Diverse Medienmitteilungen, hitzige Diskussionen und aufgebrachte Gemüter: Fünf der zehn Trägergemeinden der Regionalpolizei Rohrdorferberg-Reusstal mit Sitz in Niederrohrdorf wollen den Vertrag kündigen. Doch wie sinnvoll ist ein Wechsel zur Kantonspolizei? Und welche ...
Diverse Medienmitteilungen, hitzige Diskussionen und aufgebrachte Gemüter: Fünf der zehn Trägergemeinden der Regionalpolizei Rohrdorferberg-Reusstal mit Sitz in Niederrohrdorf wollen den Vertrag kündigen. Doch wie sinnvoll ist ein Wechsel zur Kantonspolizei? Und welche Auswirkungen hätte er auf die Sicherheit unserer Kinder und Jugendlichen sowie der Bevölkerung in unseren Gemeinden?
Als Schulleiterin der Primarschule Niederrohrdorf vertrete ich dazu eine klare Haltung. Unsere Schule liegt unmittelbar neben der Kreisschule Rohrdorferberg, die von Jugendlichen aus Niederrohrdorf, Oberrohrdorf, Bellikon und Remetschwil besucht wird. So begegnen sich auf unserem Schulareal und im direkten Umfeld rund 700 Kinder unterschiedlichen Alters, Kindergartenkinder nicht eingerechnet. Diese Nähe bietet Chancen, birgt aber auch Konfliktpotenzial. Umso wichtiger sind eine verlässliche Polizeipräsenz, kurze Wege und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Schule und Polizei.
Bei einer faktischen Abschaffung der Regionalpolizei ginge weit mehr verloren als eine lokale Polizeistruktur. Es stünde ein wichtiger Teil der Präventionsarbeit auf dem Spiel, von der unsere Schülerinnen und Schüler ebenso profitieren wie die Gesellschaft als Ganzes. Der regelmässige Austausch mit der Repol, den wir heute auf ausgesprochen hohem Niveau erleben, wäre in dieser Form kaum aufrechtzuerhalten. Gerade die Nähe ist entscheidend, um Probleme frühzeitig zu erkennen und zu lösen, bevor aus Spannungen ernsthafte Konflikte entstehen.
«Unsere Repol» kennt die Brennpunkte, die Herausforderungen vor Ort und die Menschen in den Gemeinden. Sie kann Entwicklungen einschätzen, Signale richtig einordnen und in enger Abstimmung mit den Schulen präventiv handeln. Es geht nicht darum, möglichst oft einzugreifen, sondern im richtigen Moment präsent zu sein. Was heute dank persönlicher Beziehungen und eingespielter Abläufe rasch und unkompliziert funktioniert, könnte künftig mehr Zeit und Koordination erfordern. Gerade in der Prävention – und erst recht in Akutsituationen – kann das entscheidend sein. Natürlich ist es legitim, bestehende Strukturen zu hinterfragen. Doch dabei dürfen wir nicht nur auf die Finanzen schauen.
Wer bei der Sicherheit unserer Kinder und Jugendlichen spart, riskiert mehr, als sich in Zahlen ausdrücken lässt. Eine funktionierende Prävention schafft man nicht von heute auf morgen – und eine bewährte Nähe gibt man nicht leichtfertig auf. Sicherheit beginnt nicht erst dann, wenn die Polizei eingreifen muss, sondern dort, wo sie frühzeitig hinschaut, zuhört und handelt.
Anneli Rash Gesamtschulleitung Primarschule
Niederrohrdorf