Programmieren für die Olympiade
27.03.2026 NiederwilNiederwil: Beim Finale der Schweizer Informatik-Olympiade in Lausanne erhielt Gilles Bärtschi eine Bronzemedaille
Der Niederwiler Gilles Bärtschi begeistert sich schon lange für Informatik. Das Programmieren brachte sich der 18-Jährige selbst bei. Dass er gleich im ...
Niederwil: Beim Finale der Schweizer Informatik-Olympiade in Lausanne erhielt Gilles Bärtschi eine Bronzemedaille
Der Niederwiler Gilles Bärtschi begeistert sich schon lange für Informatik. Das Programmieren brachte sich der 18-Jährige selbst bei. Dass er gleich im ersten Anlauf Bronze bei der Schweizer Olympiade holte, erfüllt ihn mit Stolz.
Für Gilles Bärtschi ist es gerade eine spannende Zeit, schliesslich fangen nach den Frühlingsferien die Maturaprüfungen an. Trotzdem schaffte er es, sich auf das Finale der Schweizer Informatik-Olympiade vorzubereiten – und noch eine Medaille zu holen. Aber der Reihe nach. Seine Begeisterung für die Informatik entdeckte der heute 18-Jährige schon früh. Schon in der ersten Klasse der Bezirksschule fing er mit dem Programmieren an. «Mein Vater ist auch in der Informatik tätig», erzählt er. Von ihm bekam er sein erstes Programmierhandbuch. Danach experimentierte er mit verschiedenen Programmiersprachen, entwarf einfache Spiele oder Quizprogramme, bevor er sich der komplexeren Programmiersprache «haskell» zuwendete. Der Informatikunterricht in der Kantonsschule Wohlen sei eher für Einsteiger, die vorher noch nie programmiert hätten, erklärt er auf Nachfrage.
Zuerst versuchte er es in Mathe
Bei der Wissenschafts-Olympiade versuchte er sich zunächst in Mathematik, seinem zweiten Steckenpferd, und kam dort dieses Jahr sogar ins Finale. Zur Informatik-Olympiade kam er dagegen nicht ganz freiwillig: «Die erste Runde der Olympiade ist in einem Quizformat, da mussten wir im Unterricht teilnehmen», erzählt er. Ab der zweiten Runde ging es dann richtig los mit Programmieren. Zwei Monate hatten die Jugendlichen Zeit, um Aufgaben zu lösen und einzureichen. Als Elfter qualifizierte sich Gilles für das Finale an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne am vergangenen Wochenende.
Beim Finale galt es Ernst
Vor dem grossen Finale ging es für die Teilnehmer im Februar aber noch in ein Trainingscamp in Sarnen, wo unter Wettkampfbedingungen Aufgaben gelöst werden mussten. Der positive Nebeneffekt für Gilles: eine Woche schulfrei. An den beiden Wettbewerbstagen hatten Gilles und seine Mitkonkurrenten dann für je vier Aufgaben fünf Stunden Zeit. In kurzen Texten wurde jeweils ein Problem geschildert, für das dann der richtige Algorithmus gefunden und programmiert werden musste. «Man schreibt ein Programm, das dann die Aufgabe lösen muss», erklärt es Gilles für den Laien. Beispiel: Wie findet man den kürzesten Weg durch eine Stadt zwischen verschiedenen Knotenpunkten? Dazu kommen noch diverse andere Parameter, wie Schnee, der weggeschippt werden muss. «Den Programmcode schickt man an einen Testserver», so Gilles. Dieser bewertet dann, ob das Programm die Aufgabe im Zeitlimit lösen kann. Klingt kompliziert und ist es auch. Selbst für Checker wie Gilles waren die Aufgaben nicht ganz einfach. Alle Aufgaben habe er in der Zeit nicht geschafft, gibt Gilles zu. Ein bisschen besser hätte es klappen können, findet er selbstkritisch. «Ich habe mich zu sehr auf die Haupttasks konzentriert», sagt er. Stattdessen hätte er bei den Unteraufgaben noch ein paar Punkte abstauben können.
Enttäuscht ist der angehende Maturand aber ganz und gar nicht: «Insgesamt bin ich sehr zufrieden. Für das erste Mal ist eine Bronzemedaille schon ziemlich gut», sagt er. Theoretisch hat er sogar noch die Chance, sich für die internationale Informatik-Olympiade in Usbekistan zu qualifizieren. Ende Mai können sich die Medaillengewinnerinnen und -gewinner in einem weiteren Auswahlverfahren qualifizieren. Gilles Bärtschi gibt sich bescheiden. Er rechne sich nicht zu grosse Chancen aus. So oder so: Nach Matura und Militärdienst will er sicher Informatik studieren – oder doch Mathe. Da ist er noch etwas unentschlossen.
Michael Lux
Der Wettbewerb
Die Wissenschafts-Olympiade fördert Jugendliche und weckt bei diesen wissenschaftliche Begabungen und Kreativität. Jedes Jahr gibt es elf Olympiaden und etwa 10 000 Teilnahmen: Workshops, Lager und Prüfungen in Astronomie, Biologie, Chemie, Geografie, Informatik, Linguistik, Mathematik, Philosophie, Physik, Robotik und Wirtschaft. Organisatoren sind junge Forschende, Studierende oder Lehrpersonen, die freiwillig viele Stunden und Herzblut investieren.
Infos: science.olympiad.ch


