Bäumen wiederbestockt. Die Umsetzung soll bis Ende Jahr abgeschlossen sein. Matthias Betsche, Geschäftsführer von Pro Natura Aargau, ist überzeugt: «Es ist grossartig, dass hier aus einer ehemaligen Deponie neuer Lebensraum für den stark gefährdeten Laubfrosch entsteht.» (zVg/red.)